Franziskanerplatz

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Franziskanerplatz

Wien 01 Franziskanerplatz a.jpg

Benennung 1611
Benannt nach Franziskanerkirche
Straßenlänge 134,81 Meter (Umrundung)[1]
Gehzeit 1,62 Minuten
Vorherige Bezeichnungen -


Namensgebung und Geschichte

Franziskanerplatz

Der Franziskanerplatz gehört zu den "jüngeren" Plätzen in Wien, seine Schaffung erfolgte aus dem einfachen Grund, dass die herrschaftlichen Kutschen der Kirchgänger der 1611 fertiggestellten – und stark frequentierten - Kirche weder abbiegen noch umkehren konnten. Es wurde mehr Platz zum Ranchieren benötigt, und so wurde das Haus Ecke Weihburggasse abgerissen, das nun freie Areal bildete den Franziskanerplatz.

Die Kirche weist einen ungewöhnlichen Stilmix auf: die Fassade ist aus der Renaissance, die Strebepfeiler und das Gewölbe sind gotisch, der Innenraum in üppigem Barock.

Die Mitte des Platzes wird durch den Mosesbrunnen dominiert, der erst 1798 aufgestellt wurde.

Mosesbrunnen

Der Mosesbrunnen

Geschaffen wurde der klassizistische Brunnen von Johann Martin Fischer. Auf einem Sockel im großen Wasserbecken steht die Statue des Moses, eine Löwenmaske auf dem Sockel speit das Wasser. Ebenfalls auf dem Sockel ist ein Relief zu sehen, das trinkende Israeliten darstellt. Der Brunnen hieß daher auch „Moses, aus dem Felsen Wasser schlingend, an dem sich die Juden laben“.

Die Brunnenschale ist aus dem frühen 17. Jahrhundert, sie stand ursprünglich im Haus Franziskanerplatz 6 (Zum grünen Löwen). Die Figur war einst aus Blei und wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Bronze gegossen.

Anfang des 19. Jahrhunderts stand vor dem Brunnen ein Schilderhäuschen (ein Unterstand für militärische Wachposten), das von vier Öllaternen umgeben war. Diese waren an hohen schwarzgelb gestrichenen Holzpfosten verankert.

Moses und der Übersetzungsfehler

Die Sage Das Horn des Moses
Moseshorn.jpg
Moses wird in der darstellenden Kunst oft mit Hörnern dargestellt. Bei dieser Brunnenfigur ist dies eher nur angedeutet, in anderen Kunstwerken trägt er ausgeprägte Ochsenhörner. Der Grund dafür liegt in einer falschen Bibelübersetzung: Im 7. Jahrhundert n. Chr. hieß es "Moses kam herunter den Berg Sinai, mit den Gesetzestafeln in der Hand, eine Corona (Heiligenschein) um sein Haupt".

Ein Mönch machte einen Abschreibfehler, und ab nun hieß es: "Moses kam herunter den Berg Sinai...mit einem Corno (Horn) auf seinem Haupt".

Moses und das Strafausmaß

Relief der trinkenden Israeliten

Bei einem Vergehen oder Verbrechen bestimmte u.a. das Alter des Angeklagten die Höhe des Strafausmaßes. Kinder bis 7 Jahre waren strafunmündig, danach unterzog man sie der Prüfung der Kindesreife: man legte ihnen einen Apfel und eine Münze vor.

Wonach das Kind griff, entschied über sein Strafausmaß. Das Vorbild für dieses Rechtsurteil gibt eine Geschichte aus der Bibel: Moses greift nach der Krone des Pharao. Soll er bestraft werden? Man stellt ihn auf die Probe: Es werden ihm glühende Kohlen vorgehalten, und auch danach greift er, steckt sie sogar in seinen Mund und verbrennt sich dabei.

Fazit: er wird nicht bestraft, er ist noch ein unschuldiges Kind.

Häuser des Platzes

  • Franziskanerplatz 1, Orellisches Stiftungshaus, „Zur blauen Lilie“, die Einsturzgefahr, Wohnhaus von Egon Caesar Conte Corti, kurzfristige Bleibe von Nikolaus Lenau, Wohn- und Sterbehaus Leopold Kompert und Peter Nobile, Wohnhaus der blinden Pianistin Maria Theresia Paradis, Restaurant Pöschl, ehem. Immervoll
  • Franziskanerplatz 2, der Alte Domprobsthof, Melchior Khlesls Portal, Wohnhaus der Domkapellmeister Johann Georg Albrechtsberger und Joseph Preindl, Wohnhaus des Nikolaus Lenau, des Schnitzers Wilhelm Rollinger und des Weihbischofs Anton Marxer
  • Franziskanerplatz 3, Wohn- und Sterbehaus von Ignaz de Luca, das Kleine Café
  • Franziskanerplatz 4, Das Büssnerinnenkloster St. Hieronymus, die Geschichte der freizügigen Oberin Juliane Kleeberger, die Franziskaner, mittelalterlicher Hausbesitzer Peter Suchenwirt, Wohnhaus des Arztes und Mathematikers Georg Tannstetter, Sitz des Hagenbundes und der Staatsdruckerei, die Weinkellerei Grams, Blumen Prassl und die Pestleichen
  • Franziskanerplatz 4K, Die Franziskanerkirche
  • Franziskanerplatz 5, Wohnhaus des Modearztes Tichtl und des Theologen Johann Emanuel Veith
  • Franziskanerplatz 6, Zum goldenen Löwen, Kunst von Leherb, Hausbesitz Curd Jürgens



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at