Hafnersteig 7

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Grund-Information
Hafnersteig 7.jpg

Hafnersteig 7

Aliasadressen =Hafnersteig 7
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 715 | vor 1821: 760 | vor 1795: 757
Baujahr 1912
Architekt Karl Schogger


Das Haus, Hotel Arkadenhof - Architektur und Geschichte

Das 1912 erbaute Jugendstilhaus wird heute als "Alma Boutique Hotel" genutzt. [1]

Vorgängerhäuser, der verschwundene Apostel

Die 12 Apostel [2]

Für den Zeitraum 1566 bis 1587 finden sich unterschiedliche Angaben über die Besitzverhältnisse: einerseits soll hier das städtische Schlachthaus für Schweine gestanden sein, anderseits findet sich ein Vermerk, dass das Haus in Besitz des Hafnermeisters Clement Passauer war. [3] Die damalige Benennung der Gegend war "Saw-Wingkhel vom Rothen-Thuern" (Sauwinkel vom Rotenturm-Tor).

Das Haus selbst trug den Namen "bey zwölf Aposteln auf der alten Bürgermusterung", was darauf zurückzuführen ist, dass in Nischen farbige Tonstatuen von Christus und 12 Aposteln angebracht waren. Diese Apostel dürften, nachdem sie vorübergehend aus den Mauernischen entfernt worden waren und in die Wohnung des Hausbesitzers gewandert waren, bereits 1863 dem Museum für Kunst und Industrie (heute MAK) und danach dem Wien Museum übergeben worden sein. Eine der Statuen ist dabei verlorengegangen, es sind heute nur mehr 11 der Apostel vorhanden.

Das 1816 erbaut Haus wurde 1895 in das Constantin-Panadische Stiftungshaus einbezogen (Schwedenplatz 2), hier wurden gute Nachbildungen der Figuren aufgestellt.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Kaffeesieders Karl Eugen Leopoldstätter

Karl Eugen Leopoldstätter (* ?, † 17. März 1727, ebenhier), damals noch "Imam Mehmed Effendi", war im Mai 1715 mit dem Gefolge des türkischen Gesandten Ibrahim Aga nach Wien gekommen, um hier Verhandlungen am Wiener Hof zu führen. Der Türke beschloss in Wien zu bleiben und konvertierte zum Katholizismus (Taufe in St. Stephan am 25.12.1715) - den Namen erhielt er nach seinem ersten Aufenthaltsort - dem Leixingerischen Haus in der Leopoldstadt (2. Bezirk, Obere Donaustraße 87), den Vornamen Karl nahm er zu Ehren des Kaisers Karl VI., Eugen nach dem Prinzen Eugen. [4]



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Quellen

  1. http://www.hotel-alma.com/
  2. Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze Wiens und ihre historisch interessanten Häuser. Gottlieb, Wien, 1883. S. 487
  3. Renata Kassal-Mikula: Steinerne Zeugen, Relikte aus dem Alten Wien, Wien Museum, 2008, Wien , S. 40
  4. Karl Teply: 27. Jahrgang, Heft 3/1972, Wiener Geschichtsblätter: Karl Eugen Leopoldstätter alias Mehmed Effendi - ein Hofbefreiter Kaffeesieder im Wien Kaiser Karls VI., S. 374 - 384