Arbeiter-Abstinentenbund
| Verein | |
|---|---|
| Gründung | 19. Jänner 1905 |
| Gründungsort | Arbeiterheim Favoriten |
| Verbot | 1934 |
| Wiederbegründung | 1946 |
| Seit | 1974 unter der Bezeichnung Österreichische Aktion für 0,0 Promille |
| Profil | sozialdemokratisch geprägter Abstinenz- und Aufklärungsverein gegen Alkoholmissbrauch, später auch gegen andere Suchtprobleme |
| Bundesorgan | Der Abstinent |
| Langjähriger Obmann | Anton Hölzl |
| Sekretariat | 7., Seidengasse 15 |
| Nachkriegssitze | 15., Benedikt-Schellinger-Gasse 21; ab 1948: 15., Hackengasse 13 |
Der Arbeiter-Abstinentenbund in Österreich war eine wichtige Organisation der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung im Kampf gegen Alkoholmissbrauch. Er wurde am 19. Jänner 1905 im Arbeiterheim Favoriten gegründet und gewann vor dem Ersten Weltkrieg vor allem in Wien große Bedeutung.[1][2]
Geschichte
Die Entstehung des Arbeiter-Abstinentenbundes steht im Zusammenhang mit dem sozialen Elend der Großstadt. Schlechte Wohnverhältnisse und Armut trugen dazu bei, dass Wirtshäuser und Branntweinschenken zu zentralen Aufenthaltsorten vieler Arbeiter wurden. Der Alkoholismus entwickelte sich zu einem massiven sozialen Problem, dem die Sozialdemokratie bewusst entgegentreten wollte.[3][4]
Bereits 1899 war der Verein der Abstinenten gegründet worden. Ab 1. Jänner 1902 erschien die Zeitschrift Der Abstinent. 1901 entstanden erste Arbeiter-Abstinentenvereine in Wien und Graz. Diese lokalen Vereine gingen 1905 im neu gegründeten Arbeiter-Abstinentenbund in Österreich auf.[5][6]
Zu den Gründern des Bundes zählten Anton Hölzl sowie die Ärzte Richard Fröhlich und Rudolf Wlassak. Ab 1. Jänner 1906 wurde Der Abstinent zum offiziellen Bundesorgan. Anton Hölzl blieb bis zum Verbot des Bundes im Jahr 1934 Obmann der Organisation.[7][8]
Bedeutung
Der Arbeiter-Abstinentenbund war innerhalb der sozialdemokratischen Bewegung weit mehr als ein Randverein. Er galt als wichtiges Instrument im Kampf gegen den damals unter der Arbeiterschaft besonders verbreiteten Alkoholmissbrauch. Die Bewegung verband Aufklärung, Gesundheitsvorsorge und politische Bewusstseinsbildung miteinander.[9][10]
Auch innerhalb der Arbeiterbewegung war die Frage des Alkoholkonsums umstritten. Prominente Sozialdemokraten wie Franz Schuhmeier und Jakob Reumann wurden heftig kritisiert, weil sie im Gemeinderat für billiges Bier eintraten. Gleichzeitig schlossen sich 1907 auch die Gewerkschaften dem Kampf gegen die Folgen des Alkoholismus an, konzentrierten sich jedoch stärker auf Aufklärung und die Veränderung von Trinkgewohnheiten.[11]
Die Bewegung blieb zwar vor allem auf Wien und einige größere Städte konzentriert, spielte aber in der Ersten Republik eine beachtliche Rolle. Sie zeigt, wie eng Fragen von Gesundheit, Alltagskultur und sozialer Emanzipation innerhalb der Arbeiterbewegung miteinander verbunden waren.[12]
Wiener Adressen
Ein wichtiger Wiener Bezug ist das Sekretariat in der 7., Seidengasse 15. Von hier aus wurde die Organisation über viele Jahre koordiniert.[13][14]
Nach der Wiederbegründung 1946 war der Bund zunächst in der 15., Benedikt-Schellinger-Gasse 21 untergebracht. 1948 übersiedelte er in das Lokal der Sozialistischen Partei in Fünfhaus, 15., Hackengasse 13.[15][16]
Nach 1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Vorarbeiten zur Wiedererrichtung des Bundes von Anton Hölzl und Anton Rot betrieben. Die eigentliche Wiederbegründung erfolgte 1946 durch Johann Neubauer, Leo Deutsch und Anton Rot. Seit 1974 führt die Organisation den Namen Österreichische Aktion für 0,0 Promille und beschäftigt sich neben Alkoholfragen auch mit anderen Suchtproblemen.[17][18]
Vorkommen in CityABC
Für CityABC ist der Arbeiter-Abstinentenbund vor allem im Zusammenhang mit der Wiener Arbeiterbewegung, mit sozialdemokratischen Vereinen und mit der Geschichte der öffentlichen Gesundheit interessant. Besonders wichtig sind dabei der Gründungsort im Arbeiterheim Favoriten, das langjährige Sekretariat in der Seidengasse 15 sowie die Nachkriegssitze in Fünfhaus.[19][20]
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Quellen
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeiter-abstinentenbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://der-rote-blog.at/gegen-die-volksseuche-alkohol
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://der-rote-blog.at/gegen-die-volksseuche-alkohol
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeiter-abstinentenbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeiter-abstinentenbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeiter-abstinentenbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/index.php?printable=yes&title=Seidengasse
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeiter-abstinentenbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeiter-abstinentenbund
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Arbeiter-Abstinentenbund
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/arbeiter-abstinentenbund