Adele-Jellinek-Park
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Der Park – Namensgebung und Geschichte
Der Adele-Jellinek-Park ist der zentrale Grünbereich am Johann-Nepomuk-Berger-Platz und entstand im Zuge der Umgestaltung des Platzes in den Jahren 2016 bis 2018. Durch die Verlegung und Neuordnung der Straßenbahngleise der Linien 2 und 44 wurden mehrere zuvor getrennte Grüninseln zu einer zusammenhängenden Parkfläche von rund 4.000 m² zusammengeführt und der stark befahrene Durchzugsverkehr an den nördlichen Platzrand verlagert.[1]
Die Benennung nach Adele Jellinek (* 2. März 1890 Wien, † 3. August 1943 Ghetto Theresienstadt) wurde am 3.12.2019 vorgenommen.
Adele Jellinek wurde 1890 in Ottakring geboren, war Schriftstellerin und sozialistische Volksbildnerin. 1938 wurde sie von den Nationalsozialisten aus ihrer Wohnung in der Thaliastraße 93 vertrieben und 1943 im Ghetto Theresienstadt ermordet.[2][3] Mit der Parkbenennung wird eine aus dem Bezirk stammende Autorin gewürdigt, deren Biografie für die Verfolgung jüdischer Wienerinnen und Wiener und für die Kontinuität antisemitischer Ausgrenzung steht; der Park ist Station in aktuellen Gedenkrundgängen durch Ottakring.[4][5]
Seit der Eröffnung wird der Park als innerstädtische Erholungsfläche und als Ort für Grätzlveranstaltungen genutzt. Bezirksinitiativen und Vereine organisieren hier etwa Musikabende, Nachbarschaftsfeste oder Informationsveranstaltungen; ein Beispiel sind die wiederkehrenden Sommerveranstaltungen mit Musik und Cocktails, zu denen Bezirksorganisationen aus Ottakring und Hernals einladen.[6]
Lage und Charakter
In unmittelbarer Nähe befinden sich die Ottakringer Brauerei, großvolumige Gemeindebauten an der Taubergasse sowie die Hauptfeuerwache Hernals; damit liegt der Park in einem dicht bebauten, stark genutzten Stadtbereich.[7]
Der Charakter des Parks ist urban: offene Rasenflächen werden von Baumgruppen gesäumt, die Wege erschließen das Areal in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung und verbinden die umgebenden Straßenbahnhaltestellen und Querungen. Sitzbänke, der Blick auf die Ottakringer Brauerei und die angrenzenden Gründerzeit- und Gemeindebauten verleihen dem Park einen ausgeprägt städtischen Rahmen, der durch die Verkehrsströme am nördlichen Platzrand akustisch präsent bleibt, im Inneren aber durch die Gestaltung spürbar gedämpft wird.
Ausstattung und Nutzung
Im Zuge der Neugestaltung wurden im Adele-Jellinek-Park unterschiedliche Aufenthalts- und Bewegungsangebote geschaffen. Es gibt eine öffentliche WC-Anlage, neue Sitzgelegenheiten, Trinkbrunnen sowie ein Wasserspiel mit Nebelduschen, das an heißen Sommertagen eine wichtige Abkühlungsmöglichkeit im dicht verbauten Grätzl bietet.[8] Für Kinder steht ein moderner Spielbereich zur Verfügung; zusätzlich gibt es einen frei zugänglichen Tischtennistisch, der in der städtischen Übersicht der Tischtennisstandorte eigens angeführt ist.[9]
Der Park ist außerdem Pilotstandort für eine sogenannte Park-Working-Station. Diese bietet unter freiem Himmel Arbeitsplätze mit Tischen, Steckdosen und stabiler WLAN-Versorgung und ist barrierefrei zugänglich; vorgesehen sind Plätze für mehrere Personen, inklusive Rollstuhlplätzen.[10][11] Damit fungiert der Park nicht nur als klassischer Naherholungsraum, sondern auch als experimenteller Freiraum für neue Nutzungsformen zwischen Arbeiten und Freizeit.
Durch seine Lage an mehreren Straßenbahn- und Buslinien und in der Nähe von Schulen, Gemeindebauten und der Ottakringer Brauerei wird der Park intensiv von Anrainerinnen und Anrainern genutzt. Er dient als Treffpunkt im Grätzl, als kurzer Aufenthaltsort auf dem Weg zu den Öffis und als Grüninsel zwischen stark frequentierten Verkehrsachsen.
Kunst im öffentlichen Raum
Mariensäule
- Adele-Jellinek-Park
| Steckbrief | |
|---|---|
| Datierung / Enthüllung | 18. Jahrhundert |
| Künstler | k.A. |
| Material | Sandstein |
| Standort (genau) | Im Süden des Parks |
Datierung: 18. Jahrhundert
Künstler: k.A.
Bereits seit 1892 steht im südlichen Bereich des Parks die barocke Mariensäule. Auf einem Stufensockel steht die Rundsäule mit Blattrankenkapitell, an deren Ende sich eine Immaculata-Statue ("Maria als Himmelskönigin") aus Sandstein befindet. [12]
Als historisches Sakraldenkmal inmitten eines zeitgenössisch gestalteten Stadtparks setzt die Mariensäule einen deutlichen vertikalen Akzent und erinnert zugleich an die religiösen Traditionen des Bezirks.
Ansichten
- Adele-Jellinek-Park
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Quellen
- ↑ W24: Bezirksflash – Zwei Ottakringer Parks umbenannt. Die Parkanlage am Johann-Nepomuk-Berger-Platz wird als neu gestalteter Park mit verlegtem Verkehr beschrieben. https://www.w24.at/News/2020/10/Bezirksflash-Zwei-Ottakringer-Parks-umbenannt
- ↑ Stadt Wien: Namen von Wiener Parks und ihre Bedeutung – Adele-Jellinek-Park. https://www.wien.gv.at/freizeit/parknamen-bedeutung
- ↑ APA/OTS: SPÖ-Ottakring: Zwei Ottakringer Parks nach Adele Jellinek und Karl Hodina benannt. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201008_OTS0025
- ↑ Erinnern.at: Gedenkrundgang Ottakring. Station Adele-Jellinek-Park. https://www.erinnern.at
- ↑ https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201008_OTS0025/spoe-ottakring-zwei-ottakringer-parks-nach-adele-jellinek-und-karl-hodina-benannt
- ↑ MeinBezirk: Musik und Cocktails im Adele-Jellinek-Park. https://www.meinbezirk.at/ottakring/c-lokales/musik-und-cocktails-im-adele-jellinek-park_a5530750
- ↑ Mapcarta: Adele-Jellinek-Park. Umgebung mit Ottakringer Brauerei und Gemeindebau Taubergasse 1–3. https://mapcarta.com
- ↑ APA/OTS: SPÖ-Ottakring: Zwei Ottakringer Parks nach Adele Jellinek und Karl Hodina benannt. Beschreibung der neuen WC-Anlage, Sitzgelegenheiten und Wasserspiele. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201008_OTS0025
- ↑ Stadt Wien: Tischtennisspielen in Wiener Parks. Abschnitt 16. Bezirk – Adele-Jellinek-Park. https://www.wien.gv.at/umwelt/parks/anlagen/tischtennis.html
- ↑ Parkworking.at: Adele-Jellinek-Park – Parkarbeitsplatz. Beschreibung der Park-Working-Station mit Ausstattung und WLAN-Hinweis. https://parkworking.at/adele-jellinek-park/
- ↑ ORF Wien: Arbeiten im Grünen bei Park Working Stationen. Erwähnung des Standorts im Adele-Jellinek-Park. https://wien.orf.at/stories/3315344
- ↑ Felix Czeike: XVI. Ottakring. Wien, Jugend & Volk 1981 (Wiener Bezirkskulturführer, 16), S. 20







