Sebastianplatz 2
- Bezirk
3., Landstraße
- Aliasadressen
- =Sebastianplatz 2
- Konskriptionsnummer
- vor 1862: k.A
- vor 1847: k.A
- vor 1821: k.A
- vor 1795: k.A
- Baujahr
- 1907
- Architekten (Bau)
- Max Lambert
Das Haus - Architektur und Geschichte
Die Adresse liegt im Dannebergplatz-Viertel (auch: Arenbergviertel), einem großbürgerlichen Stadtquartier im 3. Bezirk, das nach der Parzellierung des Arenberg-Areals um 1900 entstanden ist und als geschlossenes Ensemble des Späthistorismus gilt.
Das Miethaus wurde 1907 von Max Lambert errichtet.
Der Bau wird in einer Dokumentation zum Arenbergviertel ausdrücklich als repräsentativer Gegenpol zur sachlichen Tschechischen Schule am Sebastianplatz 3 beschrieben: Hervorgehoben werden ein mächtiger Rundgiebel, der mit einer Mädchenmaske akzentuiert ist, zwei Erker mit langen Balkonen, Schmiedeeisengitter sowie überwiegend vierflügelige Fenster. [1]
Nutzung heute
Unter der Adresse ist heute ein Selfstorage-Standort (the box) geführt. Das Wien Museum hat 2018 eine Fotodokumentation zu Wiener Selfstorage-Anlagen aufgenommen; für hier wird dabei ausdrücklich auf die städtebauliche Einbettung sowie auf Innenhof- und Innenraumtypologien hingewiesen.[2][3]
Wohn- und Sterbehaus bekannter Persönlichkeiten
Wohnhaus Helene Granitsch
In dem Haus hat die Schriftstellerin Helene Granitsch (8. Juni 1876 in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben 11. Februar 1956 in Portland,) gewohnt. [4]
Helene Granitsch (1876–1956) war Publizistin und eine international vernetzte Akteurin der bürgerlichen Frauen- und Friedensbewegung. Nach der Lehrerinnenbildungsanstalt nahm sie Schauspielunterricht; ihre Ehe (drei Töchter) wurde später geschieden.
Ab 1901 engagierte sie sich für Mütter- und Säuglingsschutz und war an Gründung und Organisation des Vereins Säuglingsschutz beteiligt, der in Wien u. a. eine Säuglingsabteilung im St.-Anna-Kinderspital sowie eine Säuglingspflegerinnenschule initiierte. In der Reichsorganisation der Hausfrauen Österreichs wirkte sie lange als Präsidentin, zudem arbeitete sie in der Friedensbewegung (u. a. im Umfeld von Bertha von Suttner) und gehörte zu den Mitbegründerinnen der Österreichischen Frauenpartei; als deren Vizepräsidentin wurde sie in ein Frauen-Völkerbundkomitee berufen. Publizistisch schrieb sie zu Frauen- und Friedensfragen und war Chefredakteurin der Zeitschrift Das Wort der Frau.
1938 emigrierte Granitsch in die USA; dort setzte sie ihre Vernetzungsarbeit fort und wurde in ein Womens World Council gewählt. 1951 erhielt sie anlässlich ihres 75. Geburtstags einen Ehrentitel als Vizepräsidentin der World Womens Party. Sie starb 1956 in Portland (Oregon). [5]
Wohn- und Sterbehaus Carl M. Schwerdtner
Weiters ist in dem Haus der Bildhauer Carl M. Schwerdtner gestorben. [6]
Carl Maria Schwerdtner (auch: Carl M. Schwerdtner; 27. Mai 1874 Wien – 10. Mai 1916 Wien) war Bildhauer und Medailleur. Er stammte aus der Wiener Medailleur- und Graveurfamilie Schwerdtner (Sohn von Johann Schwerdtner; Bruder von Hugo Schwerdtner). Nach Realschule und Staatsgewerbeschule modellierte und ziselierte er 1891–1893 als Privatschüler von Stefan Schwartz. Ab 1892 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Bildhauerschule bei Edmund von Hellmer und besuchte 1895–1897 die Meisterschule bei Kaspar von Zumbusch. [7]
Nach Studienreisen (u. a. Italien, Deutschland, Frankreich, Belgien, London, Rom) eröffnete Schwerdtner in Wien ein eigenes Atelier und arbeitete sowohl in der Rundplastik als auch in der Medaillenkunst. 1907 wurde er Mitglied der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus) und ihrer Bildhauer- bzw. Medailleur-Vereinigung. Sein Werk umfasst lebensgroße Plastiken ebenso wie kleine Medaillen; als Porträtmedaillen werden etwa Arbeiten zu Karl Lueger und Sigmund Freud genannt. 1915 schuf er für die Wiener Werkstätte eine Schraubmedaille; 1915–1916 entstanden außerdem Arbeiten für das Kriegs-Presse-Quartier.
Ein bedeutendes Werk Schwerdtners ist das Vinzenz-Prießnitz-Denkmal im Türkenschanzpark (Wien 18), das er gemeinsam mit dem Architekten Anton Weber ausführte und das 1911 enthüllt wurde. [8]
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Quellen
- ↑ https://idms.at/denkmail/Denkmail_Sonder_Nr_01_202391.pdf
- ↑ https://sammlung.wienmuseum.at/en/object/1493708-wiener-selfstorage-anlagen-the-box-3-sebastianplatz-2/
- ↑ https://thebox.wien/
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Helene_Granitsch
- ↑ https://fraueninbewegung.onb.ac.at/node/1281
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Carl_M._Schwerdtner
- ↑ https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_S/Schwerdtner_Carl-Maria_1874_1916.xml
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Prie%C3%9Fnitzbrunnen
- Bild: © Renate Stalla