Forstner, August
August Forstner (1876–1941) war Fiaker, Gewerkschafter und sozialdemokratischer Politiker; als langjähriger Obmann des Verbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter und als Reichsrats- beziehungsweise Nationalratsabgeordneter galt er als Stimme der Fuhrwerks- und Transportarbeiter und wurde als der Kutscher im Parlament bekannt.[1]
Vorkommen in CityABC
- Forstnerhof – Gebäudebenennung (15., Camillo-Sitte-Gasse 12-18 / Alliogasse 27-33 / Walkürengasse 2-6 / Hagengasse 13-17)
Lebenslauf
Forstner war der Sohn eines kleinen Fiakerunternehmers und musste schon als Kind im Stall mitarbeiten, weshalb er die Schulausbildung vorzeitig abbrach und mit 16 Jahren selbst als Fiaker zu arbeiten begann.[2] Seine politische und gewerkschaftliche Prägung erhielt er im Arbeiterbildungsverein Gumpendorf. Nachdem der Versuch gescheitert war, eine bestehende Kutscherorganisation zu übernehmen, gründete er 1898 den Verein der Kutscher und Hilfsarbeiter, aus dem der Verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter hervorging, dessen Obmann er bis 1934 blieb. 1899 rief er die Gewerkschaftszeitung Die Peitsche ins Leben, die ab 1904 unter dem Titel Zeitrad erschien.[3] Frühere Erfolge der jungen Organisation waren bessere Arbeitsbedingungen für die Schwerfuhrwerkskutscher, etwa Kündigungsfristen und Lohnerhöhungen, was zum Zerwürfnis mit seinem Vater führte, der ihn enterbte.
Politisch stieg Forstner zu einem der profilierten Vertreter der Sozialdemokratie im Verkehrs- und Sozialbereich auf. 1907 zog er für die SDAP in den Reichsrat ein, dem er bis 1918 angehörte; 1918/19 war er Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung und anschließend bis 1934 Abgeordneter zum Nationalrat, zugleich 1918–1919 Abgeordneter im niederösterreichischen Landtag und 1918–1923 Gemeinderat in Wien.[4] Zu seinen wichtigsten Anliegen zählte der Aufbau einer umfassenden Krankenversicherung, wofür er im Parlament nachhaltig eintrat. In der Erinnerung des Roten Wien blieb er nicht nur als Repräsentant der Transportarbeiter, sondern auch als populärer Wahlredner und Ansprechpartner der Rudolfsheimer Arbeiterschaft präsent. 1949 wurde die große, 1924–1925 nach Plänen von Gottlieb Michal errichtete Wohnhausanlage im Nibelungenviertel nach ihm Forstnerhof benannt; sein ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich am Hietzinger Friedhof (Gruppe 17, Reihe 3, Nummer 142).[5]
Ausführlicher Lebenslauf externe Quellen
- https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=August_Forstner
- https://de.wikipedia.org/wiki/August_Forstner
- https://www.dasrotewien.at/seite/forstner-august
- https://www.parlament.gv.at/person/373
- https://www.wienerwohnen.at/hof/180/Forstnerhof.html
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Quellen
- ↑ Grunddaten zu Leben und Funktionen nach: Wien Geschichte Wiki: August Forstner; de.wikipedia.org: August Forstner; dasrotewien.at: Forstner, August.
- ↑ dasrotewien.at: Forstner, August; Wien Geschichte Wiki: August Forstner.
- ↑ de.wikipedia.org: August Forstner; Austria-Forum (AEIOU): Forstner, August; Wien Geschichte Wiki: August Forstner.
- ↑ Parlament Österreich: Kurzbiografie August Forstner; de.wikipedia.org: August Forstner.
- ↑ dasrotewien.at: Forstner, August; Wiener Wohnen: Forstnerhof; Liste der Wiener Gemeindebauten/Rudolfsheim-Fünfhaus, de.wikipedia.org; viennatouristguide.at: Ehrengräber Hietzinger Friedhof – August Forstner.
