Dorotheergasse 11

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Grund-Information
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Dorotheergasse 11

Aliasadressen =Dorotheergasse 11
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1110 | vor 1821: 1179 | vor 1795: 1141
Baujahr 1620, Umbau: 1828-1830
Architekt unbekannt


Ehem. Palais Nako, Jüdisches Museum, Palais Eskeles - Architektur und Geschichte

Das "Kunstpalais", in dem früher auch die Galerie Miethke war, wurde 1892 vom Dorotheum verwendet. Ursprünglich war es das Eskelespalais, heute ist hier das Jüdische Museum.

Eekelespalais, Haus Brassican

Im 16. Jahrhundert war das Haus Teil eines herzoglichen Kanzleigebäudes. Ab 1671 scheint als Besitzer Hans Jakob Baron Brassican von Emerberg auf. Einer der Besitzer des Haues war Isak Arnsteiner (* 1682 Arnstein bei Würzburg, † 16. 8.1744, ebenhier), der Bankier. Danach ging das Haus durch die Hände zahlreicher Adiger, darunter Sinzendorf, Harrach, Dietrichstein, Esterházy, Breuner und Kaunitz.

1820 gelangt das Gebäude schließlich in Besitz des Bernhard Eskeles dem Jüngeren (* 12.2.1753 Wien, † 7. August 1839), dem Begründer der Bank "Arnstein & Eskeles". Er renovierte das Haus großzügig, ab dieser Zeit war hier der Treffpunkt der Wiener Gesellschaft.

1827 besaß das Palais Alexander Graf Náko de Szent Miklós, es bekam den Beinamen Palais Náko. Der Graf ließ die Fassade im klassizistischen Stil umgestalten, das Portal aus dem 18. Jahrhundert erhielt er jedoch. 1885 besaß das Haus der Galerist und Kunsthändler Hugo Othmar Miethke. 1934 sollte das Palais umgestaltet werden, es war als Wohnsitz des Bundeskanzlers Dr. Engelbert Dollfuß gedacht, der jedoch das Obere Belvedere vorzog.

Galerie Miethke

Der Kunsthändler Hugo Othmar Miethke ( † 11. Jänner 1918) eröffnete in dem Haus den bedeutendsten Kunsthandel Österreich-Ungarns, das großzügig angelegte Kunsthaus wurde am 29. Mai 1896 eröffnet. Miethke verkaufte hier Werke von van Gogh, Manet, Monet, Gauguin und Cézanne, aber auch zeitgenössischer Künstler, deren Werke für Skandale sorgte. So präsentierte Miethke die erste Einzelausstellung von Egon Schiele und die erste Überblicksausstellung der Wiener Werkstätte. Er förderte Hans Makart, dessen Verlassenschaft er aufkaufte veranstaltete Auktionen und hatte auch einen eigenen Kunstverlag.

Dorotheum

Schließlich kaufte 1936 das Dorotheum das "Kunstpalais" und eröffnete hier seine Kunstabteilung und hielt hier die großen Kunstauktionen ab. In den 1970er Jahren wurde das Palais restauriert, 1980 verlegte man das Deckengemälde „Jupiter und Juno im Götterhimmel" von Antonio Marini (1821) hierher, das im Palais Esterházypalais (6. Bezirk) angetragen worden war.

Jüdisches Museum

Jüdisches Museum
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Jüdisches Wien
Das Jüdische Museum wurde 1993 hier eröffnet - die Stadt Wien hatte das Eskelespalais vom Bund dafür gemietet.

Das Jüdische Museum der Stadt Wien wurde 1895 gegründet und ist auf zwei Standorte aufgeteilt – hier und am Judenplatz. Es war das erste Museum weltweit, das die Kultur und Geschichte der Juden in der Monarchie ausstellte. 1938 musste das Museum geschlossen werden, der Inhalt wurde an andere Museen, Institutionen und wahrscheinlich auch Privatpersonen übergeben. Bei der Wiedereröffnung in den 90er Jahren fehlte die Hälfte der ursprünglichen Objekte, sie sind wohl verschollen oder wurden mutwillig zerstört.

Die ersten vier Ausstellungen wurden am 19.11.1993 feierlich eröffnet, die offizielle Eröffnung fand einen Tag später mit Teddy Kolleg als Festredner statt. Hier finden regelmäßig Ausstellungen statt (beispielsweise die Marc-Chagall-Ausstellung 1994). Regelmäßig kann man hier besondere Ritualobjekte und Artefakte aus privaten jüdischen Haushalten, Synagogen und Bethäusern bewundern, auch Fotos, historische Dokumente und Urkunden sind hier gesammelt. Das Museum bietet Kinderprogramme, Lesungen, Diskussionen und Konzerte an, die sich mit der jüdischen Kultur auseinandersetzen. Im Gebäude sind außerdem die Bibliothek der israelischen Kultusgemeinde und ein Archiv über das jüdische Wien frei zugänglich. In die Sammlung ist auch eine der bedeutendsten Judaica-Sammlungen der Welt eingegangen, die des Max Berger.

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Dorotheergasse 11 198205 römisch Bei der Renovierung des Gebäudes wurden in den Jahren 1981 und 1982 im Zuge von Fundamentierungsarbeiten römische und mittelalterliche Schichten angeschnitten, die Keramik enthielten.



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