Am Gestade 1, 3 und 5

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Grund-Information
AT-22032 Bürgerhaus am Gestade 3 01.JPG

Am Gestade 1, 3 und 5

Aliasadressen =Passauer Platz 4, =Am Gestade 1, 3 und 5
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 220 (Am Gestade 1), 221 (Am Gestade 3), 222 (Am Gestade 5) | vor 1821: 227, 228, 229 | vor 1795: 400, 401, 402
Baujahr mittelalterlich (Datum nicht erfasst)
Architekt unbekannt (Umbau:Jakob Hainz)


Das Haus - Architektur und Geschichte

Die heute hier stehenden unscheinbaren Bürgerhäuser, alle fünfstöckig, wurden im Mittelalter erbaut und 1974 innen modernisiert.

Haus 220, Am Gestade 1

Am Gestade 1

Das mittelalterliche Haus Nummer 1 (Haus 220) wurde 1823 durch Jakob Hainz mit einer neuen Fassade ausgestattet. Beim Umbau einer Stiegenanlage im Jahr 1937 wurde eine römische Steinplattenpflasterung und anschließende Mauerzüge eines Legionslagers entdeckt. Sie dürften zu einer Turmanlage gehören, die bereits 1901 gefunden wurde. 1945 wurde das Haus schwer beschädigt, das Innere des Gebäude wurde nahezu komplett neu erbaut. Der Keller mit seinen Stichkappen-Gewölben ist noch aus der ursprünglichen Bauzeit erhalten.[1]

Haus 221, Am Gestade 3

Am Gestade 3

Haus Nummer 3 (ehemals Haus 221) wurde bereits 1381 urkundlich erwähnt. Um 1416 gelangte es in Besitz des Kaplans der Messe Andre von Monswerth. Das Haus verfiel zunehmend, bis es für die Kirche nicht mehr brauchbar war. Es wurde 1712 an den bürgerlichen Marmorierer Balthasar Hagenmüller und dessen Frau Katharina verkauft. Sie erhielten mit dem Kauf die Verpflichtung, ein neues Haus auf dem Grund zu erbauen, da das Renaissance-Haus etwa von 1570 stammt, dürfte es eher renoviert worden sein. Bis 1805 befand sich das Gebäude im Besitz der Familie Hagenmüller.

1918 kaufte die "Krankenkasse der Gremialangehörigen Handlungsgehilfen Wiens" das Haus. Diese Krankenkasse hatte im Laufe der Jahre zahlreiche Namen, bis sie zur heute bekannten "Wiener Gebietskrankenkasse" wurde:

  • 1929: Versicherungkasse für kaufmännische Angestellte in Wien
  • 1935: Krankenkasse für kaufmännische Angestellte in Wien
  • 1936: Angestellten Krankenkasse für Handel, Verkehr und öffentlichen Dienst in Wien
  • 1939: Allgemeine Ortskrankenkasse in Wien
  • seit 1948: Wiener Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte.

Am 12.3.1945 schlug in das Haus schräg eine Bombe ein und riss die unteren drei Geschosse in Zimmerbreite auf. Trotz der Beschädigungen 1945 und der Sanierung in den 1970ern wurde das Foyer mit den Kreuzgratgewölben erhalten. Auch die steinerne Wendeltreppe ist noch aus der Bauzeit.

Haus 222, Am Gestade 5

Am Gestade 5

Im pawlatschenumsäumten Hof von Nummer 5 (Haus 222), dem Sitz des Polnischen Instituts, hat sich ein Teil der babenbergschen Stadtmauer erhalten, sehenswert ist auch der Brunnen im Hof.[2] Das Haus ist das kleinste in der Reihe und wurden um 1530 erbaut. 1561 ist der Verkauf des Hauses belegt, zu dieser Zeit kam es an den Kräutler Andre Pruner und dessen Frau Ursula. Trotz mehrfachem Besitzerwechsel danach dürfte das Haus lange als Zunfthaus der Kräutler gedient haben.

1918 wurde dieses Haus, wie Haus Nummer 3, von der heutigen WGKK gekauft.

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Am Gestade 1, 3 und 5 193701 römisch Beim Umbau der Stiegenanlage bei Maria am Gestade im Jahr 1937 wurden eine römische Steinplattenpflasterung und anschließende Mauerzüge gefunden, die zu der bereits 1901 gefundenen Turmanlage gehören dürften

Wien - Eine Stadt stellt sich vor

Die Häuserzeile trägt das Schild Nummer 81 der Aktion "Wien - Eine Stadt stellt sich vor".

Bild Sehenswürdigkeit Text der Tafel
Am Gestade 5 IMG 5832.JPG 1, Am Gestade Frühneuzeitliche

Häuser



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Quellen

  1. https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/searching/searchArchaeologischeFundstelle.aspx?__jumpie#magwienscroll
  2. Felix Czeike: Wiener Bezirkskulturführer: I, Innere Stadt, 2. Auflage, Jugend und Volk, Wien, 1985, S. 2