Wollzeile 15

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Grund-Information
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Wollzeile 15

Aliasadressen =Wollzeile 15
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 777 | vor 1821: 824 | vor 1795: 808
Baujahr 1891
Architekt Ferdinand Seif


Das Haus, Berthahof - Architektur und Geschichte

Das Haus mit sechs Geschossen wurde 1891 durch Ferdinand Seif erreichtet. Im Torschluss wurde ein Stein mit der Jahreszahl 1598 eingesetzt

Vorgängerhaus

1468 stand das Haus in Besitz des Arztes Metz Guldein, dem "Lehrer der Arnzey". Im 18. Jahrhundert gehörte es dem Grafen Leopold Draskovich von Drachenstein.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus des Bucharztes Mert Guldein

Ab 1467 war Mert Guldein (* ?, † 1474) Besitzer des Hauses Wollzeile 15, daneben hatte er noch Häuser in der Grünangergasse 3, Am Hof 5 (dieses Haus erbte seine Frau 1446) und am Graben 13. Guldein war mehrfach Dekan der Medizinischen Universität und auch als Bürgerspitalmeister (1462-1463), Kellermeister (1459-1461) und Grundbuchverweser tätig.[1]

Wohnhaus und Besitz des Schriftstellers Richard Beer-Hofmann

Zwischen 1909 und 1940 gehörte das Haus dem Schriftsteller Richard Beer-Hofmann (*11. Juli 1866 Wien, † 26. September 1945 New York). Sein Vater war ein reicher Jurist, der jung starb und dem Sohn ein beträchtliches Vermögen vererbte, sodass dieser sich als Literat betätigen konnte. Den Namen "Hofmann" übernahm Richard nach Adoption durch seinen Onkel. Beer-Hofmann war im Kreis der "Jung-Wien" Mitglied und mit Dichtern seiner Zeit, wie Schnitzler, Hofmannsthal oder Salten eng befreundet. Zu seinen Werken gehören die Dramen "Jaákobs Traum" (1918) oder "„Der junge David" (1933) aber auch Prosa ("Der Tod Georgs", 1900) und Lyrik. Seine jüdische Herkunft zwang ihn 1938 nach Zürich und dann nach New York zu emigrieren.

Das Haus wurde 1940 vom NS-Regime eingezogen und erst 1949 im Zuge eines Rückstellungsverfahrens an die Tochter von Beer-Hofmann, Miriam, zurückgegeben. Sie verkaufte das Gebäude bald nach Erhalt an die "Europäische Güter- und Reisegepäck Versicherungs AG".

Nach dem Schriftsteller wurde die Beer-Hofmann-Gasse und der Beer-Hofmann-Weg im 21. Bezirk benannt.



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Quellen

  1. Richard Perger: Die Wiener Ratsbürger 1396 – 1526. Wien: Deuticke 1988 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 18), S. 205