Bäckerstraße 20

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Grund-Information
Bäckerstraße 20.jpg

Bäckerstraße 20, Die Alte Aula

Aliasadressen =Bäckerstraße 20, =Wollzeile 27A, =Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 4
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 757 | vor 1821: alt: 803 | vor 1795: 795
Baujahr 1624
Architekt unbekannt


Das Haus - Architektur und Geschichte

Die Alte Aula, ein Teil der Universität, wurde 1624 zu Repräsentationszwecken errichtet. Sie ist durch zwei begehbare Schwibbögen mit dem Jesuitenkolleg verbunden.

Das Erdgeschoß wurde für Versammlungen genutzt, im 1. Stock lagen die Hörsäle, im 2. Stock ein barocker Theatersaal. Zwischen 1733 und 1736 wurde der Saal von Franz Anton Danne und Anton Hertzog neu gestaltet, er erhielt eine illusionistische Deckenmalerei: die Aufnahme von Maria in den Himmel. Das Theater bestand nicht lange, 1754 wurde schon der Fundus verkauft, ab 1761 erfolgte ein Theaterspielverbot.

Einige Zeit war hier das Akademische Gymnasium untergebracht. Im 18. Jahrhundert hatte die älteste Tageszeitung der Welt – Die Wiener Zeitung – hier ihre Redaktion, kurz war hier auch die Österreichische Staatsdruckerei.

Umbau und Sitz der Akademie der Wissenschaften

Das Haus ist so gebaut, dass der Niveau-Unterschied zwischen Bäckerstraße und Wollzeile mit 1,3 Metern nicht auffällt – im Inneren des Erdgeschosses wurde jedoch eine architektonische Lösung gefunden, womit die Überwindung der Höhenunterschiede zur zentralen Funktion wurde – also sichtbar gemacht wird. [1]

1996 hatte der Präsident der Akademie der Wissenschaften (Werner Welzig) die Idee, hier eine „Galerie der Forschung“ einzurichten, hier sollten die Leistungen der österreichischen Wissenschaft in der Vergangenheit und Zukunft ausgestellt werden. Zu dieser Zeit stand die Alte Aula schon lange leer.

Erst im September 2003 begannen endlich die Umbauarbeiten und Renovierungen des Gebäudes, da sich Streitigkeiten zwischen Architekt, Akademie und Ministerien entwickelten (vorrangig ging es um die Finanzierung, die Umbauarbeiten für die 3.600 qm Fläche sollte 11 Mio. € kosten). Mittlerweile war Welzig nicht mehr im Amt, die Besetzung der Funktion verzögerte sich bis Oktober 2004.

Man hatte sich für die bulgarische Wissenschaftsforscherin Albena Yaneva entschieden, die die Galerie im Jänner 2005 eröffnete. Das erste Event wurde von der Presse komplett verrissen, sie findet sie „Merkwürdig“, spürt Verlegenheit. Nachdem sämtliche von Yaneva vorgelegten Konzepte für weitere Events und Umbaumaßnahmen (die wieder 11 Mio. € gekostet hätten) abgelehnt wurden, wurden 7 Mitarbeiter gekündigt, die Direktorin selbst geht vorzeitig als Lektorin an die Universität Manchester. [2]

Mittlerweile sind alle Streitigkeiten beseitigt – die Aula der Wissenschaften wurde im Juli 2010 endlich wiedereröffnet. Die Räume bieten nun ein Kaffeehaus (Sicience Cafè), eine Säulenhalle für wechselnde Ausstellungen und den Jesuitensaal, das ehemalige Theater. [3] Ein virtueller Rundgang ist unter der Adresse: http://www.aula-wien.at/de/news_events/aktuelles möglich.

Die lateinische Inschrift am Haus („FRANCISCUS I. MARIA THERESIA AUGG: SCI-ENTINS ET ARTIB: RESTITUT: POSUERUNT MDCCLIIII“) bedeutet: Die Kaiser Franz I. und Maria Theresia errichteten mich für die erneuerten Wissenschaften und Künste, 1754.[4]

Vorgängerhäuser

Heidenburse

Auf einem Teil des Areal (auf Seite des Dr.-Ignaz-Seipel-Platzes) stand Anfang des 15. Jahrhunderts eine „Heidenburse“, daran erinnert eine Gedenktafel im Hauseingang von Wollzeile 25. Später wurden die Studentenwohnungen als „Kaiserliches Seminar“ genutzt. 1456 taucht in Plänen der Name „Heidenhaimburse“ auf, die Burse wurde geschlossen, als das Jesuitenseminar sich hier ansiedelte.



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Quellen