Spiegelgasse 5

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Grund-Information
Spiegelgasse 5.jpg

Spiegelgasse 5

Aliasadressen =Spiegelgasse 5, =Seilergasse 6
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1091 | vor 1821: 1157 | vor 1795: 1118 | vor 1775 (nicht amtlich): 837
Baujahr 1844
Architekt Leopold Mayer


Der Matschakerhof - Architektur und Geschichte

Das Durchhaus wurde 1844 von Leopold Mayer unter Einbeziehung der alten Substanz zu einem Hotel umgebaut, das am 25. Oktober 1845 unter dem Namen "Matschakerhof" eröffnet wurde.

Der Matschakerhof ist nach Josef (Hanns) Matschaker (Matschacher) benannt, dem ersten Besitzer (1493) des Hauses - es ist jedoch auch eine andere (erfundene) Erklärung im Umlauf: 1485 hatte sich hier ein Gasthaus befunden, in dem sich die Anhänger und Kundschafter des Ungarkönigs Corvinus trafen. Damals belagerten die Ungarn Wien, "ma csak" (erst heute) soll das Losungswort gewesen sein, um in die geheimen Räume Einlass zu erhalten.

Vorgängerhäuser

Im 14. Jahrhundert standen noch vier Häuser auf dem Grundstück, die 1376 zu einem verbaut wurden. Es war meist in Adelsbesitz, so gehörte es Hermann Schad von Lengenfeld (um 1460), der Frau von Ritter Leopold von Wulzendorf (ab 1472) oder Elisabeth Sweinbarter, der Frau von Christoph Sinzendorf (1489).

1493 schließlich kam es in Besitz des Namensgebers, Hans Matschacher, einem Angehörigen eines angesehenen niederösterreichischen Rittergeschlechtes. 1530 kam es an die protestantische Familie Jörger, später an die Franziskaner. 1684 Besaß die Probstei Eisgarn den Hof.

Ab 1688 wohnte in dem Haus ein hofbefreiter Schnurmacher namens Dionysus Abb, damals trug das Haus den Namen "Repeneckhisches Haus". [1]

Das Hotel Matschakerhof

Schon 1690 gelangte das Haus in Besitz eines Gastwirten (Georg Grimb), damals war es die Einkehr für die „Edenburger Landgutscher", seither wurden hier immer Gasthöfe betrieben. Im Besitzer der Familie Matschaker blieb das Hotel bis 1765, dann ging es an Anton Ziegelmayer und dessen Erben über. [2]

Durch den Umbau 1844 wurde ein Hotel namens "Gasthaus zum Matschakerhof" geschaffen, das vor allem für Gäste der Weltausstellung gedacht war. Hier steigen zahlreiche bekannte Persönlichkeiten ab, darunter Friedrich Ludwig „Turnvater“ Jahn (1815) und Franz Grillparzer. Das Hotel wurde am 1.2.1960 geschlossen.

Gedenktafel Franz Grillparzer

Eine Gedenktafel erinnert daran, dass der Dichter Franz Grillparzer (1791-1872) hier Stammgast war.

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Grillparzer GT Spiegelgasse.png Grillparzer, Franz Franz Grillparzer

1791 - 1872
war Stammgast im Wirtshaus
zum Matschakerhof



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Quellen

  1. Herbert Haupt: Das Hof- und hofbefreite Handwerk im barocken Wien, 1620 bis 1770, Studien-Verlag, Innsbruck, Wien, Bozen, 2007, S. 187
  2. Johann Rumpelmeier: Der Salon. Belletristisch-literarische Revue. 1854, Wien, Selbstverlag, S. 200