Seilerstätte

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Seilerstätte

Wien 01 Seilerstätte a.jpg

Benennung 1821 (Erstnennung: 1558)
Benannt nach ansässigen Seilern
Straßenlänge 447,83 Meter [1]
Gehzeit 5,4 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Seilerstatt, Auf der Seil, Seilerspinnstatt


Namensgebung und Geschichte

1701 findet sich noch der Name Seilerstatt, ab 1821 gilt die einheitliche Bezeichnung Seilerstätte.

Im Spätmittelalter findet sich für diesen Straßenverlauf entlang der damaligen Ringmauer, an deren Stelle sich heute die Seite mit ungerader Nummerierung findet, schon der Name "Auf der Seil", später "Seilerspinnstatt". Der Name weist bereits darauf hin: Hier waren schon früh die Seiler angesiedelt und verkauften ihre Waren. Bis 1683 hatten die Teilabschnitte der Seilerstätte die unterschiedlichsten Bezeichnungen, immer nach den Gassen, aus denen man in die Seilerstätte kam: "Untere" Pippingerstraße, "Hinterm" rauhen Stein, "Unter" der Weihenburgh.

1558 wurde ein Teil der Stadtummauerung umgebaut, durch die Begradigung entstand ein neuer Bereich, etwa dort, wo heute die Häuser Seilerstäte 7, 9, 11 und 13 stehen. Auf dieses Areal wollte man gleich ein kaiserliches Zeughaus bauen. Das Vorhaben konnte jedoch lang wegen finanzieller Probleme nicht umgesetzt werden, 30 Jahre später erst gelang es. Nach der zweiten Türkenbelagerung sammelte man die Seiler hier, sie stellten nun Taue für die Kriegsschiffe her, die auf der Drau, der Save und der Donau fuhren.

Marktleben

Mitte des 18. Jahrhunderts entstand hier ein Markt zum Verkauf von Obst, Gemüse, Butter und Geflügel. Realis beschreibt 1841 bildlich, wie der Eier- und Hühnermarkt auf ihn gewirkt hat: Ein "nase- und ohrenbeileidigende" Umfeld voller Federviehgewimmel in tausendstimmigem Gackern. Er erwähnt auch den Verbrauch der Wiener mit 24 Millionen Eiern pro Jahr und 450.000 jungen Hühnern, die in Kochtöpfen landen - und von Hühnerhändlerinnen und Eierweibern verkauft werden. [2]

Als die Zedlitzgasse ihre Markthalle eröffnete, siedelte der Verkauf dorthin, der Markt verschwand.

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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at
  2. A. Realis: Curiositaten und Memorabilien-Lexicon von Wien, Anton Köhler Verlag, Wien, 1846. S. 115 ff.