Bauernmarkt 9

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Grund-Information
Wildpretmarkt 6.jpg

Bauernmarkt 9

Aliasadressen =Bauernmarkt 9, =Wildpretmarkt 6
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 580 | vor 1821: 619 | vor 1795: 560
Baujahr 1953
Architekt Rudolf Sorgo


Das Gebäude - Architektur und Geschichte

Das Haus wurde in der Nachkriegszeit (1953) neu (von Rudolf Sorgo) errichtet, da es im zweiten Weltkrieg vollkommen ausgebrannt war, den am 8.4.1945 ein Bombentreffer verursacht hatte.

Hier ist auch die „Sammlung Lenikus“ untergebracht, die Lenikus-Gruppe stellt jungen Künstlern unentgeltlich Räume zur Verfügung, um ihre Werke zu präsentieren.

Vorgängerhäuser

Judenstern.jpg
Jüdisches Wien
Das Vorgängerhaus 580 hieß „Zum weißen Lamm“ und wurde erstmals 1438 erwähnt. Später wurde es nach seinem Besitzer Grünersches Haus genannt und wurde zum „Judenhaus“ deklariert. Die Unruhen in Wien rissen seit dem Streit beim Oppenheimer Haus nicht ab, der Antisemitismus wuchs immer schneller, sodass der Kaiser am 28.12.1723 entschied, dass zwischen Juden und Christen ein Abstand eingehalten werden müsse. Er verbot daher die räumliche Nähe der beiden Religionsanhänger und verbannte Juden aus Christenhäusern, sie durften nur mehr in Judenhäusern zu wohnen.

Im Jahr 1900 wurde das Haus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. diesen kaufte 1920 die Firma „Adolf & B. Hofbauer“. Durch einen Brandbombenanschlag im April 1945 brannte das Haus vollkommen aus und erforderte einen weiteren Neubau.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Botanikers August Neilreich

Im 19. Jahrhundert gehörte das Haus der Familie Neilreich, auch der Botaniker August Neilreich wohnte und starb hier. Sein Vater war ein Großhandelsgesellschafter und Inhaber der Firma Kurzbeck und Co, da er deren Erbin Josefa Edle von Kurzbeck geheiratet hatte. Ihr gehörte auch das Schloss Liesing, in dem lange Zeit das Pflegeheim Liesing untergebracht war.

August Neilreich hatte eigentlich Jus studiert und hatte eine Karriere bis zum Oberlandesgerichtsrat absolviert, als er an einer schweren Tuberkulose erkrankte. Er wurde pensioniert, und hatte nun endlich Zeit, sich seinem wahren Interesse zu widmen, der Pflanzenkunde. Von ihm erschienen mehrere Bücher, wie „Flora von Wien“ (1846) und „Flora von Niederösterreich“ (1858).

Sonstige Bewohner

  • Thomas Wieser, aus dem bürgerlichen Handelsstande (Stadt 580) [1]



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Quellen

  1. Franz Haller: Adressenbuch des bürgerlichen Handelsstandes in der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien für das Jahr 1832, Eigenverlag, 1833, Wien, S. 2