Fleischmarkt 11

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Grund-Information
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Fleischmarkt 11

Aliasadressen =Fleischmarkt 11, =Griechengasse 9-11
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 711, 712 | vor 1821: 755, 756 | vor 1795: 700, 701
Baujahr um 1570
Architekt unbekannt


Der Darvar-Hof, Griechenbeisl, ehem. Reichenbergerbeisl, Zum roten Dachl - Architektur und Geschichte

Der Wohnturm

Das Haus wurde um 1570 erbaut.

Lokale

Das Griechenbeisl

Eines der Autogramme an der Wand des Lokals - dieses von Egon Schiele

In dem Haus befindet sich eines der ältesten Lokale von Wien, das Griechenbeisl. Das Lokal wurde erstmals 1447 urkundlich erwähnt, damals hieß es „Zum goldenen Adler“ und es gibt Belege, dass es damals 550 Pfennig wert war.

Später schien es als Rotes Dachl, Goldener Engel und Reichberger Beisl auf. Griechenbeisl heißt es heute wegen der Umgebung (Griechenviertel).

Hier waren viele populäre Zeitgenossen wie Johannes Brahms, Richard Wagner, Franz Grillparzer und Johann Nestroy Stammgäste und hinterließen ihr Autogramm an der Wirtshauswand.

An der Fassade ist das Holzrelief eines Dudelsackpfeifers angebracht, „Der liebe Augustin“.

Im 17. Jahrhundert trat hier der Bänkelsänger „Marx Augustin“ (der liebe Augustin) auf, man kann ihn im Eingang sehen. Er heiterte in der Zeit der Pest die Wiener Bevölkerung mit lustigen Liedern auf.

Das Griechenbeisl zählt heute zu den Restaurants der gehobenen Klasse - zumindest, was die Preise anbelangt. So kostet das klassische Wiener Schnitzel etwa anderthalb mal so viel wie im berühmten Restaurant Figlmüller.

Sagen und Legenden

Die Sage Die Legende des Lieben Augustin
Der liebe Augustin Wien 1010.JPG
Der Legende nach war der 36-jährige Augustin 1679 während der Pestepidemie wieder einmal stockbesoffen und schlief irgendwo in der Gosse seinen Rausch aus. Siech-Knechte, die damals die Opfer der Epidemie einsammeln mussten, fanden ihn, hielten ihn für tot und brachten die Schnaps-Leiche zusammen mit den Pest-Leichen auf ihrem Sammelkarren vor die Stadtmauer. Dort warfen sie ihre ganze Ladung in ein offenes Massengrab. Diese Pestgrube soll sich in der Nähe der Kirche St. Ulrich im siebten Wiener Gemeindebezirk befunden haben, gleich neben dem Platz, an dem heute der Augustinbrunnen steht. Am folgenden Tag habe Augustin inmitten der Leichen so lange krakeelt und auf seinem Dudelsack gespielt, bis Retter ihn aus der Grube zogen.

Dieses Erlebnis verarbeitet Augustin in einem Lied, das er unter anderem im Griechenbeisel gerne vortrug.

O du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
O du lieber Augustin, alles ist hin.
Geld ist weg, Mensch (Mäd´l) ist weg,
Alles hin, Augustin.
O du lieber Augustin, Alles ist hin.
Rock ist weg, Stock ist weg,
Augustin liegt im Dreck,
O du lieber Augustin, Alles ist hin.
Und selbst das reiche Wien,
Hin ist's wie Augustin;
Weint mit mir im gleichen Sinn,
Alles ist hin!
Jeder Tag war ein Fest,
Und was jetzt? Pest, die Pest!
Nur ein groß' Leichenfest,
Das ist der Rest.
Augustin, Augustin,
Leg' nur ins Grab dich hin!
O du lieber Augustin, Alles ist hin!

Die drei Kanonenkugeln

Die drei Kanonenkugeln

Im Aufgang zur Augustinerstuben sind drei Kanonenkugeln eingemauert. Die Tafel daneben erklärt:

"Anno 1529 stand das Gasthaus zum gelben Adler, das heutige Griechenbeisl, als Teil der Stadtmauer von Wien und Bastion gegen die anstürmenden Türken im Kugelhagel der Geschütze. Bei Renovierungsarbeiten 1963 wurden diese drei Kugeln im Gemäuer gefunden und zeugen von einer großen Vergangenheit unseres Hauses."



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Quellen