Allgemeiner Kirchenmusikverein

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Allgemeiner Kirchenmusikverein


Verein
Entstehung 1906
Hervorgegangen aus Wiener Cäcilien-Verein und Ambrosius-Verein
Erster Präsident Bischof Laurenz Mayer (1828–1912)
Lehranstalt seit 1906 gemeinsame Lehranstalt für kirchliche Tonkunst
Profil Förderung der katholischen Kirchenmusik, Ausbildung von Organisten und Kirchensängern
Ende zu Beginn des Ersten Weltkriegs aufgelöst beziehungsweise Betrieb eingestellt

Der Allgemeine Kirchenmusikverein entstand 1906 in Wien aus der Fusion des Wiener Cäcilien-Vereins mit dem Wiener St.-Ambrosius-Verein. Er gehörte zu den wichtigen kirchenmusikalischen Vereinigungen des frühen 20. Jahrhunderts und verfolgte das Ziel, die katholische Kirchenmusik zu pflegen und die Ausbildung von Kirchenmusikern in Wien zu fördern.[1][2]

Geschichte

Die Entstehung des Vereins war das Ergebnis einer Zusammenführung zweier älterer Wiener Vereinigungen. Der Wiener Cäcilien-Verein war bereits seit dem 19. Jahrhundert eine wichtige Trägerorganisation der kirchenmusikalischen Reformbewegung in Wien. Der Wiener St.-Ambrosius-Verein war 1880 durch Abspaltung vom Cäcilien-Verein entstanden und widmete sich ebenfalls der Kirchenmusikpflege und dem Unterricht.[3][4][5]

1906 wurden beide Vereine unter dem Namen Allgemeiner Kirchenmusikverein vereinigt. Erster Präsident war Bischof Laurenz Mayer. Die Fusion sollte die kirchenmusikalischen Kräfte in Wien bündeln und die Ausbildung auf eine breitere Basis stellen.[6][7]

Lehranstalt für kirchliche Tonkunst

Mit der Fusion wurden auch die beiden Vereinsschulen zusammengelegt. Die neue gemeinsame Einrichtung wurde bereits ab 1906 als Lehranstalt für kirchliche Tonkunst bezeichnet. Sie war um 1910 die einzige Institution dieser Art in Wien und umfasste drei Jahrgänge Orgelschule sowie mehrere Gesangskurse.[8][9]

Die Lehranstalt hatte zunächst beachtliche Schülerzahlen. 1906 wurden 14 Orgelschüler und 34 Gesangsschüler gezählt, 1906/07 bereits 34 Orgelschüler und 46 Gesangsschüler. In den folgenden Jahren konzentrierte sich die Tätigkeit des Vereins zunehmend auf diese Ausbildungsarbeit, auch wenn die Lehranstalt immer wieder mit Platzproblemen zu kämpfen hatte.[10]

Bedeutung

Der Allgemeine Kirchenmusikverein steht in der Tradition des Cäcilianismus, also jener Reformbewegung, die im 19. Jahrhundert eine Erneuerung der katholischen Kirchenmusik anstrebte. In Wien spielte der Verein eine wichtige Rolle bei der praktischen Ausbildung von Organisten und Chorsängern und bei der institutionellen Bündelung kirchenmusikalischer Bestrebungen.[11][12]

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs kam das Vereinsleben zum Erliegen. Die Lehranstalt musste ihren Betrieb einstellen, und der Allgemeine Kirchenmusikverein wurde aufgelöst. Damit endete eine kurze, aber für die Wiener Kirchenmusikgeschichte wichtige Phase institutioneller Zusammenfassung.[13][14]

Vorkommen in CityABC

Für CityABC ist der Verein vor allem im Zusammenhang mit der Geschichte der Wiener Kirchenmusik, des Cäcilianismus und der kirchenmusikalischen Ausbildung interessant. Er bildet zugleich ein Verbindungsglied zwischen älteren Wiener Kirchenmusikvereinen und späteren Ausbildungsinstitutionen für Kirchenmusik in Wien.[15][16]

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Quellen