Linke Wienzeile 6
Theater an der Wien
Das erste Theater an Der Wien befand sich am anderen Flussufer, an der Rechten Wienzeile. In einem der sechs Höfe des Starhembergschen Freihauses hatte Christian Roßbach aus Fulda ein Schauspielhaus eingerichtet, das 1789 von Emanuel Schikaneder übernommen wurde. An diesem Standort fand 1791 die Uraufführung von Mozarts "Zauberflöte" statt. Bald war der Zuschauerraum zu klein, und Schiakaneder beschloss einen Neubau. Im Jahr 1800 wurde der Grundstein für das "k.k. privil. Schauspielhaus an der Wien" gelegt, das bis zur Errichtung der Ringhäuser als größtes und schönstes Opernhaus Wiens galt. 1801 eröffnete die Bühne mit einem Werk von Franz Teyber, der Oper "Alexander".
Der Finanzier des Hauses, Bartholomäus Zitterbarth, verkaufte das teure Haus, das dem Konkurs nahe war, 1804 an den Freiherrn von Braun, hinter dem in Wahrheit Kaiser Franz II. steckte. Schikander war nun nicht mehr Eigentümer, besaß aber weiterhin das Privileg der künstlerischen Leitung. in dieser Funktion holte er Ludwig van Beethoven als Kapellmeister und Hauskomponisten mit WOhnrecht. Tatsächlich wohnte der KOmonist von Jänner 1803 bis April 1804 hier und ließ seine Werke hier uraufführen. Am 20.11.1805, knapp nach dem Einmarsch der Franzosen in Wien, wurde schließlich Beethovens Oper "Fidelio" hier uraufgeführt.
Lotterie
Um die kostspieligen Aufführungen finanzieren zu können, wurde das Haus Gegenstand von Lotterien: Man konnte es dabei tatsächlich gewinnen. Zumeist forderten die Gewinner eine Ablöse in bar, 1845 "gewann" das Haus Franz Pokorny, der tatsächlich das Theater selbst in Anspruch nahm. Durch ihn musste der Direktor Carl Karl ausziehen, Pokorny verwandelte die Bühne zum Opernhaus.
Auch im Mai 1831 war das Theater als erster Preis in der Lotterie zu gewinnen. Gewinner dieser Lotterie war ein ungarischer Schulmeister, der jedoch die Auszahlung von 25.000 Dukaten in Gold vorzog. [1]
Quellen
- ↑ Archiv Wien, Archiv Verlag, Blatt W 1140