Wipplingerstraße 24-26

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Grund-Information
Wipplingerstraße 24-26.jpg

Wipplingerstraße 24-26

Aliasadressen =Wipplingerstraße 24-26, =Tiefer Graben 23
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 144; 173, 174, 175 | vor 1821: 151, 180, 181, 182 | vor 1795: 394; 357, 356, 355
Baujahr 1906-1907
Architekt Rudolf Demsky


Das Diebsschergen-Haus, auch Rumorhaus - Architektur und Geschichte

Das Jugendstilhaus wurde von Rudolf Demsky erbaut.[1]

Vorgängerhäuser

Haus Stadt 174 war ein kleines Haus, auf nur 65 m² erstreckten sich zwei Stockwerke.

Als aus dem Kaiser der heilige Josef wurde

Haus Stadt 175, das im 17. Jahrhundert gebaut worden war, war in Besitz der Stadt und wurde als Polizeigefangenenhaus (vorher als Rumorhaus) genutzt. 1783 ließ Kaiser Joseph II. die Häftlinge in das neue Gefängnis im ehemaligen Siebenbüchnerinnenkloster überstellen, das Haus wurde an eine Privatperson verkauft. Diese ließ über dem Portal eine Kartusche mit dem Bildnis des Kaisers anfertigen, was dem Kaiser gar nicht recht war - das Haus war immer noch als ehemalige Aufenthaltsort von Spitzbuben bekannt, mit denen Joseph II. nicht in Verbindung gebracht werden wollte. Er befahl daher die Abnahme des Bildes. Die Hausbesitzerin ließ es umgestalten und machte daraus den heiligen Josef, nur das Gesicht des Kaisers war bei genauerer Betrachtung noch zu erkennen. Ab da nannte man das Haus "Zum heiligen Josef". [2]

"Frauenhaus" und Weinkeller "Zum Bacchus"

In dem Haus (Stadt 173) war im Mittelalter ein Frauenhaus - damals noch eine Bezeichnung für ein Bordell. Die Einkünfte des Frauenhauses mussten teilweise an die Stadt abgegeben werden, damit wurde der Henker bezahlt. Das Bordell ist hier bis 1539 nachweisbar.

Das Hausschild kennzeichnete einen Weinkeller, der um 1820 gut besucht war. Mit Abriss des Hauses 1905 verschwand auch das Wirtshaus. Hans Christian Andersen erwähnte den Weinkeller in seinem Roman "Nur ein Geiger".

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus und Gedenktafel des Schriftstellers Iwan Franko

An dem Haus ist eine Gedenktafel an den Schriftsteller Iwan Franko angebracht, der bei seinem Wien-Aufenthalt 1894 hier gewohnt hatte. Franko (* 27. August 1856 Nahujewytschi, † 28. Mai 1916 Lemberg, Ukraine), war ein Dichter des Impressionismus und Mitbegründer der sozialistischen Bewegung in der Westukraine. An ihn erinnert auch ein Denkmal in der Postgasse 8-12, das rechts neben dem Eingang der Barbarakirche steht.[3]

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Franko GT.jpg Franko, Iwan In diesem Hause wohnte im Jahre 1894

der große ukrainische Dichter und Gelehrte
Dr. Iwan Franko
Wien, 1960
Ukrainischer Frauenbund u. ukr. Gemeinschaft



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Quellen

  1. Czeike Felix: Wiener Bezirkskulturführer, I - Innere Stadt, 2. Verbesserte Auflage, Jugend und Volk, Wien. 1985, S. 175
  2. Eugen Messner: Die Innere Stadt Wien. Österr. Bundesverlag, 1928, Leipzig. S. 57
  3. Czeike Felix: Wien. Innere Stadt. Kunst- und Kulturführer. Wien: Jugend und Volk, Ed. Wien, Dachs-Verlag 1993, S. 195