11. Haidequerstraße
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Namensgebung und Geschichte
1884 benannte die Stadt Wien mehrere quer über die Simmeringer Haide verlaufende Verbindungen systematisch als Haidequerstraße mit fortlaufender Nummerierung (1., 2., 3. usw.). Die 11. Haidequerstraße ist eine dieser Querachsen und wird in der Straßennamenliste dem Bezirksteil Kaiserebersdorf zugeordnet. Einige der gleichzeitig benannten Straßen (darunter 3., 4. und 6. Haidequerstraße) wurden inzwischen aus dem offiziellen Verkehrsverzeichnis wieder gelöscht.
Die Benennung bezieht sich nicht auf eine Person, sondern rein auf die Funktion der Straße: Sie quert die Simmeringer Haide zwischen Donaukanal und der Anschlussstelle Simmeringer Haide der Ostautobahn A4 und bildet damit einen Teil des großräumigen Verkehrsbandes im Südosten der Stadt.[1]
Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs befand sich an der Adresse 11. Haidequerstraße 3 laut Wien Geschichte Wiki ein Lager des Heereszeugamts Wien Arsenal für vorwiegend russische und griechische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter; an diese Nutzung erinnert vor Ort heute nichts mehr.[2]
Verlauf und Charakteristik
Die 11. Haidequerstraße verläuft auf der Simmeringer Haide im äußersten Südosten des Bezirks. Sie beginnt beim Knoten mit der Jedletzbergerstraße (B14) im Bereich des Winterhafens / Freudenauer Hafen und führt zunächst als breite, industriestraßenartig ausgebaute Achse durch das Gebiet der Hauptkläranlage und der Abfallbehandlungsanlagen. Weiter östlich wird sie von Pfaffenaugasse und Kapleigasse gequert und erreicht schließlich die Johann-Petrak-Gasse und den Bereich der Anschlussstelle Simmeringer Haide an die A4, wo sie in die Simmeringer Lände übergeht.
Straßenbaurechtlich ist die 11. Haidequerstraße Teil der Landesstraße B228 (Simmeringer Straße) und zugleich ein Abschnitt der B14 (Klosterneuburger Straße), die hier über die Seitenhafenbrücke den Donaukanal quert.[3][4] Entsprechend ist der Verkehr vor allem von Lkw, Betriebsverkehr und Pendler:innen geprägt; Gehwege, Radwege und Querungsmöglichkeiten sind überwiegend auf die Betriebszufahrten und die Anbindung an das Donaukanalradwegsystem beschränkt.
Städtebaulich bildet die 11. Haidequerstraße die Erschließungsachse des sogenannten Umweltzentrums Simmering: Entlang der Straße liegen die Müllverbrennungsanlage Pfaffenau, das Werk Simmeringer Haide der Wien Energie, die Hauptkläranlage Wien und weitere kommunale Infrastruktur- und Entsorgungsbetriebe.[5] Die Umgebung besteht weitgehend aus großmaßstäblichen Betriebsanlagen, Absetz- und Beckenflächen, Bahnanschlüssen sowie Resten der Auenlandschaft Richtung Donaukanal.
Häuser der Straße
- 11. Haidequerstraße 2 – Teil des Areals der Müllverbrennungsanlage Pfaffenau und des Abfalllogistikzentrums Pfaffenau; hier wird ein erheblicher Teil des Wiener Restmülls energetisch verwertet und auf die umgebenden Verbrennungsanlagen verteilt.[6]
- 11. Haidequerstraße 6 – Werk Simmeringer Haide der Wien Energie (Fernwärme Wien); Anlage zur thermischen Behandlung von Klärschlamm und Gewerbeabfällen, mit Einspeisung der erzeugten Energie in das Fernwärmenetz.[7][8]
- 11. Haidequerstraße 7 – Hauptsitz der ebswien kläranlage & tierservice und Standort der Hauptkläranlage Wien, die das gesamte kommunale Abwasser der Stadt zweistufig biologisch reinigt und als modernste Kläranlage Europas gilt.[9][10]
- 11. Haidequerstraße 20 – weitere Betriebs- und Logistikflächen mit Anschluss an die großräumige Verkehrs- und Hafeninfrastruktur der Simmeringer Haide.[11]
Praktische Hinweise
- Erreichbarkeit
- Die 11. Haidequerstraße liegt in einem ausgeprägten Infrastruktur- und Industriegebiet ohne Wohnbebauung. Öffentlich erreicht man den Bereich am einfachsten mit der U3 bis Enkplatz und weiter mit den Autobuslinien 76A oder 76B (Haltestelle 11. Haidequerstraße); zusätzlich verkehren u. a. die Linien 79A, 79B und 92B im Umfeld.[12][13] Die S-Bahn-Linie S80 (Station Kaiserebersdorf Zinnergasse) ermöglicht eine alternative Anreise mit anschließendem Fuß- bzw. Busweg. Für den Kfz-Verkehr ist die Straße als Teil des Zubringers zur A4 (Anschlussstelle Simmeringer Haide) von Bedeutung; Zu- und Abfahrten sind entsprechend auf den Durchzugs- und Betriebsverkehr ausgelegt.
- Besichtigungstipps
- Die 11. Haidequerstraße ist kein klassisches Spaziergebiet; sie dient primär als Erschließung der großen Entsorgungs- und Energieanlagen am südöstlichen Stadtrand. Für interessierte Besucherinnen und Besucher lohnen sich thematische Rundgänge oder Führungen durch die Hauptkläranlage Wien und die Müllverbrennungsanlage Pfaffenau, bei denen Funktionsweise, Umwelttechnik und Energiegewinnung aus Abfall und Abwasser erklärt werden.[14][15] In Kombination mit dem Donaukanalradweg, der Seitenhafenbrücke und dem Blick auf den Winterhafen Freudenau entsteht ein ungewöhnlicher, stark technisch geprägter Stadtraum, der Einblicke in die „unsichtbare“ Infrastruktur hinter der Lebensqualität der Stadt bietet. Besucher:innen sollten sich jedoch strikt an die Beschilderung und Sicherheitsbestimmungen im Betriebsgebiet halten und nur die freigegebenen Wege und Aussichtspunkte nutzen.
→ weiter zu kreuzenden Straßen: Jedletzbergerstraße | Pfaffenaugasse | Kapleigasse | Johann-Petrak-Gasse | Margetinstraße | Seitenhafenbrücke | Simmeringer Lände
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Quellen
- ↑ Simmeringer Straße B228, Abschnitt Straßenverlauf – derzeitige Trasse zwischen 1. und 11. Haidequerstraße; de.wikipedia.org/wiki/Simmeringer_Stra%C3%9Fe.
- ↑ Wien Geschichte Wiki: Eintrag Zwangsarbeiterlager 11. Haidequerstraße 3 – Lager des Heereszeugamts Wien Arsenal.
- ↑ Klosterneuburger Straße B14, Abschnitt zu den in Wien benannten Straßenabschnitten Etrichstraße–Zinnergasse–Margetinstraße–Jedletzbergerstraße–11. Haidequerstraße–Seitenhafenbrücke; de.wikipedia.org/wiki/Klosterneuburger_Stra%C3%9Fe.
- ↑ Seitenhafenbrücke – Beschreibung der Brücke und Hinweis, dass sie die Seitenhafenstraße mit der 11. Haidequerstraße verbindet; de.wikipedia.org/wiki/Seitenhafenbr%C3%BCcke.
- ↑ Hauptkläranlage Wien – Lagebeschreibung auf der Simmeringer Haide und Anbindung an Simmeringer Straße/Haidequerstraßen; de.wikipedia.org/wiki/Hauptkl%C3%A4ranlage_Wien.
- ↑ Stadt Wien: Müllverbrennungsanlage Pfaffenau und Abfalllogistikzentrum Pfaffenau – Standortbeschreibungen im Umweltzentrum Simmering; wien.gv.at.
- ↑ Wien Energie: Infoblatt MA 48 – Hinweis auf Wien Energie GmbH, Werk Simmeringer Haide, Adresse 11.Haidequerstraße 6, 1110 Wien; dokumente.wienenergie.at.
- ↑ Seitenhafenbrücke – Abschnitt zur Erschließung der städtischen Müllverbrennung Pfaffenau, der Entsorgungsbetriebe Simmering und der Hauptkläranlage Wien durch die 11. Haidequerstraße; de.wikipedia.org/wiki/Seitenhafenbr%C3%BCcke.
- ↑ ebswien: Kontaktseite und Firmenprofil – Adresse 11. Haidequerstraße 7, 1110 Wien; ebswien.at.
- ↑ Hauptkläranlage Wien – Kapazität und technische Eckdaten; de.wikipedia.org/wiki/Hauptkl%C3%A4ranlage_Wien.
- ↑ Geo-Explorer: Eintrag 11. Haidequerstraße, 1110 Wien mit Adressen 2, 6, 7 und 20; geo-explorer.at.
- ↑ ebswien: Kontakt – Anreiseempfehlung U3 Enkplatz, weiter mit 76A/76B zur Station 11.Haidequerstraße; ebswien.at/kontakt.
- ↑ Moovit: Haltestelle 11. Haidequerstraße in Simmering – Übersicht der Buslinien 76A, 76B, 77A, 79A, 79B, 92B und der Erreichbarkeit der Umgebung; moovitapp.com.
- ↑ ebswien: Informationen zur Hauptkläranlage Wien und angebotenen Führungen; ebswien.at.
- ↑ Stadt Wien: Umweltzentrum Simmering / Müllverbrennungsanlage Pfaffenau – Angebote und Führungen; wien.gv.at.