Kleeblattgasse 2

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Grund-Information
Haus-Tuchlauben 11-01.jpg

Kleeblattgasse 2

Aliasadressen =Kleeblattgasse 2, =Tuchlauben 11
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 435, 436, 437 | vor 1821: 468, 469, 470 | vor 1795: 253, 254, 255
Baujahr 1837-1837
Architekt Josef Kornhäusel, Adaptiert: Leopold Mayr


Das Kleeblatt-Haus - Architektur und Geschichte

Das Haus entstand aus drei ehemals hier stehenden Gebäuden 1837. Im ersten Stock ist ein Relief angebracht, das aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt. Am 15.9.1864 wurde dieses und das angrenzende Haus an den Schneidermeister Joseph Gunkel verkauft und aufgestockt.

Am 1. März des Jahres 1939, damaliger Besitzer war Moritz von Kuffner, wurde das Haus auf Verfügung der Polizeileitstelle dem Auswanderungsfonds Wien einverleibt.

Vorgängerhäuser, „Zum grünen Felberbaum“ und Kleeblatthaus

Die ehemals hier stehenden Häuser 435, 436 und 437 wurden alle bereits im 15. Jahrhundert erwähnt. Haus 435 war um 1460 in Besitz des Bürgermeisters Jakob Starch, der es an den Kramer Conrat Pinter verkaufte.

Haus 436 war 1585 im Besitz des Taschners Christoph Felber, weshalb es den Namen „Zum grünen Felberbaum“ erhalten haben dürfte.

Das dritte Haus, Stadt 437, gehörte ab 1539 einem „Hanns Kleplat dem Älteren“, nach ihm ist das Haus (Kleeblatthaus) und die Gasse benannt. 1668 gelangte es in den Besitz der Familie Sala, die später in den Freiherren-Stand erhoben wurde. 1837 kaufte der Kämmerer Felix Freiherr von Sala auf Stollberg, ein Nachkomme der Familie Sala, die beiden anderen Häuser, ließ alle drei abreißen und erbaute stattdessen das heute hier stehende Gebäude.

Zum steinernen Kleeblatt

In dem Haus befand sich der Keller „Zum steinernen Kleeblatt“, in dem angeblich auch Mozart und Metastasio häufig verkehrten. Damals stand noch in einer Nische des Hauses das Hauszeichen, ein aus Stein gehauene Kleeblatt, darüber eine Statue der Maria mit Jesuskind. Im dritten Stockwerk prangte eine Sonnenuhr.

In dem Keller saß auch der Teufelsschlosser Martin Mux, der hier Karten gespielt haben soll und darüber den Gottesdienst im Stephansdom versäumt hatte. Seine Seele gehörte damit dem Teufel; genaueres dazu liest man bei der Sage zum Stock-Im-Eisen-Platz 3.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus des Stuckateurs Santino Bussi

1715 hat der Hofstukkator Santino Bussi hier gewohnt, der den prachtvollen Hochaltar in der Peterskirche gestaltet hatte. In dem Haus starb sein Sohn im Alter von 5 Monaten.

Moritz Kuffner

Moritz Kuffner (30.1.1854-5.3.1939) war der Neffe des Besitzers der Ottakringer-Brauerei, der auch Bürgermeister von Ottakring war. Nachdem er von seinem Onkel die Brauerei und ein Millionenvermögen geerbt hatte, konnte sich Moritz seinen Hobbys widmen: er war glühender Alpinist und beschäftigte sich mit Astronomie. Zwischen 1900 und 1910 war er sowohl Mitglied des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde als auch des Industriellenklubs, der Gesellschaft der Musikfreunde und des Österreichischen Automobilklubs. 1938 emigrierte er in die Schweiz, wo er am 5.3.1939 starb.



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