Michaelerplatz 1

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Grund-Information
Michaelerplatz z01.jpg

Michaelertrakt

Aliasadressen =Michaelerplatz 1, =Hofburg, =Schauflergasse 1
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1861: 1 | vor 1821: 1, 2 | vor 1795: 1, 2
Baujahr 1889
Architekt Ferdinand Kirschner


Michaelertrakt

Der Michaelertrakt, der die Reichskanzlei der Hofburg mit der Winterreitschule verbinden sollte, wurde mehrmals geplant; erstmals von Lukas von Hildebrandt 1724, da wurde das Projekt jedoch aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt.

Drei weitere Pläne entwarf Joseph Emanuel Fischer von Erlach, doch weil das alte Burgtheater im Weg stand (und immer noch nicht ausreichend Geld verfügbar war), schliefen die Pläne einige Zeit ein, bis sie 1889 von Ferdinand Kirschner in leicht abgewandelter Form doch umgesetzt wurden – und das Burgtheater 1888 entfernt wurde.

Der Neubau des Michaelertraktes gestaltet sich schwierig, weil der gesamte Bereich großräumig unterkellert war, der Neubau jedoch ein entsprechend starkes Fundament benötigte.

Der Michaelertrakt besteht aus den beiden Seitenflügeln und dem Michaelertor mit einer großen Kuppel.

Michaelertor

Der Eingang ist mit einem reich verzierten schmiedeeisernen Tor geschmückt, zwischen dem Haupttor und den Seitengängen sind zwei überlebensgroße Herkulesstatuen angebracht. Jede von ihnen wiegt 25 Tonnen und ist aus einem Steinblock gehauen.

Die Fassade ist durch Säulen gegliedert, gekrönt wird sie durch eine Figurengruppe, sie stellt die Weisheit, Gerechtigkeit und Stärke dar (von Johannes Benk). Die Gruppe ist flankiert von Liktoren („Bodyguards“ der Römer). Hinter der Figurengruppe ragt die Kuppel hervor. Über dem mittleren Tor halten zwei posauneblasende Genien das kaiserliche Wappenschild.

Das Innere der 54 Meter hohen, von Kirschner entworfenen Kuppel ("Michaelerkuppel") ist mit je zwei Skulpturen von Franz Koch (Providentia Augusti), Johann (Hans) Kalmsteiner (Pietas Augusti), Wilhelm Seib (Spes publica) und Werner David (Fides publica) geschmückt, sie symbolisieren die Herrschervorzüge und Volkstugenden.

In den beiden Fußgängertoren sind ebenfalls Skulpturen aufgestellt: „Auszug in den Krieg“ von Otto König und „Siegreiche Heimkehr“ von Stefan Schwartz.

Der alte Eingang zum Burgtheater blieb zur Erinnerung erhalten.

Auf der Seite der Hofburg wurden weitere Figurengruppen angebracht, sie versinnbildlichen die Wahlsprüche der Regenten, die am Bau beteiligt waren: Karl VI., Maria Theresia, Joseph II. und Franz Joseph I.

Im Michaelertor befinden sich die Eingänge zu den Kaiserappartments, dem Sisi-Museum und der Silberkammer.

Brunnen

Michaelerplatzseitig stehen zu beiden Seiten gewaltige Brunnen: Die Macht zur See und die Macht zu Lande.

Die Macht zu Lande
Die Macht zur See

Die Macht zu Lande

Rechts der Durchfahrt steht der steinerne Brunnen „Die Macht zu Lande“. Im Becken, auf einen Fels gestützt, lehnen Giganten und ein Adler, darüber steht eine männliche Aktfigur. Der Brunnen wurde von Edmund Hellmer 1897 im Neoklassizismus geschaffen.

Die Macht zur See

Das Pendent auf der linken Seite der Durchfahrt ist der Brunnen „Macht zur See“. Hier ist auch ein Gigant zu sehen, diesmal mit einem Seeungeheuer. Darüber thront eine weibliche Aktfigur, die Austria, auf einem Schiffsbug. Der Künstler war 1893 Rudolf Weyr.

Gedenktafel

Gedenktafel Lernet Holenia

Im Eingangsbereich des Michelertors ist eine Gedenktafel für Lernet-Holenia angebracht:

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
GuentherZ 2005-10-04 2299 Wien01 Hofburg Gedenktafel Alexander Lernet-Holenia.jpg Lernet-Holenia, Alexander In diesem Trakt der Hofburg

wohnte und wirkte der Dichter
Alexander Lernet-Holenia
vom Jahre 1952 bis zu seinem Tode 1976
Das österreichische PEN Zentrum
seinem Präsidenten und Ehrenmitglied

Museen

Die Kaiserappartments

Die Räume der Hofburg wurden von der Kaiserfamilie als Winterresidenz genutzt, im Sommer war man in Schönbrunn. Besichtigbar sind die Zimmer des Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth im ehemaligen Reichskanzlertrakt.

Die Hofburg bietet auf ihren Internet-Seiten einen Rundgang durch die Kaiserappartments an: http://www.hofburg-wien.at/wissenswertes/kaiserappartements/rundgang-durch-die-kaiserappartements/

Das Sisi-Museum

Das Museum für Sisi ist seit 2004 in den Räumlichkeiten von Erzherzog Stephan Viktor beheimatet. Zu sehen sind hier ihre Totenmaske, die Attentatsfeile, ihre Schönheitsrezepte und persönliche Gegenstände.

Der virtuelle Rundgang durch das Museum wurde von der Hofburg auf deren Seiten bereit gestellt: http://www.hofburg-wien.at/wissenswertes/sisi-museum/rundgang-durch-das-sisi-museum/

Die Silberkammer

Im ehemaligen Reichkanzleitrakt ist seit 1.4.1995 die Hofsilber- und Tafelkammer untergebracht. Zu sehen sind hier sämtliche Gegenstände, die die höfische Tischkultur darstellten. Gezeigt werden 7000 von gesamt 150.000 verfügbaren Exponaten. Zu sehen sind: Das Imari-Porzellan, das Dessertservice der Manufaktur Minton, ein Altfranzösischer und ein Mailänder Tafelaufsatz, diverse Tafelservice, Blumenteller und Gegenstände der Hofküche.

Auch hier ist ein virtueller Rundgang möglich: http://www.hofburg-wien.at/wissenswertes/silberkammer/rundgang-durch-die-silberkammer/


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Quellen