Athenäum

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Athenäum



Verein
Gründung 21. Mai 1900
Auflösung 1921
Sitze 8., Auerspergstraße 19-21; später 9., Währinger Straße 13
Profil Verein für wissenschaftliche Lehrkurse für Frauen und Mädchen, Erwachsenenbildung, höhere Frauenbildung
Mitbegründer Ludo Hartmann, Olly Schwarz, Emil Zuckerkandl
Obmann Julius Tandler
Kassierin Olly Schwarz
Mitarbeiterin Marie Menger
Vernetzung Mitgliedsverein des Bund Österreichischer Frauenvereine

Das Athenäum – Verein für die Abhaltung von wissenschaftlichen Lehrkursen für Frauen und Mädchen war eine bedeutende Wiener Bildungseinrichtung für Frauen. Es wurde 1900 gegründet und verstand sich als eine Art Frauenhochschule, die Frauen und Mädchen wissenschaftliche Weiterbildung ermöglichen sollte, ohne dass damit eine formale Studienberechtigung verbunden war.[1]

Geschichte

Das Athenäum wurde am 21. Mai 1900 gegründet. Zu den Mitbegründern gehörten Ludo Hartmann, Olly Schwarz und Emil Zuckerkandl. Der Verein trat an die Stelle des Vereins zur Abhaltung akademischer Vorträge für Damen und sollte dem wachsenden Bedürfnis nach höherer Bildung für Frauen entgegenkommen.[2]

Die Einrichtung entstand in einer Phase, in der Frauen zwar zunehmend nach wissenschaftlicher Bildung verlangten, der reguläre Zugang zum Hochschulstudium aber noch stark eingeschränkt war. Das Athenäum bot daher eine alternative Form der Weiterbildung. Gerade für Absolventinnen von Lyzeen, die keine Matura besaßen, wurde damit ein Zugang zu höherer Bildung geschaffen.[3]

Lehrangebot

Im Athenäum wurden sozialwissenschaftliche, naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Kurse angeboten. Den größten Zulauf hatten geisteswissenschaftliche Lehrveranstaltungen, da sie vor allem bürgerlichen Frauen eine schöngeistige Bildung ermöglichten. Die Kurse wurden von Hochschuldozenten gehalten und fanden entweder in den eigenen Räumlichkeiten des Vereins oder in Wiener Volkshochschulen statt.[4]

Bis 1918 wurden im Athenäum 443 Kurse abgehalten, die insgesamt von 14.463 Besucherinnen besucht wurden. Damit war die Einrichtung eine der wichtigsten Wiener Bildungsinstitutionen für Frauen außerhalb der Universität.[5]

Bedeutung

Das Athenäum spielte eine doppelte Rolle. Einerseits eröffnete es Frauen neue Möglichkeiten wissenschaftlicher Bildung. Andererseits stand es auch in der Kritik, weil es als Ersatzlösung den Druck auf die volle Zulassung von Frauen zum Hochschulstudium mindern konnte. Vor allem Vertreterinnen der radikalen bürgerlichen Frauenbewegung, darunter Auguste Fickert, sahen solche Einrichtungen skeptisch, weil sie befürchteten, dass Frauen dadurch vom regulären Universitätsstudium ferngehalten würden.[6]

Gleichzeitig zeigt die Geschichte des Athenäums, wie stark der Bildungswille von Frauen um 1900 bereits war. Mit zwischen 900 und 1.100 Hörerinnen im ersten Jahrzehnt wurde deutlich, dass wissenschaftliche Weiterbildung für Frauen in Wien kein Randphänomen mehr war.[7]

Vorkommen in CityABC

Für CityABC ist das Athenäum vor allem durch seine Wiener Standorte in der Auerspergstraße und in der Währinger Straße interessant. Darüber hinaus gehört es in die Geschichte der Frauenbildung, der Erwachsenenbildung und der Wissenschaftsvermittlung in Wien. Als Frauenhochschule ohne Studienberechtigung steht das Athenäum zugleich exemplarisch für die Spannungen zwischen Bildungsöffnung und fortbestehender Benachteiligung von Frauen um 1900.[8]

Navigation

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Quellen