Kärntner Straße 49

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Grund-Information
Kärtner Str 49.jpg

Walfischgasse 1

Aliasadressen =Walfischgasse 1, =Kärntner Straße 49
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1018, 1019 | vor 1821: 1080, 1081 | vor 1795: 1052, 1053
Baujahr 1886
Architekt Ludwig Tischler


Das Fenstergucker-Haus - Architektur und Geschichte

Das Haus zur Zeit des Café Scheidl

Das Haus wurde 1886 von Ludwig Tischler erbaut. Es trägt heute noch den Namen "Fenstergucker-Haus" - nach einem Fenstergucker, der an der Fassade angebracht war. Etwa in diesem Bereich stand auch das alte Kärntnertor.

Vorgängerhäuser

Im 15. Jahrhundert (1450-1517) war das Areal in Besitz des Stifts Altenburg. Im 16. Jahrhundert fanden sich hier drei kleine Häuser die immer wieder zusammengelegt und wieder getrennt wurden.

1757 wohnte in dem Haus der Komponist Christoph Willibald (* 2. Juli 1714 in Erasbach bei Berching, † 15. November 1787 in Wien).

1761 gelangten die Häuser in Besitz von Oberst Rocco Freiherr de lo Presti, der bis 1751 Leiter der Opernaufführungen im Kärntnertortheater war.

1808 kaufte der Großhändler Friedrich Edelmann von Schwab das Haus, die Wiener gaben ab da dem Haus den Namen "Schwabenburg". 1823 wohnte in dieser Schwabenburg der Komponist Carl Maria von Weber, er bereitete hier die Aufführung seiner Oper "Euryanthe" vor.

Der Fenstergucker[1]

1886 wurde das Haus abgerissen und durch zwei Neubauten (Walfischgasse 1 und 3) ersetzt. An der Fassadenecke des ersten Stocks war damals der Fenstergucker angebracht, der Namensgeber war.

Bei diesem Fenstergucker handelte es sich um eine Nachbildung der Statue, die am Kärntnertor angebracht gewesen war. Das Original, das in der Bogennische des Tors eingebaut war, war ein Werk aus dem 16. Jahrhundert und stellte den Baumeister des Tors, Bonifaz Wolmuet, dar. Es befindet sich heute im Wien Museum.

Das Café Fenstergucker

Gruß aus dem Café zum Festerngucker

1835 war hier das Kaffeehaus "Kaiser von Österreich" des Jakob Goldbach, er hatte es von der Naglergasse hier her verlegt. Das Café war für seine kostbare Einrichtung bekannt, die Räume waren künstlerisch ausgemalt, es gab ein Spielzimmer und einen Billardtisch. Ab 1840 war die besondere Attraktion eine Spieluhr, ein Werk von Johann Nepomuk Mälzel. 1843 übernahm Johann Baptist Corti das Kaffeehaus.

Nachdem das Haus abgerissen wurde, eröffnete 1886 der Cafétier Scheidl das Kaffeehaus "Fenstergucker". 1911 führte Leopold Steger das Café. Kurz wich es (1920 bis 1932) einem Bankhaus, bis es schließlich nochmals eröffnet wurde - Betreiber war damals die Familie Schöner.

1945 wurde das Café durch Bomben zerstört. In das renovierte Geschäftslokal zog ein Herrenkonfektionsgeschäft (ebenfalls mit dem Namen "Fenstergucker"), danach war hier eine Niederlassung der Air France, einige Zeit war hier ein "Starbucks" zu finden. Seit 2018 ist hier der Flagshipstore von "Zara Home. [2]

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Kinderarztes Ludwig Wilhelm Mauthner von Mauthstein

Ludwig Wilhelm Mauthner (ab 1849 "Ritter von Mauthstein", * 14. Oktober 1806 Raab, † 8. April 1858, ebenhier) arbeitete noch während dem Medizinstudium (ab 1823) als feldärztlicher Zögling an der k. k. medizinisch-chirurgischen Militärakademie und trat als Armeearzt dem Militär bei. In dieser Zeit erwarb er sich große Verdienste bei der Bekämpfung der Cholera und Typhus. Nach 10 Jahren entschied er, als Volksarzt tätig zu sein und quittierte den Dienst. 1839 wechselte er das Fach als Pädiater und eröffnete an seiner damaligen Wohnadresse in der Kaiserstraße 49 das erste 12 Betten-Spital für Kinder. Als das Haus abgerissen wurde, stellte man dafür ein neues Grundstück zur Verfügung: Kinderspitalgasse 6, das heutige St. Anna-Kinderspital.

Nach ihm ist die Mauthnergasse im 9. Bezirk benannt, sein Denkmal (Mauthnerdenkmal) steht im Arkadenhof der Universität.

Wohnhaus des Komponisten Carl Michael von Weber

1822/23 wohnte in dem Haus der Komponist Carl Maria von Weber (* 18. November 1786 Eutin, † 5. Juni 1826 London). Der Komponist war nach Wien gekommen, weil er den Auftrag für die Komposition einer neuen Oper erhalten hatte. Sein Freischütz war hier derart erfolgreich gewesen, dass die Direktion des Kärntnertortheaters nach einer neuen Komposition verlangte. Tatsächlich komponierte er hier die Oper "Euryanthe", die jedoch weitaus nicht so umjubelt war. 1823 übersiedelte Weber in die Seilerstätte 18-20.



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© Christiana Mazakarini

Quellen