Schillerplatz 3

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Grund-Information
Akademie der bildenden Künste (50403) IMG 1662.jpg

Akademie der bildenden Künste

Aliasadressen =Schillerplatz 3, =Makartgasse 2, =Gauermanngasse 1, =Getreidemarkt 6
Ehem. Konskriptionsnummer keine (Stadtbefestigung und Glacis)
Baujahr 1872
Architekt Theophil Hansen, Friedrich Stach


Akademie der Bildenden Künste - Architektur und Geschichte

Der Titanensturz

Die Akademie wurde 1872-1876 erbaut, die feierliche Eröffnung fand am 3.4.1877 statt. Die Baukosten betrugen damals vier Millionen Gulden. Entworfen hatte das Gebäude Theophil Hansen, der selbst Professor für Architektur an der Akademie war, im Stil der italienischen Renaissance.

An der Freitreppe stehen zwei bronzene Zentauren, die von Edmund Hofmann von Aspernburg geschaffen wurde, die Reliefs über den Portalen stammen von Alois Düll. Über den dorischen Säulen des dreiteiligen Hauptportals stehen vier Figuren von Franz Melnitzky, sie stellen die Architektur, die Bildhauerkunst, die Malerkunst und die Graveurkunst dar. Die beiden äußeren Statuen, Phidias und Perikles, stammen von Vincenz Pilz. [1]

In den Nischen zwischen den Bogenfenstern sind 24 Terrakotta-Figuren im antiken Stil angebracht, sie wurden von Schülern der Akademie gestaltet. In den Fensternischen der Rückseite sind Fresken angebracht, sie wurden von August Eisenmenger geschaffen. Währen dem zweiten Weltkrieg wurden sie nahezu vollkommen zerstört.[2]

Im großen Mittelsaal der Akademie befindet sich ein Deckengemälde, das den Titanensturz darstellt und von Anselm von Feuerbach stammt, vollendet wurde es von Christian Griepenkerl und Heinrich Tentschert.

In der Aula befindet sich eine Bronzeplastik zum Gedenken an gefallene Akademiestudenten (von Josef Müllner, 1925) und eine Gedenktafel für Theophil Hansen (Portraitbildnis von Carl Kundmann, 1883).

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Theophil HansenGT.png Hansen, Theophil Ihrem Theuren Lehrer

THEOPHIL VON HANSEN
Architekten dieses Hauses, an seinem LXX. [70.] Geburtstage
Die dankbaren Schüler
XIII. Juli MDCCCLXXXIII
Gedenktafel 100 – Theophile Hansen, Schillerplatz 3

Die Akademie enthält nicht nur Unterrichtsräume, sondern auch eine Bildersammlung, eine Gipsgießerei, das Gipsmuseum und eine Bücherei.

1945

Am 12.3.945 wurde das Haus durch Bomben schwer getroffen und durch einen Brand stark verwüstet, der Wiederaufbau erfolgte jedoch rasch und schon am 20.4.1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen. Einige der Kunstwerke, die die Nazis eingenommen hatten, wurden in Rückführungsverfahren wieder zurück in das Haus gebracht.

Berühmte Schüler der Akademie

Die Liste der Namen der bekannten Absolventen ist lang, zu den berühmtesten Schülern gehören: Michelangelo Unterberger (1695-1758), Ferdinand Georg Waldmüller (1797-1865), Leopold Kuppelwieser (1796-1862), Rudolph von Alt (1812-1905), Anselm Feuerbach (1829-1880), Otto Wagner (1841-1918), Clemens Holzmeister (1886-1983), Egon Schiele (1890-1918), Rudolf Hausner (1914-1995), Alfred Hrdlicka (1928-2009), Friedensreich Hundertwasser (1928-2000), Gustav Peichel (geb. 1928), Arik Brauer (geb. 1929), Ernst Fuchs (geb. 1930), Gottfried Helnwein ((geb. 1943) und Manfred Deix (geb. 1949).

Der berühmteste der abgelehnten Schüler war Adolf Hitler.

Die Geschichte der Akademie

Die Akademie um 1880
Die Akademie heute

Gegründet wurde die Akademie von Peter Strudel im Jahr 1692 nach dem Vorbild der Academia de San Luca. Strudel stellte dafür die Räumlichkeiten in dem von ihm erbauten Haus, dem Strudelhof, zur Verfügung. Der Kaiser unterstützte ihn dabei finanziell, 1705 wurde die Akademie in ein kaiserliches Institut umgewandelt. Die ersten Klassenzimmer gab es in der Alserkaserne (die 1913 abgerissen wurde)-

Nach dem Tod von Strudel 1714 schlief der Betrieb ein und wurde erst 1725 durch die Aktivitäten von Jacob van Schuppen wieder aufgenommen, diesmal im Schönbrunnerhaus in der Tuchlauben (ab 1731). Nach einigen Schwierigkeiten (das Institut wurde schlecht besucht) übersiedelte die Akademie 1786 in den Annahof (Annagasse 3, in die Räume des ehemaligen Annaklosters), wo auch öffentliche Ausstellungen organisiert wurden.1872 erhielt die Akademie den Hochschulstatuts, 1877 übersiedelte sie endlich in ein eigenes Gebäude, 1998 wurde sie zur Universität.

Der Anatomiesaal im Keller, Theatrum Anatomicum

Im Keller der Akademie befindet sich einer der letzten erhaltenen Anatomiesäle Europas. Die Kunststudenten konnten hier der Leichensektion beiwohnen, sie saßen rund um den Marmortisch, der in der Mitte ein Loch zum Abrinnen der Körpersäfte hat. Die Holzmöblierung stammt noch aus der Erbauerzeit, und erinnert mehr an Kirchenbänke. Das Holz der Bänke ist nicht so hochwertig wie es scheint, sie sind bemalt und imitieren edle Hölzer.

Da der Saal ohne Tageslicht ist, finden hier höchstens Vorlesungen statt, zum Zeichnen ist er weniger geeignet. Die Nutzung für anatomische Zeichenübungen geschah nur in der Zeit von 1874 bis 1906, als Ernst Anton Frisch hier seine Vorlesungen abhielt. Gewöhnlich werden die anatomischen Studien seither im Josephinum (Museum für Geschichte der Medizin), im Narrenturm (Pathologisch-Anatomisches Bundesmuseum) oder im Anatomischen Institut der MUW in der Währinger Straße abgehalten.

Das Wissen um die Anatomie ist für Künstler genauso wichtig wie für den Mediziner, der Verlauf der Muskulatur ist zur perfektionierten Darstellung der Körper und der Bewegungsabläufe erforderlich. Einer der bedeutendsten Verfechter der Anatomie für Künstler war Johann Martin Fischer (1740-1820). Nachdem ein junger Mann plötzlich gestorben war, nutzte Fischer die Gelegenheit, sezierte ihn und schuf den perfekten Muskelmann. Dieser diente nicht nur zahlreichen Studenten als Lehrmittel, er verschaffte Fischer die Professur an der Akademie. Der Muskelmann mit dem erhobenen Arm ist noch heute im Foyer der Gemäldegalerie zu sehen.

2005 wurde der Saal als Theater genutzt, hier fand als Außenstelle des Burgtheaters, die Uraufführung von Klaus Pohls Stück „Der Anatom“ statt.

Museen

Gemäldegalerie und Kupferstichsammlung

Die Lehrmittelsammlung der Akademie besteht aus Kunstwerken ab dem 14. Jahrhundert. Viele der Exponate wurden durch Fliegerbomben zerstört, in der Gemäldegalerie sind heute etwa 250 Bilder zu sehen. Die Gemäldegalerie zeigt Bilder von den alten Meistern: Zu sehen sind Bilder der flämischen Maler, wie Hiernoymus Bosch („Der Weltgerichtsaltar“), Rubens, Rembrandt und van Dyck. Aber auch Murillo („Würfelspielende Knaben“) oder Francesco Guardi und Tizian können betrachtet werden. Die Galerie ist als Museum öffentlich zugänglich (geöffnet Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr).

Das Kupferstichkabinett gehört zu den bedeutendsten Grafiksammlungen in Österreich.

Im Herbst 2010 wurde der neue Galerieraum „xhibit“ geschaffen, der zeitgenössische Kunst zeigt. Hier haben die Studenten und deren Lehrer die Möglichkeit auszustellen, es gibt aber auch immer wieder Ausstellungen des Kupferstichkabinetts.

Eintritt

  • Di - So, 10:00 - 18:00 (Montag geschlossen)
  • feiertags, 10:00 - 18:00
  • Stufenloser Zugang über Makartgasse 2

http://www.akademiegalerie.at/

Erreichbarkeit per Telefon oder Mail:

  • +43-1-588 16-2222
  • gemgal@akbild.ac.at

Das Gipsmuseum

Eine weitere Besonderheit, die in einer Außenstelle der Akademie besichtigt werden kann, ist die Sammlung der Gipsabgüsse. Diese Sammlung der Exponate geht aufs Ende des 17. Jahrhunderts zurück, die Abdrücke galten als Studienobjekte für die Schüler der Akademie. Schon 1851 konnten die Objekte öffentlich besichtigt werden, im 20. Jahrhundert verlor die Öffentlichkeit jedoch das Interesse. Die Figuren wurden in Lagern untergebracht und immer wieder in andere Räume übersiedelt. Schließlich entschloss sich 1989 die Akademie, die 450 Exponate wieder zu übernehmen und im sanierten Semperdepot auszustellen.

GLYPTOTHEK der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

  • Atelierhaus | Lehargasse 6-8, 1060 Wien

Führung auf Anfrage:

  • +43 (0)1 58816 2222
  • gemgal@akbild.ac.at



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Quellen

  1. Eugen Meßner, Die Innere Stadt Wien, Ein Beitrag zur Heimatkunde, ÖBV, 1928, S.19
  2. Justus Schmidt, Hans Tietze: Dehio Wien - Die Kunstdenkmäler Österreichs, Verlag Anton Schroll, 5. Auflage, 1954; S. 58