Die karolingische und Ottonische Mark

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Die Karolingische Mark

791 führte der Frankenkönig Karl der Große einen Feldzug gegen die Awaren, dieser scheiterte jedoch. Immerhin konnten die Awaren bis zum Wienerwald zurückgedrängt werden.

Wien hatte inzwischen zwei Teile - das Gebiet über dem Salzgries gehörte den Awaren mit ihren slawischen Stadthaltern, und nannte sich "Zwingstadt", das südöstliche Gebiet, das von der Tuchlauben bis zur Kramergasse und von der Landskrongasse bis zum Graben reichte, war die "Reststadt". Durch die Vernichtung der Awaren wurden nun die beiden Stadtteile miteinander verbunden, das ehemalige Glacis der Zwingstadt wurde zum gemeinsamen Marktplatz - es handelt sich dabei um das das Gelände des heutigen Hohen Marktes. Zusätzlich wurde eine Straße Richtung Osten erbaut, die sich vom Lichtensteg über das Lugeck bis zur heutigen Landstraßer Hauptstraße erstreckte. [1]

795 kam es zu einem Bürgerkrieg im awarischen Reich, der dazu führte, dass ein neuer Herrscher (Tudun) eingesetzt wurde, der dem Frankenkönig, der das bairische Herzogturm erobert hatte und seine Ländereien bis St. Pölten ausgedehnt hatte, die Unterwerfung und den Anschluss ans Christentum anbot. Trotz diesem Anschluss unterwarfen die Franken weiterhin die Ländereien der Awaren, Tudun erhielt ein Gebiet östlich von Wien als "Awarisches Fürstentum".

In den Salzburger Annalen taucht der Name Wiens erstmals 881 auf. Unter der mittelalterlichen Bezeichnung "ad Vveniam“, also „bei Wenia", hatte eine Schlacht mit den Magyaren stattgefunden. die Bezeichnung Wenia stammt aus der kelto-romanischen Vedunia, was wiederum "Waldbach" bedeutet. Gemeint war damit der heutige Wienfluss.[2]

Der Vertrag von Verdun und die Teilung des Frankenreichs

Nach dem Tod von Karl dem Großen begannen Erbschaftsstreitigkeiten, die im Vertrag von Verdun 843 endeten. Das Herzogtum Baiern und die umgebenden Marken wurden dem Ostfrankenreich angeschlossen, aus der ehemaligen Awarenmark wurde die "Provinz Marcha Orientalis" (Mark im Osten).

Die Ottonische Mark

955 siegte der Deutsche König Otto I. (936-973) über die Magyaren auf dem Lechfeld. Das ermöglichte eine Verschiebung der Grenzen im südost-europäischem Raum. Die Magyaren wurden sesshaft und nahmen das Christentum an. Um die Ostgrenze vor dem ungarischen Volk zu schützen, wurden Grenzmarken errichtet, die sich im Laufe der Jahre immer weiter nach Osten verschoben.

Die Ottonische Mark, eigentlich die Grenzmark Bayern, entstand 970. Otto I. setzte erst einen Lehensmann für die Herrschaft der Mark ein, und stattete den Markgraf mit landesherrlichen Rechten aus: er hatte den militärischen Oberbefehl, und sorgte für die Einhaltung der inneren Ordnung. Für diese Aufgabe wurde erst Burchard bestellt, doch schon 976 wurde Liutpold (Leopold I. - bekannt als erster Babenberger) mit der Ottonischen Mark belehnt, die damals aus dem Alpenvorland (Traungau bis Traisen) bestand.



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Quellen

  1. Leopold Mazakarini, Kleiner Führer durch Wien, XIV, Gesellschaft für Natur- und Heimatkunde, S. 7
  2. Martina Pippal, Kleine Kunstgeschichte Wiens, München 2000, S. 17 f.