Spitzy, Hans
Vorkommen in CityABC
- Hans-Spitzy-Gasse - Straßenbenennung (21. Bezirk)
- Spitzyweg (ehem., 10.) - Straßenbenennung 1998 - scheint heute nicht mehr in Plänen auf
Lebenslauf
Hans Spitzy wurde am 21. Dezember 1872 in St. Leonhard in der Steiermark geboren und studierte Medizin an der Universität Graz. 1896 promovierte er zum Doktor der gesamten Heilkunde. Zunächst arbeitete er in der Kinderheilkunde als Assistent an der Grazer Universitäts-Kinderklinik; parallel wandte er sich früh der damals noch jungen chirurgischen Orthopädie zu und absolvierte 1897 eine weiterführende Ausbildung bei Albert Hoffa in Würzburg. Gemeinsam unternahmen sie 1904 eine Studienreise in die Vereinigten Staaten.
1905 habilitierte sich Spitzy in Graz als Privatdozent für orthopädische Chirurgie. 1906 übernahm er die Leitung der von ihm aufgebauten chirurgisch-orthopädischen Abteilung an der Grazer Universitäts-Kinderklinik; 1911 folgte die Ernennung zum außerordentlichen Universitätsprofessor.[1]
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg übersiedelte Spitzy nach Wien und wurde nach Kriegsausbruch als Oberstabsarzt einberufen; er war als orthopädischer Chirurg an der Front tätig. Nach dem Krieg übernahm er in Wien die Orthopädische Abteilung des Kaiser-Franz-Joseph-Spitals und wirkte gleichzeitig als Universitätsprofessor für orthopädische Chirurgie. 1923 wurde er zum Ordinarius ernannt und zum Direktor des Wiener Orthopädischen Spitals bestellt. Hans Spitzy starb am 22. Juli 1956 in Wien.[2]
Spitzy veröffentlichte mehr als 200 Facharbeiten und gilt insbesondere für Beiträge zu Hüftgelenksverrenkungen, Nerven- und Knochenchirurgie, zur Chirurgie der Knochen-Tuberkulose sowie zur körperlichen Erziehung als wegweisend. In Würdigungen wurde er als bedeutende Autorität seines Fachs beschrieben; zudem war er Ehren- und korrespondierendes Mitglied zahlreicher medizinischer Fachgesellschaften im In- und Ausland.[3]
Kritische Betrachtung
Nach dem „Anschluss“ im Jahr 1938 blieb Hans Spitzy weiterhin im Wiener Gesundheitswesen präsent; er war Primar und Direktor des Wiener Orthopädischen Spitals bis 1942. In den erhaltenen politischen Beurteilungen der NS-Dienststellen wurde seine politische Verlässlichkeit nicht als uneingeschränkt bewertet, wobei als Hintergrund unter anderem seine Verankerung im katholischen Milieu sowie frühere Zugehörigkeiten (unter anderem Heimwehr und Vaterländische Front) angeführt wurden; gleichzeitig wird in den Akten festgehalten, dass er sich „nach außen“ positiv zum Staat und zur Partei gestellt habe.[4]
Im selben Zusammenhang werden auch Mitgliedschaften genannt, darunter die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) sowie die St.-Lukas-Gilde (Eintritt 31. Juli 1943). Für die Nachkriegszeit weist die Quelle zudem darauf hin, dass zu Spitzy Vermerke auf einer Belastungskarte aus den Jahren 1947, 1950 und 1952 dokumentiert sind.
Ausführlicher Lebenslauf externe Quellen
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