Deutschordenskirche

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Grund-Information
Deutschordenskirche Singerstraße 1.jpg

Die Deutschordenskirche

Aliasadressen =Singerstraße 7K
Konfession römisch-katholisch

Architektur und Geschichte

Der Kirchturm

Die römisch-katholische Kirche aus dem 13. Jahrhundert, von der heute nur mehr der Kirchturm erhalten ist (er ist damit das älteste Teil der Kirche), brannte Ende des 14. Jahrhunderts ab. Das neu errichtete Langhaus wurde am 4. Adventsonntag 1395 der Ordenspatronin, der heiligen Elisabeth von Ungarn, geweiht.

Im Barock (im 18. Jahrhundert) wurde das rechteckige Langhaus im gotischen Stil in einen ovalen Raum abgeändert, dadurch entstanden in den Ecken Emporen mit gotischen Ornamenten. Das Besondere daran: Durch sie kann die Kirche aus den dahinter liegenden Wohnungen direkt betreten werden.

Die Erbauung der Kirche

Herzog Leopold IV. hatte in Akkon 1198 den "Orden der Brüder des Deutschen Hauses St. Mariens zu Jerusalem" gebeten nach Wien zu kommen. Sie kamen 1205 tatsächlich, der Herzog und der Landesbischof Wolfger schenkten ihnen dafür das auch heute noch bestehende Areal. 1249 wird hier erstmals eine Kapelle und ein Ordenshaus erwähnt. Die Kapelle brannte beim großen Stadtbrand am 5.8.1258 ab, dadurch wurde 1326 ein Neubau notwendig. Der berufene Baumeister war Jörg von Schiffering aus Nördlingen. Der Bau schritt rasch voran, schon 1335 soll die Kirche benutzbar gewesen sein. Die Weihe erfolgte jedoch erst 1395.

Dieser gotische Grundriss hatte die Maße eines reinen Rechtecks: 21 Meter Länge, 7 Meter Breite und 14 Meter Höhe. An der Südseite waren vier Fenster angebracht. Die Außenmauer ist 2,5 Meter stark, die Nordwand misst nur 70 Zentimeter. Um diese dünne Wand nicht zu schwächen, fielen die Fenster klein aus.

1955 wurde bei Umbauarbeiten am alten Turm ein gemalter Fries aus der Bauzeit mit den Wappen des Hochmeisters, Österreichs und Böhmens entdeckt.

Während der Ersten Türkenbelagerung diente die Kirche und das Ordenshaus zur Unterbringung der Menschen, die in der Wieden und der Umgebung des Bürgerspitals gewohnt hatten und durch die Belagerung ihr Heim verloren hatten.

Die Barockisierung der Kirche

Graf Guido(bald) Starhemberg, der hier auch begraben ist, ließ 1720 bis 1722 eine Umgestaltung der Kirche im Stil des Barock vornehmen. Er ließ damals die an drei Seiten freistehende Kirche von zwei Ordenshäusern umbauen, womit das heutige Bild entstand. Um die Kirche optisch in die Mitte des Häuserblocks zu bekommen, wurde ein Fenster vermauert, damit sie markanter wurde, erbaute man einen Giebel über den drei verbliebenen Kirchenfenstern. Zum Schmuck wurde dieser Giebel mit Statuen und Wappen ausgestattet. Die Handwerker und Künstler, die für die Arbeiten genannt werden, waren Martinelli (Baumeister), Winkler (Steinmetz), Alfieri und Camesina (Stukkateure), Andreas Prenner und Johann Frank (Maler) und Giuliano, der vier Marmorstatuen der Evangelisten geschaffen hatte, die mittlerweile verschwunden sind. Sie wurden durch neugotische Statuen von Hutterer ersetzt.

Die Regotisierung der Kirche bis heute

1864 wurde die Kirche - durch Josef Lippert, im Auftrag des Landkomturs Eugen Graf von Haugwitz - renoviert und wieder umgestaltet, der Kirchturm erhielt damals, statt der Barockhaube, nun einen neugotischen Turmhelm. Die Figuren und Wappen am Giebel wurden entfernt, da sie baufällig geworden waren, nur das Hochmeisterwappen blieb bestehen.

1945 trafen die Kirchen Bomben, der Wiederaufbau dauerte bis 1947.Die Glasfenster konnten nicht mehr ersetzt werden.

Das Geläute der Deutschordenskirche kann in folgendem YouTube-Video gehört werden: https://www.youtube.com/watch?v=fU8dZ038ofA

Innenausstattung[1]

Der einschiffige, ehemals rechteckige Innenraum der Kirche wurde durch den barocken Umbau fast oval. Die EInbauten dafür sind fast 2,5 Meter tief. Die Gewölbe sind mit gotisierendem Stuck geschmückt.

Die Wappenschilde

Unterschied der Wappenschilde

Bei Betreten der Kirche fällt eines sofort auf: An den Kirchenwänden sind mehr als achtzig Wappenschilde (Aufschwörschilde und Landkomturschilde) angebracht, sie alle wurden nach dem Ritterschlag jeweils hier angebracht. Dass hier auch Landkomturschilde zu finden sind liegt daran, dass die Deutschordenskirche gleichzeitig eine Landkommendekirche ist. Der Unterschied ist an den Kreuzen der Schilde erkennbar: die Schilde der Landkomture haben zwei Ordenskreuze im Wappen, die der Ritter nur eines.

Eine in der Struktur des Ordens grundgelegte Besonderheit stellen die mehr als 1.000 Ahnentafeln dar, mit welchen die Ritter, die um Aufnahme nachgesucht hatten, nachwiesen, dass sie über die vorgeschriebene Zahl (seit 1671) 16 adeliger Vorfahren verfügten.

Der Hochaltar

Pocks Altarbild

Das Hochaltarbild von 1667 (geschaffen von Tobias Pock) zeigt die Ordenspatronin Maria mit dem Jesuskind auf den Knien und die Heiligen Elisabeth, Georg und Helena. Das Jesuskind ist dabei, die Heilige Elisabeth zu krönen, während der Großvater (Georg) und der Heilige Geist von Engeln umringt darüber schweben. Pock hatte auch das Hochaltarbild des Stephansdoms geschaffen.

Neben dem Altar sind die Schilde der Hochmeister Erzherzog Viktor (1803) und Erzherzog Maximilian (1863) angebracht.

Der Flügelaltar

Der Flügelaltar geöffnet

Unter dem Hochaltarbild befindet sich ein sehenswerter Flügelaltar, der 1520 in Mechelen für die Marienkirche in Danzig geschaffen wurde, er kam erst 1864 nach Wien. Der dreifaltige Schrein ist geschnitzt, auf ihm ist das Leben Christi in eine Bildgeschichte dargestellt. In der Mitte sieht man die Kreuzigung, darunter die Dornenkrönung. Der linke Flügel stellt vier Szenen dar: Links oben Jesus Todesangst auf dem Ölberg, darunter die Gefangennahme. Rechts oben sieht man Christus vor Kaiphas, darunter Christus vor Pilatus. Der rechte Flügel zeigt ebenfalls vier Szenen: Links oben sieht man die Kreuzigung, darunter die Grablegung, Rechts oben Jesus erscheint vor Magdalena, darunter die Auferstehung. Sind die Flügel geschlossen, sieht man hier von links nach rechts vier Heilige: Petrus mit den Schlüsseln, Simon mit der Säge, Johannes mit dem Kelch und Jakobus mit der Pilgermuschel. Die kleinen Flügel oberhalb zeigen von vorne Christus in der Vorhölle und Jesus, Kreuz tragend. Innen sieht man die Immakulata und die Wirkung der Heiligen Messe.

Der Cuspinianaltar

Der Cuspinianaltar

Der Steinaltar beim Eingang (Cuspinianaltar, 1515 wahrscheinlich von einem Schüler des Michael Tichter geschaffen) zeigt den Stifter Johannes Cuspinian und seine beiden Ehefrauen, Agnes und Anna. Cuspinian hieß eigentlich Johannes Spießheimer, (gestorben am 19.4.1529, begraben in St. Stephan) und war Humanist, Arzt und Dichter. Er leitete das Wiener Gymnasium, bevor er als Diplomat für die Habsburger vor allem in Ungarn eingesetzt war. Cuspinian hatte der Kirche den Sandsteinaltar gespendet, damit diese für ihn und seine beiden Ehefrauen hier Gebete spräche. Anna ist mir ihren beiden Kindern abgebildet.

Unter dem Altar ist eine Inschriftentafel angebracht: "Dr. Dr. Johannes Cuspinian aus Franken, durch 20 Jahre Lehrer der freien Wissenschaften an dieser berühmten Wiener Hochschule, von Kaiser Maximilian in den Rat berufen ... ließ diesen Altar ... zu Ehren Gottes und der seligen Jungfrau Maria im Jahre 1515 anfertigen."

Das Votivbild von Truchseß

Das Votivbild von Truchseß

Das Epitaph aus Solnhofer Sandstein wurde 1524 von Loy Hering für den Landkomtur Jobst Truchseß von Wetzhausen angefertigt. Das Mittelbild zeigt den Abschied von Jesus von Maria in Bethanien. Die Abbildung darüber, im Rundbogen, stellt Jesus als Auferstandenen dar. Links ist der Stifter des Votivbildes, Jobst Truchseß, dargestellt, rechts der Tod. Bei genauer Betrachtung sieht man, dass der Tod auf den Stifter mit einem Pfeil schießt.

Unter dem Bild ist eine Inschrift angebracht: "Anno Domini 1523 lies machen zu ewiger Gedachtnus der lobwirdig, edel und geistlich Herr Jobst, Truchseß von Weczhausen Teutschen Ordens Landkommentar der Österreichischen Balley diese Figur zu Lob und Eer Got und seiner werden Mouter in die Abschaidung zu Bethia."

Die Kirche als Begräbnisstätte

Auch Feldherren aus der Zeit der Türkenbelagerung sind hier begraben: Unter den Grabdenkmälern der Ordensritter sind die von Erasmus Christoph Graf Starhemberg (1729), Guidobald Graf Starhemberg (1737) und Johann Josef Philipp Graf Harrach (1764).

Außerdem befindet sich hier das Grabmal von Jobst Truchseß von Wetzhausen aus dem Jahr 1524.

Epitaph Jobst, Truchseß von Wetzhausen

Das Grabmal von Landkomtur Jobst Trucheß von Wetzhausen

Auf dem Grabstein ist kein Sterbedatum angegeben - der Landkomtur war nach Nürnberg versetzt worden, wo er starb, das genaue Todesdatum kannte man in Wien nicht.

Die lateinische Inschrift auf dem Stein ist sehr umfangreich: "Ha siste parum neperge viator en lege reverendi strenui viri interitum et dicere Vale semperque in Christo vive." Übersetzt: "Wanderer, halte inne besinne dich, lies vom Tod des gestrengen Herrn und sage ihm: sei gegrüßt und lebe in Christus ewiglich."

Anno Domini 15. Am Tag starb der Vilwirdig Erbar und Geistlich herr Jobst Truchses weylandt Lantkommenta des Ritterlichen Teuschen Ordens. dem Got Geruch genedig und Barmhetzig zu sein. Amen.

"Et vives cogitet quid futurum sit." ("Der Lebende denke ans Ende!")

Links: "reposita est hec spes mea in sinu meo" ("Meine Zuversicht liegt in Gott")

Oben: Credo videre bona dmni in terraVIVETIV" ("Ich glaube an die Schau der Guten des Herrn im Lande der Lebenden")

Rechts: "et in Carne mea videbo Deum salvatorem meum utinam foeliciter" (und in meinem Fleische werde ich den Retter schauen, so dass ich glücklich bin"

Unten: "in pace inidipsum dormiam et requiescam." (Bei ihm werde ich in Frieden schlafen und ruhen)

Grabstein des Ritters Gabriel Kreutzer

Das Grabmal des Ritters Gabriel Kreutzer

Auch dieser Grabstein trägt eine erklärende Inschrift:

"Den ersten tag Decembris des 1568 Jar. ist geschrieben der Erwierdig Edl und Gestreng Ritter Herr Gabriel Kreutzer, Landtcommentheit Teutschordens der Bolley in Österreich, Röm. Kay. May. etc. und Kaiser Ferdinando höchstlöblichsten gedächtnus gewester Vice Stadthalter der N. Ö. Lande und jetziger Röm. Kay. May. etc. und Kaiser Maximiilano des annderen Hofratt auch Ihrer Fr. Dur. Ertzhertzhog Carls zu Österreich etc. Rat und liegt allhie begraben, dem Gott und allen genedig und Parmetzig sein wollte. amen."

Grabstein eines Unbekannten

Das Grabmal eines unbekannten Ordensritters

Der Name des Leichnam, der sich unter dem Grabstein des Ritters in der renaissancezeitlichen Rüstung beindet, ist nicht bekannt.

Grabstein des Priesters Nikolaus von Senftenburg

"Anno MCCCCIIII obiit honorabilis vir dnus Nicolaus Senftenberg presbiter de alta muta hic sepultus"

("Im Jahr 1454 starb der edle Herr Nikolaus Senftenberg aus Hohenmaut, hier begraben.")

Grabstein des Grafen Friedrich von Saurau

Das Grabmal des Grafen Friedrich von Saurau

Der Stein wurde von Sanetti angefertigt. "Hic iacet Revermus et Illustrmus D.D. Sigefriedus Comes de Saurau L.B. in Friedet Vestenberg, Haeredi. Marschallus Styriae, Teutonici Ord. Eques, Commendator Provoncialis cae Balliviae. Austr., Comendator Vien. Neostadij in Lech Penes Graecium. Qui: Teutorum aris ducatus fiut armis Eaque fortiter gessit et verum E teutonium Ordine heroem Expressit. Deinde: Aust. et Styriae praeclara praefuit XVI annis Sapientia et rara prudentia, Ac Tandem: senio fractus terrae fomes et vermium Comes est factus. A° 1700 die XXVIII Martij aetate LXXII. Cuius ossibus precare pacem. Animae vero aeternae beatitudinis facem. Et abiit." "Hier ruht der ehrwürdigste Gestrenge Herr Siegfried, Graf von Saurau, Freiherr von Fried- und Vestenberg, Erbmarschall von Steiermark, Deutschordensritter, Landkomtur der Ballei Österreich, Komtur zu Wien, Neustadt, Lech bei Graz. Der, der durch Ritterschlag der Deutschen geweiht, die Waffen tapfer führte, und sich als wahrer Held aus dem Orden erwies. Darauf stand er Österreich und Steiermark 16 Jahre mit hoher Weisheit und seltener Klugheit ruhmvoll vor. Und endlich wurde er von Alter gebrochen zu Erdenstaub und Genossen der Würmer am 28. März des Jahres 1700 72 Jahre alt. Seinen Gebeinen erbitte den Frieden, seiner Seele aber das Licht der ewigen Seligkeit. Und er ging von hinnen."

Grabstein des Herrn Bernhardt von Weltz, Freiherr zu Eberstein und Spiegelfeld

Das Grabmal von Bernhardt von Weltz

"Den 17. Tag Aprilis anno 1636 ist gestorben der wolwürdige wohlgeborene Herr, Herr Bernhardt Herr von Weltz, Freiherr zu Eberstain und Spieglfeldt, Teutschen Ordens Ritter und gewester Commenthur zu Wienn und Neustadt der röm. kay. May. Ferdinandi secundi Rath und liegt allhie begraben, deme sambt allen christglaubigen Seelen Gottes genedig und barmherzig sein woll. Amen.

Grabmal des Erasmus von Starhemberg

Der Grabstein des Cousins von Guido von Starhemberg, Erasmus Christoph von Starhemberg, wurde vom Niederlänger Roetgier entworfen. seine Inschrift besagt:

"D.O.M. Erasmo Christophoro Comiti Starhembergio Gundakari Filio, Teutonici Ordinis Equiti, Cesareae Legionis Tribuno, Virgilarum Praefecto Pio strenuo rebus per Italiam Hispaniam Hungariam Siciliam bene ac fortiter gestis, Caesari Patriaeque probatissimo, Guido Comes Starhembergius Supremus Copiarum Dux, Fratis filio charissimo ad bellicas virtutes educato. M.H.M.P.P. Obiit Cibinii in Stativis ann. aerae Christi. MDCCXXIX aet. XLIII.!

Dem Erasmus Christoph Grafen Starhemberg, Sohn des Gundakar, Ritter des Deutschen Ordens, Oberst des kaiserlichen Regiments, Kommandant der Leibgarde dem frommen, gerechten, ehrenfesten, der in Italien, Spanien, Ungarn, Sizilien gut und tapfer gedient, dem Kaiser und dem Vaterlande treuest ergeben, Guido Graf von Starhemberg, Feldmarschall, dem teuersten Sohn des Bruders, erzogen zu soldatischen Tugenden. M.H.M.P.P. Er starb im Feldlager zu Cibin (=Siebenbürgen) im Jahre der christlichen Zeitrechnung 1729, 43 Jahre alt."

Grabmal des Guido von Starhemberg

Das Grabmal von Guido von Starhemberg

Guido(bald) von Starhemberg (* 11. November 1657 in Graz; † 7. März 1737), der Neffe des Verteidigers Wiens bei der Türkenbelagerung (Ernst Rüdiger von Starhemberg), ließ 1720 die Kirche barockisieren, der Orden ließ ihn daher hier bestatten.

Guido war ein großer Feldherr und Held. Schon als junger Offizier hatte er 1683 Am Hof den Brand des Arsenals gelöscht (heutige Hauptfeuerwache), er kämpfte gegen Ungarn, im spanischen Erbfolgekrieg und Italien, in der Schlacht bei Luzzara.

Sein Grabstein trägt folgende Inschrift: "Soli Deo in excelsius gloria in terra Pax hominibus bonae voluntatis. Guidobaldus S.R.I. Comes a Starhemberg eques et Magnus commendator ordinis Teutonici Balliviae Austriacae Commendator Viennae Neustadii Graecii supremus exercituum Ductor Sclavoniae Prorex Legionis peditum Tribunus! Obit anno MDCCXXXVII aetatis LXXIX die VII mensis Martii."

(Gott in der Höhe allein die Ehre Friede auf Erden den Menschen guten Willens. Guidobald des Heiligen Römischen Reiches Graf von Starhemberg, Ritter und Großkomtur der Ballei Österreich des Deutschen Ordens, Komtur zu Wien, Neustadt, Graz, und Meretinzen, Geheimrat der geheiligten Kaiserlichen und Königlichen Majestät Feldmarschall, Paladin von Slavonien, Oberst des Fußvolk-Regiments. Er starb im Jahre 1737, 79 Jahre alt, am 7. des Monats März.")

Grabmal des Grafen Josef Philipp von Harrach

Das Grabmal von Josef Philipp von Harrach

Graf Harrach ließ das Grabmal schon 17 Jahre vor seinem Tod errichten. Er holte dafür den Bildhauer Jakob Schletterer aus Nordtirol, der noch einige andere Denkmäler in Wien, wie in der Michaelerkirche oder der Schottenkirche, geschaffen hatte.

Die Buchstaben aus der Inschrift sind teilweise verloren gegangen, sie werden im nachfolgenden Text unter Klammern gesetzt. "Johannes Josephus Philippus S. (R.) Come(s) ab Harrach in Rohrau, Eques e(t) Magnus Commendator Ordinis Teutonici Balliviae austriace Commenda/to)r (V)iennae Neu(st)adii Graecii Merentincii et Lincii. Duoru(m) (au)gustissimorum Imperatorum Caroli (VI) (e)t (F)r(a)ncisci I. et (a)ugustissimae Imper(tr)ici(s) Reginae Mariae Theresiae a sanctioribus consilis excelsi aulae (b)ellici conslis Praeses Supremus Exercituu(m) ductor legion(is) (p)editum Tribun(us)."

("Johann Joseph Philipp des Heiligen Römischen Reiches Graf von Harrach zu Rohrau, Ritter und Großkomtur der Deutschordens Ballei Österreich Komtur zu Wien, Neustadt, Graz, Meretinzen und Linz, Geheimrat der zwei erhabenen Kaiser Karl VI. und Franz I. und der erhabenen Kaiserin Königin Maria Theresia, Präsident des Hofkriegsrats Feldmarschall, Oberst des Fußvolk-Regiments.")

Das Sakramentshäuschen

Sakramenthäuschen mit Reliquien

In dem kleinen Sakramentshäuschen aus Sandstein sind Reliquien verborgen. Es handelt sich um die Reste der Heiligen Elisabeth von Thüringen und des Heiligen Gerard Majella (1726-1755), der als tiefreligiöser Laienbruder in Süditalien Wunder gewirkt haben soll. .

Die geheime Gruft

Im August 1954 wurde bei Renovierungsarbeiten im Boden eine Gruft entdeckt – der Deckel liegt auf selber Höhe wie der Fußboden, im geschlossenen Zustand war sie daher nicht erkennbar. Nach einem Protokoll aus dem Orden soll diese Gruft zuletzt am 3.5.1864 geöffnet worden sein. Über 15 Steinstufen gelangt man in einen erdigen Gewölbekeller, in dem drei Särge stehen: Der von Graf Guidobald Starhemberg, gestorben am 7. März 1737, der von Graf Johann Harrach, gestorben am 8. August 1864, und die Leiche eines Unbekannten, bei dem vermutet wird, dass es sich um Graf Erasmus Starhemberg handelt.

Wien - Eine Stadt stellt sich vor

Die Kirche trägt das Schild Nummer 5 der Aktion "Wien - Eine Stadt stellt sich vor".

Bild Sehenswürdigkeit Text der Tafel
5 Deutschordenskirche.jpg 5, Deutschordenskirche Deutschordens-

kirche
St. Elisabeth
Zwischen 1326 und 1375 erbaut
später geringfügig verändert



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Folge der Sehenswürdigkeit Nr. 6 - "Eine Stadt stellt sich vor": Dominikanerkirche

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Quellen

  1. P. Josef Hubalek, Der Deutschritteroden in Wien, Missionsdruckerei St. Gabriel, Mödling, 1961