Zedlitzgasse 1-5

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Grund-Information
Wollzeile 30.jpg

Zedlitzgasse 1-5

Aliasadressen =Zedlitzgasse 1, 3 und 5, =Wollzeile 30-34, =Riemergasse 5
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 791, 792, 795 | vor 1821: 838, 839, 842 | vor 1795: 832, 833, 836
Baujahr 1937
Architekt Alois Maria Wurm-Arnkreuz


Das Haus - Architektur und Geschichte

Die Häuser, die heute hier steheden Häuser wurden 1938 anstatt des baufällig gewordenen Palais Paar errichtet. Das Haus wird in der Literatur auch als "Windischgrätzscher Palast" erwähnt.

Vorgängerhaus

Das Paarpalais und die Post

Das Palais Paar 1907

Das Paarpalais stand einst anstelle des heutigen Hauses. Zwischen 1590 und 1722 wurde ein Teil von der Post genutzt, die Reichsgrafen Paar, die bereits seit dem 16. Jahrhundert in der Wollzeile ansässig waren, hatten durch das Kaiserhaus das erbliche Lehen erhalten, das Postregal in den Erbländern Österreich, Böhmen und Ungarn auszuüben. Hier wurden die Kanzleien der Post eingerichtet, im Hintertrakt waren ausgedehnte Stallungen untergebracht, da die Postkutschen bis ins 18. Jahrhundert das einzige Verkehrsmittel waren, wenn man aus Wien abreisen wollte. Die reiche Stukkierung des Hauses hatte um 1670 Isidor Canevale geschaffen.

Durch das oberste Postmeisteramt hatte die Familie ausreichend Vermögen, um Anfang des 18. Jahrhunderts ein neues Palais und die dazugehörigen Stallungen zu errichten. Das Palais an dieser Stelle war in Rokoko ausgestattet. Nach dem Ersten Weltkrieg führte die sozialdemokratische Regierung zur Finanzierung der Gemeindebauten eine hohe Wohnbausteuer ein, die als Luxusabgabe auch für sonstigen Wohnraum galt. Die Familie Paar ließ daraufhin die kostbaren Wandvertäfelungen im Haus abmontieren und nach Böhmen bringen, sie selbst zog aus. So stand das Palais viele Jahre leer und begann, baufällig zu werden. 1938 kam es schließlich – trotz heftiger Proteste der Bevölkerung – zum Abriss.

Das gerettete Zimmer des Palais Paar im Metropolitan Museum in New York

Eines der Zimmer konnte gerettet werden, es wurde abgebaut und im Metroploitan Museum of Art in New York wieder aufgebaut. Ausgestattet hatte den Raum der Architekt Isidor Canevale. Immerhin konnten auch die Dachziegel weiter verwendet werden: Mit ihnen wurde das Dach der Grinzinger Kirche (19, Himmelstraße 25) gedeckt.[1]

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus Johann Jordan

Das ehemalige Haus Wollzeile 32 / Zedlitzgasse 5 war das Wohn- und Sterbehaus von Johann Jordan (* 1665 Gmünd, † 18. April 1738). Johann Jordan war Kaiserlicher Käsestecher und Postamtsbriefträger.

Jordan veröffentlichte 1701 das erste Wiener Gassenverzeichnis unter dem Titel „Schatz, Schutz und Schanz des Erzherzogtums Österreichs", es ist das älteste "Wiener Postbüchel".

Galerie

Die Galerien "Galerie am Stubentor" und "white8 GALLERY"

2008 wurde die "white8 GALLERY" von der Kunstkritikerin Dagmar Aichholzer gegründet. Gleich daneben befindet sich die Galerie am Stubentor, die zeitgenössische Kunst verkauft. Angeboten werden Werke des abstrahierten Realismus, rein Abstraktes aber auch Experimentelle Kunst.[2]

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Riemergasse 5 193832 Mittelalter Als 1938 das Haus neu erbaut wurde, fand man in einer Grube Reste mittelalterlicher Keramik



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Quellen

  1. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien in 6 Bänden, K&S/Orac, Wien, 2004, Bd. 4, S. 477
  2. http://www.net-gallery.com/