Annagasse 10

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Grund-Information
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Annagasse 10 (in Google Maps betrachten)

Aliasadressen =Annagasse 10
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1000 | vor 1821: 1062 | vor 1795: 1020
Baujahr 18. Jahrhundert, Keller: 16. Jahrhundert
Architekt unbekannt


Nadasdysches Haus, Batthyansches Haus - Architektur und Geschichte

Das Gebäude aus dem 189. Jahrhundert schließt ein mittelalterliches Haus ein. Das Portal ist mit Löwentürklopfern und Beschlägen aus dem Jahr 1800, damals wurde die Fassade erneuert, ausgestattet, die tonnengewölbte Einfahrt ist jedoch aus dem Mittelalter.

Der Innenhof ist von Pawlatschen aus dem 19. Jahrhundert umgeben, Teil der Räume im Erdgeschoss und des Kellers sind ebenfalls noch aus dem Mittelalter.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Die Grafen Nadasdy und Batthyany

Die Hausnahmen hatte das Haus von den Besitzerfamilien, die beide in Wiener Klatschriesen für Gesprächsstoff sorgten Beide Familien hatten im Kampf für Ungarn gegen das Haus Habsburg Familienmitglieder verloren.

Franz Graf Nadasdy wurde im Rathaus hingerichtet (mehr dazu unter: Kriminalfall: Graf Nadasdy bzw. Wipplingerstraße 6-8). Der Hausbesitzer der Familie Nadasdy war Graf Franz, der das Haus 1775 erworben hatte und hier 1783 starb. Die Familie Batthyany kaufte das Haus um 1840. In diesem Haus erhielt die Mutter des hingerichteten Ludwig Graf Batthyany von dessen tragischem Tod.

Der Fluch gegen die Habsburger

„Himmel und Hölle soll sein Glück vernichten, sein Geschlecht soll vom Erdboden verschwinden, und er selbst soll heimgesucht werden in den Personen derer, die er liebt! Sein Leben sei der Zerstörung geweiht, und seine Kinder sollen elend zu Grunde gehen“ – so lautete der Fluch, den Borbala Skerlecz de Loronicza am 6.10.1840 gegen den Kaiser Franz Josef ausgestoßen haben soll.

De Loronicza war nach Wien gereist, um für ihren Sohn beim Kaiser um dessen Leben zu flehen.

Ludwig Graf Batthyany war einer der führenden ungarischen Aristokraten, der 1848 als Anführer des ungarischen Kabinetts um eine friedliche Lösung bemüht war. Als die Kämpfe anfingen, zog er sich auf sein Gut zurück, Gerüchte behaupteten jedoch, er hätte diese Kämpfe angezettelt. Aufgrund dieser Gerüchte trat er schließlich wirklich dem Heer bei und kämpfte damit gegen den Kaiser. Im Jänner 1948 wurde er verhaftet und – trotz mangelnder Beweise - wegen Hochverrats zum Tode am Galgen verurteilt. Um der Schande zu entgehen, schmuggelte ihm seine Mutter einen Dolch ins Gefängnis, mit dem er sich die Halsschlagadern aufschnitt. Er wurde jedoch zu früh entdeckt, verarztet und am nächsten Tag erschossen.

Europa war über dieses Fehlurteil entsetzt, der Kaiser hatte damit einen großen Fehler begangen.

Wohn- und Sterbehaus des Schriftstellers Franz Bernhard Ritter von Buchholtz

Hier wohnte im 19. Jahrhundert der Schriftsteller und Beamte Franz Bernhard Ritter von Buchholtz (* 10. Juni 1790 Münster, † 4. Februar 1838, ebenhier). Buchholz veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter die "Wiener Jahrbücher für Literatur".



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