Arbeiter-Sängerbund Alsergrund
| Verein | |
|---|---|
| Gründung | 1893 |
| Gründungsort | Gasthaus Seywald |
| Sitz | 9., Liechtensteinstraße 2 |
| Art | Arbeitergesangsverein |
| Historische Bedeutung | Die 40-Jahr-Feier am 8. Oktober 1933 im Stadion war die letzte öffentliche Großveranstaltung der Sozialdemokraten in Wien. |
| Auflösung | 9. Oktober 1933 |
Der Arbeiter-Sängerbund Alsergrund war ein 1893 gegründeter Wiener Arbeitergesangsverein mit Sitz in der 9., Liechtensteinstraße 2.[1] Er gehörte zur breiten Kulturbewegung der österreichischen Arbeitersängerschaft, die seit dem späten 19. Jahrhundert einen wichtigen Teil der sozialdemokratischen Vereins- und Festkultur bildete.[2][3]
Geschichte
Der Sängerbund wurde 1893 im Gasthaus Seywald begründet.[4] Wie andere Arbeitergesangsvereine verband er musikalische Tätigkeit mit politischer und sozialer Gemeinschaft. Das gemeinsame Singen spielte in der Arbeiterbewegung eine wichtige Rolle, weil es Bildung, Geselligkeit, Identität und öffentliche Repräsentation miteinander verband.[5][6]
Der Sitz des Arbeiter-Sängerbunds Alsergrund befand sich in der 9., Liechtensteinstraße 2.[7][8] Damit war der Verein fest im Bezirk Alsergrund verankert, der in der Zeit des Roten Wien eine lebendige Vereins- und Arbeiterkultur entwickelte.
40-Jahr-Feier und Verbot
Von besonderer historischer Bedeutung ist die 40-Jahr-Feier des Arbeiter-Sängerbunds Alsergrund am 8. Oktober 1933 im Wiener Stadion. Sie gilt als letzte öffentliche Großveranstaltung der Sozialdemokraten in Wien vor dem Verbot ihrer Organisationen.[9][10]
Bereits am folgenden Tag, dem 9. Oktober 1933, wurde der Arbeiter-Sängerbund Alsergrund von der Regierung aufgelöst. Begründet wurde dies mit dem Vorwurf, der Verein habe seine vereinsbehördlich genehmigte Tätigkeit überschritten. Sein Vermögen wurde eingezogen.[11] Damit war der Arbeiter-Sängerbund Alsergrund die erste sozialdemokratische Kulturorganisation, die nach der Ausschaltung des Parlaments verboten wurde.[12]
Bedeutung
Der Arbeiter-Sängerbund Alsergrund war mehr als ein Chorverein. Seine Geschichte zeigt, welche politische und kulturelle Bedeutung die Arbeitersängerbewegung in Wien besaß. Arbeitergesangsvereine waren Orte der Gemeinschaft, der Bildung und der öffentlichen Selbstdarstellung der Arbeiterbewegung. Das rasche Verbot des Vereins im Oktober 1933 macht zugleich deutlich, wie sehr das autoritäre Regime gerade auch die kulturellen Ausdrucksformen der Sozialdemokratie bekämpfte.[13][14]
Vorkommen in CityABC
Für CityABC ist der Arbeiter-Sängerbund Alsergrund vor allem über seinen Sitz in der Liechtensteinstraße 2 und über seine Rolle in der Geschichte der Wiener Arbeiterkultur interessant. Die 40-Jahr-Feier im Stadion und das unmittelbar folgende Verbot machen den Verein zu einem besonders markanten Beispiel für das Ende der sozialdemokratischen Kulturöffentlichkeit im Jahr 1933.[15][16]
→ weiter zu Arbeiter-Sängerbund Favoriten
← zurück zu Kategorie:Arbeiterbewegung in Wien
Quellen
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-S%C3%A4ngerbund_Alsergrund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeitermusik
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeitersaengerbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-S%C3%A4ngerbund_Alsergrund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeitermusik
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeitersaengerbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-S%C3%A4ngerbund_Alsergrund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Liechtensteinstra%C3%9Fe
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-S%C3%A4ngerbund_Alsergrund
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeitersaengerbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-S%C3%A4ngerbund_Alsergrund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-S%C3%A4ngerbund_Alsergrund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeitermusik
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-S%C3%A4ngerbund_Alsergrund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-S%C3%A4ngerbund_Alsergrund
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeitersaengerbund