Augustinerstraße 10

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Grund-Information
Palais Lobkowitz Vienna Oct. 2006 001.jpg

Palais Lobkowitz

Aliasadressen =Augustinerstraße 10, =Lobkowitzplatz 2
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1101 | vor 1821: 1167 | vor 1795: 1132
Baujahr 1687
Architekt Pietro Giovanni Tencala


Palais Lobkowitz - Architektur und Geschichte

Das Palais Lobkowitz (auch: Dietrichstein-Lobkowitz) ist eines der ältesten Palais in Wien. Es wurde im Barockstil unmittelbar nach der 2. Türkenbelagerung (1687) gebaut, da der Adel das Geld nun in Bauwerke investieren konnte und nicht mehr in die Kriegskasse. Die Fassade ist noch weitgehend original erhalten, das Innere nicht mehr.

Architekt war Giovanni Pietro Tencala, der Kaiserstein für das Stiegenhaus wurde von Steinmetzmeister Ambrosius Regondi geliefert.

Das Palais wurde mehrfach umgebaut, auch Johann Bernhard Fischer von Erlach und sein Sohn Joseph Emanuel erhielten Aufträge dafür (zB. die Gestaltung des Hauptportals, das mit einem reich verzierten dreidimensionalen Diadembogen überspannt wurde).

1745 kaufte Ferdinand Philipp Fürst von Lobkowitz das Palais, das die Familie dann bis 1980 in Besitz hatte.

Beethoven und der Eroica-Saal

Ein häufiger Gast im Palais, bei Graf Franz Joseph Maximilian von Lobkowitz, war Ludwig van Beethoven. Der Graf, selbst Musiker und später auch Hoftheaterdirektor, war einer der Gönner Beethovens, und so widmete der Komponist ihm seine 3. Symphonie (Eroica, eigentlich Napoleon zugeeignet, daher auch der ursprüngliche Titel „Bonaparte“). Das Werk wurde 1804 im Festsaal des Palais zum ersten Mal in Wien aufgeführt, der Saal wurde in Eroica-Saal umbenannt.

Der Eroica-Saal wurde 1724 vom damaligen Besitzer Gundacker Graf von Althan in der heute erhaltenen Form gestaltet. Der Niederländer Jacob von Schuppen bemalte die Decke des Saales und stellt eine Allegorie auf alle Künste da: In der Mitte ist der Ruhm verkündende Fama-Engel zu sehen, an ihn schmiegt sich ein Genius mit Malerpinsel und Farbpalette. An der Randzone sind Künste wie Ingenieurbau, Mess- und Gartenkunst, Musik und Poesie, Optik und Geographie Malerei und Bildhauerei dargestellt.

Veranstaltungszentrum seit dem 19. Jahrhundert

1812 wurde in Wien die Gesellschaft der Musikfreunde gegründet (Heute: Wiener Musikverein), im Palais Lobkowitz befand sich der erste Sitz der Gesellschaft, und hier lag auch die Liste auf, in der man sich für die Mitgliedschaft eintragen konnte.

Zur Zeit des Wiener Kongresses wurden hier zahlreiche Feste und Bälle gefeiert, bis die Familie Lobkowitz Mitte des 19. Jahrhunderts den Hauptsitz in das Schloss Raudnitz bei Prag verlegte. Seit diesem Zeitpunkt wurde das Palais vermietet, beispielsweise an die französische Botschaft, die tschechische Gesandtschaft und zwischen 1935 und 1945 an das Haus der Mode (nach Adaptionen durch Josef Hoffmann)

Nach dem 2. Weltkrieg zog das Wiener Institut français ein, bis 1980 der Staat den Besitz des Palais übernahm. Seit 1991 wird das Gebäude als Theatermuseum (im Verband der Wissenschaftlichen Anstalt Kunsthistorisches Museum) genutzt.

Heute ist es möglich, den barocken Innenhof des Palais zu mieten und hier eigene Veranstaltungen, von der Theateraufführung bis zum Sommernachtsfest und sogar Hochzeitsfeiern, abzuhalten

Im Winter findet hier jährlich ein bäuerlicher Weihnachtsmarkt statt.

Das Theatermuseum

Die Sammlung des Theatermuseums ging aus der Theatersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, die eigentlich erst 1922 begonnen wurde, hervor. Die theatergeschichtliche Forschung wurde erst um die Wende des 19. ins 20. Jahrhundert eine neue wissenschaftliche Sparte, Wien hatte jedoch schon vorher eine führende Stellung im Ausstellungswesen dieser Disziplin erreicht. Die Vorarbeiten für die Aufbereitung der Sammlung übernahm der Bibliothekar Joseph Gregor, der auch die erste Ausstellung „Komödie“ 1922 gestaltete. Der Erfolg dieser Ausstellung führte dazu, dass der Sammlungsbestand von Burgschauspieler und Burgtheaterdirektor Hugo Thimig gekauft wurde.

Die „Theatersammlung“ sollte die ganze Vielfalt des Theaters darstellen und wurde 1929 auch durch das Archiv für Filmkunde erweitert. Erst 1932 wurden im Burgtheater Räumlichkeiten dafür gefunden, aus Platzmangel übersiedelte die Sammlung bald in die Hanuschgasse und schließlich – am 26.10.1991 in das neu renovierte Palais Lobkowitz. 2001 wurde das Museum Teil des Kunsthistorischen Museums.[1]

Eintritt

Geöffnet von Mi - Mo, 10 - 18 Uhr, Dienstag Geschlossen [2]

Preis: 8 € für Erwachsene

Vorgängerhäuser

Ab 1300 befand sich in dem Haus die "Badestube am Schweinemarkt". 1434 kaufte es das Kloster St. Dorothea, der Name "Dorotheerbad" bürgerte sich ein.

Das Haus, das vor dem Palais hier stand, wurde 1658 von Leopold Freiherrn von Felß an Graf Dietrichstein (der Oberstallmeister des Kaiserhofs) verkauft, dieser ließ dieses Haus und das benachbarte Badehaus abreißen und durch das heutige Palais ersetzen.

Unternehmen

Seit 1925 ist hier der Kunstverlag Wolfrum, der auch eine Galerie beinhaltet.[3]



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Quellen