Ruprechtsplatz 4-5

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Grund-Information
Haus-Seitenstettengasse 5-01.jpg

Ruprechtsplatz 4-5

Aliasadressen =Ruprechtsplatz 4-5, =Seitenstettengasse 1-3, =Judengasse 16
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 461, 463 | vor 1821: 495, 497 | vor 1795: 472, 474
Baujahr 1826 / Umbau: 1969
Architekt Josef Klee / Umbau: Otto Niedermoser


Das Haus "Zur schwarzen Bürste" - Architektur und Geschichte

Das heutige Gebäude wurde 1826 durch Josef Klee errichtet, ein eingreifender Umbau wurde 1969 durch Otto Niedermoser vorgenommen. 1997 wurde durch die Architekten Geiswinkler & Geiswinkler ein weiterer Umbau vorgenommen, der ehemalige Arkadengang wurde geschlossen und zu einer Galerie umfunktioniert. [1]

Vorgängerhäuser

Ehemals standen hier zwei Häuser, Stadt 461 und Stadt 463. Ersteres wurde bereits 1449 in Urkunden erwähnt. Während der ersten Türkenbelagerung diente das Haus als Unterschlupf von Mönchen, die hierher flüchteten, als ihr Franziskanerkloster auf der Laimgrube zerstört worden war. 1545 sorgte dann Ferdinand I. dafür, dass diesen Mönchen die Ruprechtskirche zur Verfügung gestellt wurde.

Seinen Namen "Zur schwarzen Bürste" hatte das Haus durch eine bekannte Bier- und Weinschank erhalten, die sich großem Andrang erfreute.

1663 versammelten sich hier 155 Bäcker, um eine eigene Freikompanie zu gründen.

Das zweite Haus, 463, war als "Preßhaus" bekannt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte es dem Hausgenossen und Steuerherr Jakob Kienberger ( * ? Wien, † 1510).

Antifaschistische Gedenkstätte

Einst befand sich an dem Haus eine Gedenktafel an den Widerstandskampf gegen das NS-Regime, sie scheint nach Renovierungsarbeiten nicht mehr angebracht worden zu sein. Die Tafel dürfte die Inschrift "Stätte der Zuflucht und des Widerstandes für Österreich" getragen haben.

Im Keller war während der NS-Zeit der geheime Versammlungsort einiger Widerstandskämpfer, sie gaben hier Flugschriften gegen die Nazis heraus und boten ein Versteck für Flüchtende und Verfolgte.[2]

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Ruprechtsplatz 4-5 197001 römisch/Mittelalter/Neuzeit 1969/70 begann man mit der Unterkellerung und teilweisen Neuerbauung des Hauses. Dabei wurden die Überreste des Vorgängerhauses aus dem Jahr 1828 freigelegt. Weiters wurden bauliche Überreste des römischen Legionslagers aufgedeckt und römische wie mittelalterliche Funde geborgen. Im Detail fand man Mauerwerk, Böden, Merkurstatuette, Keramik, Fischgräten (Stöhr), Ziegel (13., 14., 10. Legion), Mosaiksteinchen und Wandmalerei
Ruprechtsplatz 4-5 195601 Mittelalter/Neuzeit Als 1956 der Innenhof umgebaut wurde, stieß man auf mittelalterliche und frühneuzeitliche Keramikfragmente und Ziegel.



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Quellen

  1. https://www.nextroom.at/building.php?id=2785
  2. Herbert Exenberger, Heinz Arnberger: Gedenken und Mahnen in Wien 1934 - 1945, Gedenkstätten zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstads, Wien, 1998, 1. Auflage, ISBN: 3-216-30330-6, S. 20