Arbeiter-Fischerei-Vereine
| Verband / Vereine | |
|---|---|
| Frühe Vereine | Erster Wiener Arbeiter-Sportfischerverein Winterhafen (1919), Arbeiter-Fischerverein Wels (1921), Fischereiverein Wels (1918), Alte Donau |
| Verbandsgründung | 1921 als Verband deutsch-österreichischer Fischervereine |
| ASKÖ-Anschluss | 1931 |
| Verbot | 1934 |
| Wiederbegründung | 22. Dezember 1945 |
| Entwicklung | 1971: 40 Sektionen und Vereine, über 10.000 Mitglieder, 42 Reviere; 1986: 50 Sektionen und Vereine, rund 13.000 Mitglieder, 69 Eigen- und Pachtreviere |
| Präsidenten | Heinz Nittel (1973–1981), Franz Löschnak (ab 1982) |
Die Arbeiter-Fischerei-Vereine gehören zur Geschichte der Wiener und österreichischen Arbeitersportbewegung. Aus mehreren frühen Wiener Arbeiterfischervereinen entstand 1921 der Verband deutsch-österreichischer Fischervereine, der später als Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine weiterbestand.
Geschichte
Zu den frühen Vereinen gehörten der Erste Wiener Arbeiter-Sportfischerverein Winterhafen, gegründet 1919, der Arbeiter-Fischerverein Wels, gegründet 1921, der Fischereiverein Wels, gegründet 1918, sowie die Gruppe Alte Donau. Diese vier Vereine schlossen sich 1921 zum Verband deutsch-österreichischer Fischervereine zusammen. In der späteren Überlieferung erscheinen sie als Vorläufer der heutigen Sektionen Freudenau, Angern, Heiligenstadt und Alte Donau.
Der Verband war Teil jener breiten Arbeitersportbewegung, die in der Ersten Republik neben Turnen, Fußball oder Radfahren auch weniger offensichtliche Freizeit- und Natursportarten organisierte. Noch im Gründungsjahr mietete der Verband in der 2., Wehlistraße 305, einen Saal für Schulungen, der nach Matthias Eldersch benannt wurde. Ab 1. August 1923 erschien außerdem die Verbandszeitschrift Der Fischer.
1931 schloss sich der Verband mit rund 1.600 Mitgliedern der ASKÖ an und führte nun den Namen Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine (VÖAFV). Im selben Jahr beteiligten sich Arbeiterfischer auch an der von der ASKÖ veranstalteten Arbeiter-Olympiade in Wien, bei der im Wiener Stadion Ziel- und Weitwerfen mit Fischerruten sowie eine Fotoausstellung gezeigt wurden.
Wie andere sozialdemokratische Organisationen wurde auch der Verband 1934 verboten. Sein Vermögen wurde beschlagnahmt. Am 22. Dezember 1945 erfolgte die Wiederbegründung unter Präsident Alois Jansa. Damit konnte die Arbeiterfischerei nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder an ihre ältere Tradition anschließen. [1] [2] [3] [4]
Entwicklung nach 1945
In den Jahrzehnten nach 1945 wuchs der Verband deutlich. 1971 umfasste er 40 Sektionen und Vereine mit mehr als 10.000 Mitgliedern und 42 Eigen- beziehungsweise Pachtrevieren. 1986 waren es bereits 50 Sektionen und Vereine mit rund 13.000 Mitgliedern sowie 69 Eigen- und Pachtrevieren.
In der Nachkriegszeit spielten auch bekannte sozialdemokratische Politiker eine Rolle in der Verbandsführung. Heinz Nittel stand dem Verband von 1973 bis 1981 vor; nach seinem Tod wurde 1982 Franz Löschnak zu seinem Nachfolger gewählt.
Bedeutung
Die Arbeiter-Fischerei-Vereine zeigen, wie weit die Kultur der Arbeitersportbewegung in Wien reichte. Es ging nicht nur um klassische Wettkampfsportarten, sondern auch um Naturerlebnis, Freizeitgestaltung, Gemeinschaft und Schulung. Gerade dadurch ergänzen sie das Bild des Roten Wien und der sozialdemokratischen Vereinswelt um einen oft übersehenen Bereich.
Vorkommen in CityABC
Für CityABC ist das Thema vor allem im Zusammenhang mit der Wiener Arbeitersportbewegung, der ASKÖ und mit Revieren an Donau und Alter Donau interessant. Ein konkreter Wiener Anknüpfungspunkt ist die frühe Schulungsstätte in der Wehlistraße
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