Annagasse 20

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Grund-Information
Annagasse Haus der Musik.jpg

Haus der Musik (in Google Maps betrachten)

Aliasadressen =Annagasse 20, =Seilerstätte 30, =Krugerstraße 19
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 995 | vor 1821: 1057 | vor 1795: 1015
Baujahr 1700 / Umbau: 1870
Architekt unbekannt / Josef Stauffer


Haus der Musik, ehem. Palais Erzherzog Carl Ypsilanti - Architektur und Geschichte

Auf dem Areal standen im 15. Jahrhundert drei Häuser, die mehrmals umgebaut wurden. 1567 war ein kaiserliches Gießhaus hier, 1603 schenkte Kaiser Rudolf II das Haus dem Hofkriegssekretär Heinrich Nickhardt. Zwischen 1707 und 1788 war es Sitz des Versatzamtes (heute Dorotheum), bis 1721 des Fragamtes, die Fassade ist von 1720.

1788 übersiedelte das Versatzamt in das aufgelassene Dorotheerkloster (Dorotheum).

1805 kaufte Erzherzog Carl das Gebäude und gestaltete es zu einem Palais um. Seine Ehefrau, Henriette Alexandrine von Nassau-Weilburg stellte hier 1816 den ersten Weihnachtsbaum Wiens auf.

Die Legende des erstes Weihnachtsbaums Wiens Relevante Orte: Annagasse 20
Weihnachtsbaum wien.jpg
Henriette war eigentlich gebürtige Bayreutherin – und vermisste in Wien die Traditionen von daheim. Also beschloss sie, im Jahr 1816 ihrem Mann eine besondere Überraschung zu machen: sie organisierte den ersten Weihnachtsbaum in Wien. Sie schmückte ihn üppig mit Äpfeln, Zuckerwerk und Kerzen.

Kaiser Franz I. war zum Fest ebenfalls geladen, und war von der Idee des Baums begeistert. Bereits im Jahr darauf ließ der Kaiser in der Hofburg so einen prächtig geschmückten Baum aufstellen, und in Windeseile verbreitete sich die neue Mode innerhalb Wiens, so wie alles, was dem Kaiser gefiel.

Henriette starb mit 32 an Scharlach. Obwohl sie Protestantin war, wurde sie in der Gruft der Kapuzinerkirche begraben, Franz I. begründete seine Entscheidung mit den Worten: „Wenn sie als Lebende unter uns geweilt hat, so soll sie es auch als Tote.“

Im Hof der protestantischen Kirche in der Dorotheergasse 16 findet übrigens immer noch jährlich der vorweihnachtliche „Henriettenmarkt“ statt, den kaum ein Wiener kennt.

Von Otto Nicolai bis heute

1842 zog in das Haus Otto Nicolai ein – er war der erste Kapellmeister an der Hofoper und komponierte hier, unter anderem, die Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“. Aus dem Zyklus der Orchesterkonzerte entstanden die Philharmonischen Konzerte, womit Nicolai als Gründer der Wiener Philharmoniker gilt. Der erste Stock des "Hauses der Musik" ist übrigens deswegen den Philharmonikern gewidmet.

Die Besonderheit an dem Haus ist der vierstöckige Keller mit vielen stichkappentonnengewölbten Pfeilerhallen. Das Korbbogenportal hat noch das originale Türblatt mit Beschlägen.

Die Galerie Nebehay wurde 1972 von Herbert Thurner und Friedrich Euler gestaltet.

1958 wurde das Palais in ein Kulturzentrum und Studentenheim adaptiert (von Josef Krawina, für den Caritasverband der Erzdiözese Wien), kurz war auch die Jugoslawische Gesandtschaft hier einquartiert. Erst 2000 wurde das Haus zu einem Museum, es ist das Haus der Musik und das Museum der Wiener Philharmoniker.

Gedenktafel Otto Nicolai

An der Seite der Seilerstätte, in Höhe des ersten Stockwerks, ist die Gedenktafel an Otto Nicolai angebracht:

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Nicolai GT.jpg Nikolai, Otto Otto Nikolai

1810 - 1849
Begründer der Wiener
Philharmonischen Konzerte
1842
R. Bachmann

Das Haus der Musik, Klangmuseum

Virtostage

Auf 5.000 qm wird der Besucher hier in die Welt der Klänge und der Musik eingeführt.

Der Innenhof ist glasüberdacht, hier finden ganzjährig Veranstaltungen statt. Direkt neben der Kassa ist im Treppenhaus ein Kunstobjekt aus Italien zu sehen, die „Tanzenden Vasen. Sie symbolisieren, dass Klänge der Ursprung jeder Kultur sind, gleichzeitig aber auch ein innovativer technischer Teil beinhaltet ist.

Der erste Stock ist den Wiener Philharmonikern gewidmet, der Dirigent Otto Nicolai hatte ja hier seine Wohnung, im Konzertsaal sind Ausschnitte aus dem Neujahrskonzert und dem Sommernachtskonzert zu hören. Mit einem Walzerwürfelspiel kann man seinen eigenen Walzer komponieren (es stehen 1.679.616 Möglichkeiten zur Verfügung).

Der zweite Stock ermöglicht den Besuchern, mit Tönen und Klängen zu experimentieren und unterschiedliche Wahrnehmungen zu testen.

Der dritte Stock ist den großen Meistern gewidmet: man kann hier Komponisten, ihre persönlichen Gegenstände und Instrumente kennenlernen. Eigene Räume wurden jeweils für Joseph Haydn, Wolfgang A. Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johann Strauß Sohn, Gustav Mahler, Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton Webern eingerichtet. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, virtuell ein Orchester zu dirigieren, und mittels Taktstock unterschiedliche Reaktionen der Musiker hervorzurufen.

Der vierte Stock schließlich beherbergt die virto/stage, eine virtuelle Bühne. Der Besucher kann selbst zum Regisseur werden, es soll eine individuelle Oper entstehen.

Musikmeile

Stern 56

Vor dem Haus Annagasse 20 befindet sich der Stern von Otto Nicolai (Musikmeile 56)

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus Simon Sechter

Simon Sechter (* 11. Oktober 1788 Friedberg, Böhmen, † 10. September 1867, ebenhier) war Hoforganist, Komponist und Musikpädagoge am Konservatorium. Er unterrichtete Franz Schubert und Anton Bruckner, komponierte Kirchenmusik und galt als Fugenimprovisator.




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