Seitzergasse 2-4

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Grund-Information
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Seitzergasse 2-4

Aliasadressen =Seitzergasse 2-4
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 422, 423 | vor 1821: 456 | vor 1795: 231, 232
Baujahr 1922
Architekt Adolf Oberländer


Das Haus - Architektur und Geschichte

Das Gebäude, das heute hier steht ist aus dem Jahr 1922. Es diente zur Bauzeit der Arbeiterbank als Zentrale. 1934 wurde die Bank nach den Februar-Aufständen geschlossen, das Haus wurde vom Reichverband der Landwirtschaftskrankenkassen Niederösterreichs gekauft.

Nachdem die Nazis das Haus beschlagnahmt hatte, wurde es 1948 dem Restitutionsfond der freien Gewerkschaften überlassen. Ab 1951 zog hier wieder die Arbeiter Bank A.G (heute: BAWAG) ein.

Vorgängerhäuser

Im 13. Jahrhundert werden erstmals Häuser erwähnt, die sich anstatt dem heutigen Gebäude hier befanden. Sie waren bis 1372 im Besitz des Tullner Klosters, dieses wiederum hatte sie als Geschenk von Konrad von Tulln erhalten. Darunter war auch die heutige Nummer 2, die als "Langer Keller" in der Literatur erwähnt wird.

Die in Summe fünf Häuser (A bis E) wurden zwischen 1373 und 1382 mehrfach genannt. Die Häuser B und C gehörten dem Maler Leonhardo, der es 1383 an den Wappendichter Peter Suchenwirth vermietete. Diese beiden Häuser und Haus A gingen1386 durch eine Schenkung von Albrecht III. an das Karmeliter-Kloster über.

Das fünfte Haus (E) gehörte 1374 dem Schuster Heinrich und wird als "domus Henrici sutoris" erwähnt. In diesem Jahr kaufte der erste Wiener Apotheker, Heinrich von Esslingen, das Haus.

Die fünf Häuser wurden im 16. Jahrhundert zu einem großen Komplex vereint, der dem Bürgermeister Stephan Slachintweit gehörte. Nach mehreren Teilungen und Vereinigungen, die durch Erbrechte verursacht wurden, entstanden schlussendlich zwei Häuser - Haus Stadt 422 und 423.

Haus Stadt 423, heute Seitzergasse 2

Das Haus hat zahlreiche dokumentierte Besitzerwechsel hinter sich. Darunter waren:

  • Der Rat des Inneren, Christoph Fasoldt
  • Zwei Verkäufe aus Spekulationsgründen in den Jahren 1810 und 1812
  • Kauf durch den Verlagsbuchhändler und Buchbinder Friedrich Pfautsch 1838
  • 1881 (oder 1874) dürfte ein Neubau erfolgt sein,

bis es schließlich am 12.6.1922 an die Bank Kommanditgesellschaft Franz Pollak bzw. die neu gegründete Arbeiterbank gelangte.

Christoph Fasoldt

Wie oben erwähnt, war einer der Hausbesitzer im 16. Jahrhundert der Innere Rat und spätere Bürgermeister Christoph Fasoldt (* 20. August 1583, † 29. März 1641, Stadt 457, heute Haus Sterngasse 4).

Haus Stadt 422, heute Seitzergasse 4

Dieses Haus war ab 1654 im Besitz der Jesuiten, die hier ihre Grammaticalschulen betreiben. 1750 wurde im Haus eine Kapelle errichtet, die vom Erbe des Jesuitenpaters J. von Aegydis finanziert wurde. Nachdem der Jesuitenorden aufgelassen worden war, ging das Gebäude in den Besitz des k. k. Hofkriegsrat über, der es 1791 an die Polizeidirektion abgab. In diesem Hus mussten sich Fremde innerhalb von 24 Stunden melden, um sich legal in Wien aufzuhalten.

Wie Haus 423 wurde das Haus 1922 an die spätere Arbeiter-Bank verkauft.



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Quellen