Griechengasse

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Griechengasse

Wien 01 Griechengasse c.jpg

Benennung 1862
Benannt nach Ansässigen Griechen
Straßenlänge 147,36 Meter[1]
Gehzeit 1,78 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Krongasse, Hinter dem alten Fleischmarkt auf der Höhe,

hinter St. Laurenz bei den Hafnern, Als man unter die Hafner geht, Auf der Muster, Auf der Burger Musterung


Namensgebung und Geschichte

1815 lebten in Wien rund 4.000 Griechen, da 1718 (nach dem Frieden von Passarowitz – diesen Türkenkrieg hatte Prinz Eugen von Savoyen angeführt) mit dem Osmanischen Reich Handelsverträge abgeschlossen wurden und hier endlich tätig werden durften.

Durchgang Griechengasse

An das ehemals griechische Viertel erinnern noch zahlreiche Plätze, wie die Orthodoxe Georgskirche, die Griechenkirche zur heiligen Dreifaltigkeit und das Griechenbeisel.

Berühmte Griechen aus diesem Viertel waren zB. Nikolaus Dumba (ein Kunstmäzen, der Klimt, Schubert, Brahms, Makart Wagner und Richard Strauß förderte – er begründete auch die Schubert-Sammlung), oder auch Georg Simon von Sina, der viel in österreichische Verkehrsprojekte investierte, und damit der größte Konkurrent der Familie Rothschild wurde. Nach ihm ist die Simagasse in Kaisermühlen benannt (schon seit 1877).

Bevor die Griechen der Gasse ihren Namen gaben, hieß sie "Krongasse", nach dem Hausschild „zu der guldein Kron“. Im frühen Mittelalter war die Gasse noch zweigeteilt – und hieß „Hinter dem alten Fleischmarkt auf der Höhe“, der andere Teil hieß „hinter St. Laurenz bei den Hafnern“. Später dann "Als man unter die Hafner geht", "Auf der Muster" und "Auf der Burger Musterung" (nach der militärischen Musterung, die die Bürger hier vorgenommen hatten).

Diese mittelalterlichen Bezeichnungen deuten schon darauf hin, dass hier etwas Besonders ist, nämlich die einzige erhaltene gotische Hausfront Wiens. Herausstechend ist der Turm, der schon 1483 abgebildet wurde, er muss also jedenfalls älter sein. Ursprünglich war er Teil der Stadtmauer, heute sind in den Häusern hauptsächlich Wohnungen untergebracht.

Alte Relikte: Prellsteine und Warntafel

Bemerkenswert sind die alten Prellsteine (Radabweiser) an den Häusern, die aus Granit sind, damit die daran streifenden Räder der Kutschen sie nicht beschädigen konnten.

Dass es schon damals eng in der Griechengasse zuging, belegt ein Schild aus dem Jahr 1912. Zum einen warnt es Fußgänger vor Fuhrwerken, zum anderen hält es die Kutscher dazu an, in der Gasse nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren bzw. bei Schwerlastkutschen die Kutschpferde am Zügel zu führen oder aber eine erwachsene Begleitperson vorauszuschicken, um die Menschen zu warnen.

Häuser der Gasse



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at