Wollzeile 25

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Grund-Information
Wollzeile 25.jpg

Wollzeile 25

Aliasadressen =Wollzeile 25
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 782 | vor 1821: 829 | vor 1795: 803
Baujahr 1902
Architekt unbekannt


Ignaz Leopold Depauli´sches Stiftungshaus - Architektur und Geschichte

1902 wurde das Depauli'sche Haus, ein Durchhaus, das die (unterschiedlichen) Häuser Wollzeile 25 und Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 3 verbindet, gebaut. Es wurde im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen, wodurch auf Seite des damaligen Universitätsplatzes der Durchgang versperrt wurde.

Vorgängerhaus

An seiner Stelle stand bereits im 13. (oder laut Gedenktafel im 15.) Jahrhundert ein Schwibbogenhaus, in ihm war die Haidenburse (die später in der Pauli-Burse auf Seite des Dr.-Ignaz-Seipel-Platzes aufging) zu finden. Auf Seite der Wollzeile standen zu dieser Zeit noch zwei Häuser, wovon eines 1461, das andere 1454 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Erst Ende des 16. Jahrhunderts (um 1590) wurden sie zu einem Haus verbaut.

1644 stiftete Pater Wilhelm Lamormaini das Haus den Jesuiten als Standort für ihr neues Seminar, das Geld dafür hatte er von Ferdinand II. erhalten. Nun siedelten sich hier 40 Studenten an, die von dem Orden verpflegt wurden. Das Seminar wurde geschlossen, als der Orden der Jesuiten 1773 aufgehoben worden war.

In diesem Jahr kaufte Ignaz Leopold Depauli das Haus, er hatte eine Stiftung für arme Kinder und Waisen gegründet, der er das Gebäude vermachte ("Ignaz di Pauli von Enzebühl Stiftung"). [1]

Ab 1860 befand sich im Durchgang des Hauses eine bekannte Greislerei, der "Alte Moritz", die vor allem von Studenten der nahegelegenen Universität gut besucht wurde. Im 20. Jahrhundert fand sich in den Räumlichkeiten eine große Tierhandlung namens "Findeis".

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

In einem der beiden an der Wollzeile gelegenen Häuser wohnte der Stadtschreiber Franz Igelshofer (* 1505, † vermutlich 1576 Wien). Igelshofer gilt als Förderer von Wolfgang Lazius und Wolfgang Schmeltzl.

Gedenktafel

Die im Durchgang des Hauses angebrachte Gedenktafel erinnert an das Schwibbogenhaus, das bereits im 15. Jahrhundert hier gestanden war.

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
GT Depauli.jpg Haidenburse, Ignaz Leopold Depauli Bereits im 15. Jahrhundert

erhob sich an dieser Stelle
ein Schwibbogenhaus, das als
Heim der "Haidenburse", später
als Seminar verwendet wurde.
Bei Aufhebung des letzteren
an
Ignaz Leopold Depauli
verkauft, widmete es dieser
zu einer Stiftung, in deren
Interesse dieser Neubau
1901-1902 aufgeführt wurde.



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Quellen

  1. Eugen Messner: Die Innere Stadt Wien: Österr. Bundesverlag, 1928, Leipzig, S. 56