Verein katholischer Lehrerinnen Österreichs
| Verein | |
|---|---|
| Gründung | 1867 |
| Auflösung | 1938 |
| Sitz | 1., Grünangergasse 10; nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1976: 11., Hugogasse 11 |
| Tätigkeitsfeld | Interessenvertretung katholischer Lehrerinnen, Fortbildung, Publikationen, Stellenvermittlung, Erholungsheim |
| Namensformen | Erster Verein katholischer Lehrerinnen, Katholischer Lehrerinnen-Verein, I. Verein katholischer Lehrerinnen und Erzieherinnen in Österreich, Verein katholischer Lehrerinnen und Erzieherinnen Deutschösterreichs, I. Verein katholischer Lehrerinnen für Österreich |
| Bedeutende Funktionärinnen | Anna Folwarczny, Karoline von Ambros, Marie Tomicek, Emma Kapral, Amalie Eder |
Der Verein katholischer Lehrerinnen Österreichs war eine Wiener Interessenvertretung katholischer Lehrerinnen. Er wurde 1867 gegründet und bestand in seiner historischen Form bis 1938. Sein Sitz befand sich in Wien 1, Grünangergasse 10; nach dem Zweiten Weltkrieg bestand der Lehrerinnenverein noch bis 1976 weiter und war zuletzt in Wien 11, Hugogasse 11 ansässig.[1]
Geschichte
Der Verein entstand in einer Zeit, in der sich Frauenberufe und insbesondere der weibliche Lehrberuf stärker ausdifferenzierten. Seine Aufgabe war die Interessenvertretung weiblicher Lehrkräfte im katholischen Milieu. Im Lauf seiner Geschichte trat der Verein unter mehreren Namen auf, darunter I. Verein katholischer Lehrerinnen und Erzieherinnen in Österreich sowie später I. Verein katholischer Lehrerinnen für Österreich.[2]
1893 wurde innerhalb des Vereins eine Aufteilung in eine Lehrerinnen- und eine Erzieherinnensektion vorgenommen. Diese innere Gliederung wurde 1907 wieder aufgehoben. 1927 erfolgte schließlich die endgültige Ausgliederung des Ersten Vereins katholischer Erzieherinnen, womit sich das Profil des Lehrerinnenvereins noch deutlicher auf den Beruf der Lehrerin konzentrierte.[3]
Der Verein wurde 1938 aufgelöst. Zugleich ist überliefert, dass der Lehrerinnenverein nach dem Zweiten Weltkrieg weiterbestand und erst 1976 endete. Damit reicht seine Geschichte in veränderter Form weit über das Ende der Ersten Republik hinaus.[4]
Tätigkeit und Profil
Die Tätigkeit des Vereins ging über eine bloße Standesvertretung hinaus. Er gab Bücher und Schriften heraus, veranstaltete Fortbildungen, betrieb zeitweise eine Stellenvermittlung und führte auch ein Erholungsheim. Damit verband der Verein berufliche, soziale und weltanschauliche Funktionen miteinander.[5]
Zum publizistischen Umfeld des Vereins gehörten mehrere Zeitschriften und Vereinsdruckschriften. Dazu zählen das Organ Monika aus den Jahren 1871 bis 1876, die Zeitschrift Die katholische Lehrerin aus den Jahren 1926 bis 1937 sowie Rechenschaftsberichte des Vereins. In der Zwischenkriegszeit war der Verein zudem mit der Zeitung Frau und Volk verbunden.[6][7][8]
Bedeutende Funktionärinnen
Zu den prägenden Funktionärinnen des Vereins zählten Anna Folwarczny, Karoline von Ambros, Marie Tomicek, Emma Kapral und Amalie Eder. Karoline von Ambros war zunächst Vorsteherin der Lehrerinnensektion und später Präsidentin. Emma Kapral ist vor allem für die 1930er Jahre als Präsidentin greifbar und war zugleich mit der Zeitschrift Die katholische Lehrerin verbunden.[9][10]
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Quellen
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Verein katholischer Lehrerinnen Österreichs
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Verein katholischer Lehrerinnen Österreichs
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Verein katholischer Lehrerinnen Österreichs
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Verein katholischer Lehrerinnen Österreichs
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Verein katholischer Lehrerinnen Österreichs
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Die katholische Lehrerin
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Rechenschaftsbericht des I. Vereines katholischer Lehrerinnen und Erzieherinnen in Österreich
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Verein katholischer Lehrerinnen Österreichs
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Verein katholischer Lehrerinnen Österreichs
- ↑ Frauen in Bewegung 1848–1938: Die katholische Lehrerin