Franziskanerplatz 1

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Grund-Information
Franziskanerplatz 1.jpg

Franziskanerplatz 1, Orellisches Stiftungshaus, „Zur blauen Lilie“

Aliasadressen =Franziskanerplatz 1, =Weihburggasse 17
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 911 | vor 1821: 967 | vor 1795: 943
Baujahr 1698
Architekt unbekannt


Orellisches Stiftungshaus, „Zur blauen Lilie“ - Architektur und Geschichte

Das barocke Haus wurde für Peter Baron von Orelli 1698 erbaut. Sehenswert ist vor allem der Innenhof, er ist mit einer frühhistorischen kassettierten Hofeindeckung versehen. Hier steht auch der barocke Rebekka-Brunnen von Anton Rammelmayer (1846). Der zweite Innenhof ist mit Pawlatschen umgeben. [1] Ein Foto aus dem Jahr 1906 ist unter folgendem Link zu finden: http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=1882964

Einsturzgefahr

Das Haus unterlag einige Zeit einem Betretungsverbot: Es hatten sich am Haus Setzungsrisse gebildet, die durch die Überlastung eines Pfeilers ausgelöst worden waren. Das gesamte Haus wurde 2010 geräumt, da befürchtet wurde, dass die Statik nicht mehr ausreichen würde und auch die Gas- und Wasserleitungen gefährdet wären. Da die zufahrenden LKW, die die Baustelle versorgten, zu starke Erschütterungen im Fundament auslösten, musste sogar die Weihburggasse gesperrt werden. Mittlerweile wurde das Haus saniert, und ist wieder benutzbar. In der Dachterrassen-Wohnung wohnt nun die Opernsängerin Anna Netrebko. [2] Gerüchten zufolge könnte auch Andre Heller hier wohnen oder arbeiten. [3]

Berühmte Bewohner

Wohnhaus von Egon Caesar Conte Corti

Eine Gedenktafel erinnert an Egon Caesar Conte Corti (1886 - 1953):

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Egon Cäsar Conte Corti GT Franziskanerplatz,Wien.jpg Conte Corti, Egon Caesar Der Historiker und Schriftsteller

Egon Cäsar Conte Corti
wohnte in diesem Hause von 1933 bis 1953.
Gewidmet vom Schutzverband
der österreichischen Schriftsteller
im Verband der geistig schaffenden Österreichs

Der Schriftsteller Corti schrieb historisch präzise Romane, wie „Das Haus Rothschild“ (1927/28) oder „Die Kaiserin“ (gemeint ist Maria Theresia, 1940) und „Der edle Ritter“ [Prinz Eugen] (1941). Conti wohnte 20 Jahre lang am Franziskanerplatz.

Corti war Mitglied der NS-Tarnorganisation „Deutsch-sozialer Volksbund“ und hatte um Mitgliedschaft bei der NSDAP angesucht, seine Aufnahme wurde jedoch abgelehnt, da er mit einer jüdischen Frau verheiratet war. Nach ihm ist die Cortigasse in Eßling (22. Bezirk) benannt, die aufgrund dieser Vergangenheit als „Straßenname mit Diskussionsbedarf“ geführt wird.

Kurzfristige Bleibe von Nikolaus Lenau

1841 wohnte hier kurz auch Nikolaus Lenau, gesamt hatte er 18 Adressen in Wien gehabt.

Wohn- und Sterbehaus Leopold Kompert

Ein weiterer Bewohner des Hauses war der Schriftsteller Leopold Kompert (15.5.1822-23.11.1866). Kompert schrieb vor allem über das Leben im jüdischen Getto (Großmeister der Gettonovelle), und war Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Von 1873-1881 war er auch Gemeinderat.

Nach ihm ist die Kompertgasse im 22. Bezirk (Eßling) benannt.

Wohn- und Sterbehaus von Peter Nobile

Auch der aus Triest stammende Architekt Pietro Nobile (11.10.1774-7.11.1854) wohnte in diesem Haus. Ab 1819 war er in Wien Direktor der Abteilung für Architektur an der Akademie der bildenden Künste. Er vollendete den Bau des Äußeren Burgtores, und entwarf im Volksgarten den Theseustempel und das Cortische Kaffeehaus. Auch der Kupfersarg von Franz I. in der Kapuzinergruft (1824) wurde von ihm entworfen.

Nach ihm ist die Nobilegasse im 14. Bezirk benannt.

Wohnhaus der blinden Pianistin Maria Theresia Paradis

Kurze Zeit, nämlich 1793/94 wohnte hier auch die Pianistin und Mozartschülerin Maria Theresia Paradis (15. Mai 1759 Wien, † 1. Februar 1824).

Vorgängerhäuser

Im 14. Jahrhundert standen hier noch zwei Häuser, eines davon war in Besitz einer Messstiftung. 1658 stand es in Besitz des Arztes Paul Sorbait, er starb hier 1691. Das zweite Haus gehörte 1463 dem Dombaumeister von St. Stephan, dem Steinmetz Laurenz Spenyng. Als er starb, vererbte er das Haus seinem Schwiegersohn, der ebenfalls Dombaumeister von St. Stephan war (Simon Achleitner). [4]

Lokale

Restaurant Pöschl, ehem. Immervoll

Das Gatshaus Pöschl

Seit dem Jahr 2000 betreibt Hanno Pöschl, der Besitzer des Kleinen Cafés, hier mit seiner Ehefrau Andrea Karrer-Pöschl das Restaurant Pöschl. [5]

Unternehmen

außergewöhnliche Bekleidung

Wer skurrile Anzüge sucht, ist hier richtig, denn kaum ein Geschäft der Innenstadt bietet Buntes für Herren, wie diese Boutique. Einmal vorbeisehen lohnt sich allemal.



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Quellen