Harmoniegasse

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Harmoniegasse

Harmoniegasse

Bezirk
9., Alsergrund
Benennung
1865
Benannt nach
Harmonietheater
Länge in Metern
120,21
Gehzeit in Minuten
1,45
Vorherige Bezeichnungen
-


Namensgebung und Geschichte

Die Harmoniegasse entstand im Zuge der baulichen Verdichtung des Alsergrunds in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie verbindet als kurze Seitenstraße die stark befahrene Liechtensteinstraße mit der ruhigeren Wasagasse und liegt damit im Kernbereich des heutigen Servitenviertels. Die Parzellen wurden ab 1864 mit Zinshäusern bebaut, die als zusammenhängendes Ensemble geplant wurden und zu den frühesten realisierten Werken des Architekten Otto Wagner zählen. Alle zehn Miethäuser der nur rund 120 Meter langen Gasse – Harmoniegasse 1 bis 9 und 2 bis 10 – wurden nach einheitlichem Konzept errichtet und zeigen noch deutlich Wagners frühe Phase zwischen auslaufendem Biedermeier und beginnendem Historismus.

Namensgebend war 1865 das an der Ostseite anschließende "Harmonietheater" an der Adresse Wasagasse 33, das zeitgleich 1864/65 errichtet wurde. Das Haus wurde bald zu einem beliebten Vorstadttheater; ab 1872 war es als Danzers Orpheum eine der bekannten Wiener Unterhaltungsspielstätten. Später firmierte das Haus als Neue Wiener Bühne, ehe der Theaterbetrieb 1928 wegen nachlassender Auslastung eingestellt und der Zuschauerraum in Wohnungen umgebaut wurde. [1]

Die Miethäuser der Harmoniegasse, errichtet für den Bauherrn Leopold Blühdorn, sind heute großteils denkmalgeschützt und stehen exemplarisch für die Frühzeit von Otto Wagners Tätigkeit als selbstständiger Architekt. Sie zeigen eine vergleichsweise zurückhaltende Fassadengliederung, regelmäßige Fensterachsen und dekorative Elemente, die den Übergang vom traditionell-historistischen Zinshaus zu einer stärker funktional gedachten Stadtarchitektur markieren

Die Häuser der Straße

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
Von der Innenstadt aus bietet sich die Anreise mit der Straßenbahnlinie D bis zur Station Bauernfeldplatz oder Palais Liechtenstein an; von dort gelangt man in wenigen Minuten zu Fuß über die Liechtensteinstraße und Seitengassen zur Harmoniegasse. Alternativ ist die Gasse von den U-Bahn-Stationen Schottentor (U2) oder Roßauer Lände (U4) aus gut erreichbar.
Harmoniegasse – Überblick
Bezirk / Lage
9., Alsergrund; kurze Verbindungsgasse zwischen Liechtensteinstraße und Wasagasse im Servitenviertel, in unmittelbarer Nähe von Liechtensteinpark und Servitenkirche.
Umgebung
In wenigen Minuten erreicht man zu Fuß den Liechtensteinpark, die Servitenkirche und die Lokale rund um Servitengasse, Porzellangasse und den Donaukanal. Die Gegend ist von Gründerzeitbauten, kleinen Geschäften und Gastronomie mit eher ruhigem, wohnlichem Charakter geprägt.
Charakter der Gasse
Sehr kurze, ruhige Wohnstraße mit geschlossener historischer Bebauung; kaum Durchzugsverkehr, überwiegend Ziel- und Anrainerverkehr. Die Gasse eignet sich gut als Station eines Architekturspaziergangs zu Otto-Wagner-Bauten am Alsergrund.
Hinweise
Keine klassischen Sehenswürdigkeiten im Sinn einzelner Monumente, dafür aber ein nahezu vollständig erhaltenes Ensemble früher Mietshäuser von Otto Wagner und der Blick auf das ehemalige Harmonietheater an der Wasagasse. Empfehlenswert für Besucherinnen und Besucher mit Interesse an Baugeschichte und an den weniger bekannten Seiten des Servitenviertels.


Navigation

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Quellen