Wollzeile 5

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Grund-Information
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Wollzeile 5

Aliasadressen =Wollzeile 5
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 772 | vor 1821: 818 | vor 1795: 814
Baujahr Kern: 16. Jhdt., Umbau: 1795
Architekt unbekannt, Umbau: Franz Reymund


Das Haus "Zum schmeckenden Wurm" - Architektur und Geschichte

Der Durchgang von der Wollzeile zum Lugeck besteht seit dem 17. Jahrhundert. Das Haus gehörte dem Bürgermeister Josef Reymund dem Jüngeren, der das alte Haus 1795 umbauen ließ. Der Name erinnert an eine Sage und natürlich ein Hausschild. Das heutige Aussehen wurde dem Haus Anfang des 19. Jahrhunderts verliehen.

Einer Legende nach soll in einem der Keller ein Drache ("Wurm") gehaust haben, der einen grauenhaften Gestank verbreitete. Da "schmecken" auch für riechen stand, wurde das Durchhaus kurzerhand in "Schmeckender-Wurm-Hof" umbenannt, es gab auch ein entsprechendes Hausschild. Das Blechungetüm war noch bis in die Fünfzigerjahre des 19. Jahrhunderts an dem Haus angebracht.

Die Legende vom "Schmeckenden Wurm" Relevante Orte: Wollzeile 5
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Einer Legende nach soll in einem der Keller ein Drache ("Wurm") gehaust haben, der einen grauenhaften Gestank verbreitete. Da "schmecken" auch für riechen stand, wurde das Durchhaus kurzerhand in "Schmeckender-Wurm-Hof" umbenannt, es gab auch ein entsprechendes Hausschild. Das Blechungetüm war noch bis in die Fünfzigerjahre des 19. Jahrhunderts an dem Haus angebracht.

Kisch erzählt dazu eine andere Geschichte: Die von einem Mädchen namens Salome Schmidthuber, das hier alleine und verwaist wohnte. Die Studenten der nahen Universität sahen das Mädchen, das immer wieder am Fenster saß. Bald fand sich einer, der sein Glück versuchen wollte. Er warf einen Blumenstrauß zum Fenster hoch, Salome ließ die Gabe jedoch verächtlich fallen.

Die Blumen landeten zwischen den Klauen des goldenen Alligators - das Zunftzeichen des Taschners Thomas Racher im selben Haus. Der unglücklich platzierte Strauß erweckte den Eindruck, der "Wurm" würde an den Blumen riechen. Salome starb unverheiratet, mit 51 Jahren.

Erste Wiener Taverne

In Wien durfte im Mittelalter nur Wein aus der Gegend (Eigenbauwein) getrunken werden - ausländische Weine, wie ungarische oder italienische, konnten höchsten für den Eigenbedarf in die Stadt gebracht werden. Da die Wiener jedoch auch auf den Geschmack italienischen Weins kamen, richtete man 1370 in diesem Haus die erste "Taverne", also italienische Weinausschank, ein. Sie unterstand dem städtischen Monopol. Man durfte hier direkt trinken oder kleine Mengen erwerben und heimnehmen, den Import übernahmen Wiener Kaufleute. Kurz nach Eröffnung übersiedelte die Taverne in das Haus Bäckerstraße 3. Ab 1377 wurde die Taverne verpachtet, einer dieser Pächter war (1446) Niklas Teschler (1453 und 1456/1457 Bürgermeister von Wien), der das Haus nebenan (Bäckerstraße 1) besaß.

1481 schloss die Stadt den Betrieb wieder, man ging dazu über, an einzelne Bürger Einfuhr- und Ausschanklizenzen zu verleihen.

Lokale

In dem schmalen Durchgang finden sich heute diverse Geschäftslokale, und auch das seit vielen Jahren berühmteste Schnitzellokal Wiens, der Figlmüller.

Figlmüller

Der Figlmüller

Hans Figlmüller erlangte vor allem bei Touristen einen hohen Bekanntheitsgrad mit seinen Wiener Schnitzel. Es handelt sich hier um hauchdünne, trotzdem mindestens 250 Gramm schwere, gebackene Schnitzel, die nicht in der Fritteuse, sondern in der Pfanne zubereitet werden. Sie sind sowohl als Schweinsschnitzerl, als auch in der eigentlich originalen Variante aus Kalbsfleisch erhältlich. Dazu ist ein Erdäpfel-Vogerl-Salat sehr zu empfehlen.

Hans Peter Figlmüller, der heutige Besitzer, wurde am 16.5.1943 in Wien geboren. Nach seiner Ausbildung zum Koch und Kellner übernahm er das väterliche Wirtshaus in der Wollzeile, das bereits 1905 (allerdings in der Hollandstraße im 2. Bezirk) gegründet worden war. Figlmüller hat mittlerweile, neben dem am Lugeck 5, an mehreren Standorten Niederlassungen: Am Lugeck 4, in der Bäckerstraße 6 und am Flughafen Wien Schwechat, auch das „Figls“ in Döbling gehört ihm.

Das Ergebnis meines persönlichen Tests will ich nicht vorenthalten. Im Normalfall stehen hier Schlangen, die einen vor dem Besuch abschrecken. Mit etwas Glück bekam ich jedoch ohne Wartezeit einen perfekten Tisch am Fenster. Das Personal: sehr zuvorkommend, rasch und höflich. Das Essen: Gehobene Preise, aber wirklich wunderbare Schnitzerl, wenn man sie hauchdünn mag.

Kurz: Ein Besuch lohnt sich jedenfalls. Ja!.jpg



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