Die Babenberger-Residenz

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Im Jahr 1000 war noch nicht sicher, wie es um die Zukunft Wiens bestellt ist, immer wieder siedelten sich Völker an, zogen aber auch wieder fort. Die "Keimzelle Wiens", der Berghof, war die Residenz des jeweiligen Stadtherren.

Die Grafen von Formbach verlegten die Residenz im Jahr 1050 auf den Hof. Damit war bereits ein Grundstein für die Zukunft gelegt.

Mit Heinrich Jasomirgott änderte sich die Situation jedoch nochmals grundlegend.

Abbildung: Wien zur Zeit Heinrichs II. Jasomirgott

Wien wird Hauptstadt

1140 wurde Heinrich Jasomirgott (Heinrich II., * 1107; † 13. Jänner 1177 in Wien), der Sohn von Leopold III., zum Pfalzgraf bei Rhein, und als sein Bruder Leopold IV. 1141 starb, erhielt er auch Österreich (Markgraf). Als er die Witwe von Heinrich dem Stolzen, Gertrude, heiratete, wurde er mit dem Herzogtum Bayern belehnt. Gertrude von Sachsen starb am 18.4.1143 bei der Geburt ihres ersten Kindes.

Gertrud (Gertraud), Tochter Kaiser Lothars, und Theodora Komnena, Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel Komnenos, Gemahlinnen Herzog Heinrichs II. Ausschnitt aus dem Babenberger Stammbaum, Stift Klosterneuburg.

1147 nahm Heinrich am Zweiten Kreuzzug teil, Bayern hatte da bereits einen neuen König (Friedrich I. von Bayern). Heinrich verzichtete also nach seiner Rückkehr auf den Thron und erhielt als Entschädigung die Markgrafschaft Österreich, deren Hauptstadt 1146 nach Wien verlegt wurde. Österreich wurde zu einem Herzogtum erhoben, Heinrich Jasomirgott erhielt gleichzeitig den Titel "Herzog".

Die Pfalz Am Hof

Um 1150 übernahm er die Residenz Am Hof, ließ sie neu erbauen und nutzte sie als neuen Wohnsitz der Babenberger. Die Residenz bestand aus mehreren Häusern, die einen großen Platz (Hof) umringten. In der Mitte dieses Hof stand geschützt das Haus des Herzogs. Die nordwestliche und südwestliche Seite befand sich entlang der alten römischen Ummauerung, gegen die bürgerliche Altstadt und die Judenstadt war der Hof durch Tore abgegrenzt.

1156 empfing Heinrich Jasomirgott, gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau Theodora Komnena (eine byzantinische Prinzessin), in dieser Pfalz den Kaiser Friedrich Barbarossa.

Heinrich II. erlitt im November 1176 einen Unfall, als er mit seinem Pferd über eine morsche Holzbrücke ritt und diese einstürzte. Er zog sich dabei einen Schenkelhalsbruch zu, der schließlich am 13.1.1177 zu seinem Tod führte. Seinem letzten Wunsch folgend, wurde er in einem Hochgrab in der Schottenkirche (nicht mehr existent - heute ist er in der Krypta des Schottenstifts beigesetzt) beigesetzt.

An der Außenwand der Kirche ist eine Statue von Heinrich zu sehen.

Die Burg blieb hier bis 1275, dann siedelte der Hof in die neue Burg, den heutigen Schweizertrakt der Hofburg. In das aufgelassene Herzogsdomizil wurde die landesfürstliche Münze verlegt. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel Am Hof 2 daran, dass hier die Babenberger Pfalz stand.



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