Bäckerstraße 1

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Grund-Information
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Regensburger Hof

Aliasadressen =Bäckerstraße 1, =Lugeck 4, =Sonnenfelsgasse 2
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 751 | vor 1821: 797 | vor 1795: 784
Baujahr 1896
Architekt Franz von Neumann


Das Haus, Regensburger Hof - Architektur und Geschichte

Der Regensburger Hof 1880[1]

Der ehemals hier stehende Regensburger Hof (der bereits 1410 als Sitz der süddeutschen Kaufleute und deren Lagerhaus erwähnt wird) wurde 1897 abgerissen und durch einen späthistorischen Bau von Franz von Neumann ersetzt.

Vorgängerbauten

Bis 1398 gehörte der Hof dem Patrizier Hans von Tirna, der Bau hatte damals zwei Ecktürme, unter den Erkern waren zwei Steinbüsten (ein Mann und eine Frau), und an der Fassade ein Wandbild der Stadt Regensburg zu sehen. Darunter stand:

„Mich Regensburger Hof bewahr' allezeit
Die allerheiligste Dreifaltigkeit".

1410 befand sich vor dem Gebäude ein Ziehbrunnen für die Fleischhauerstände.

Im 15. Jahrhundert war Niklas Teschler (1453 und 1456/1457 Bürgermeister von Wien) der Besitzer des Hofs, der für seine rauschenden Feste berühmt wurde: Er veranstaltete für König Sigismund vier Festmahle und gab 1470 ein Fest für Kaiser Friedrich III. und den ungarische König Matthias Corvinus; die Gedenktafel erinnert daran. Als Corvinus 1485 Wien belagerte, war es Teschler, der dem Ungarn die Kapitulationspapiere überbrachte.

In einer Fassadennische steht eine lebensgroße Statue von Friedrich III., das Werk ist von Theodor Friedl.

1683 war in den ebenerdigen Räumen des Hofs das Munitionsdepot untergebracht. 1685 kaufte Franz Cischini das Gebäude; er überwachte die Ausführung des Neubaus der Peterskirche.

Wohnhaus Eva König

1775 wohnte Eva König, die Ehefrau Lessings hier, sie starb bei der Geburt ihres Kindes im Jahr 1778.

Warenhaus Orendi

1896 wurde der Hof abgerissen, an seiner Stelle entstand hier das Warenhaus Orendi, ein Teppichhaus („Genersich & Orendi). Der Architekt war Franz Neumann, der versuchte, die historischen Formen des Regensburger Hofs einzubeziehen. Die Fassade wurde, im Gegensatz zum ursprünglichen Haus, zurückversetzt, sie sollte ein rahmender Hintergrund für das schon hier stehende Denkmal sein. Damit verringerte sich die verbaute Grundfläche deutlich von 1.262 qm auf 731.

1910 kaufte der Stoffhändler Artur Kary das Haus und richtete repräsentative Geschäftsräume für seine Samt- und Seidenstoffe ein. Am 20.9.1940 hatte die Deutsche Reichspost (Deutsches Reich) einen minimalen Betrag für den Kauf des Hauses bezahlt, 1948 wurde ein Rückstellungsverfahren eingeleitet.

An dem Haus ist immer noch das oben erwähnte Standbild von Friedrich III. mit einer Gedenktafel darunter zu sehen, vom alten Haus wurden auch die zwei Kragsteine übernommen und eingemauert: die männliche und die weibliche Halbfigur. Im Giebelfeld ist das Erbauungsjahr angebracht.

Die hier angebrachte Gedenktafel, die auf ein Versatzamt hinweist, ist nicht korrekt.

Vor dem Haus steht das Gutenbergdenkmal.

Kaffeehaus Adami

Am 1830 war hier der Sitz des Kaffeehauses Adami, das vor allem von Billardspielern und Künstlern gerne besucht wurde. Dominik Adami hatte sein erstes Lokal drei Jahre zuvor am Rabensteig 4 eröffnet, und war hierher übersiedelt.



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Quellen

  1. Moritz Bermann, Alt- und Neu-Wien. Geschichte der Kaiserstadt und ihrer Umgebungen, 1880