Kumpfgasse 9

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Grund-Information
Haus-Kumpfgasse 9-01.jpg

Kumpfgasse 9

Aliasadressen =Kumpfgasse 9
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 828 | vor 1821: 878 | vor 1795: 893
Baujahr 1823
Architekt Franz Reymund


Der Becherlhof - Architektur und Geschichte

Das Haus wurde von Franz Reymund erbaut und ist eines der schönsten klassizistischen Häuser Wiens. Über der Haustür ist ein Relief mit bechernden Putten und pflanzlichen Ornamenten angebracht.

Die Legende vom Becherlhof

Der Legende nach gehörte es ehemals Hans von Cobenzl, der 1576 den russischen Zaren Iwan den IV. (der Schreckliche) vor dem Tod gerettet hatte, indem er ihn vor Gift in einem Becher gewarnt hatte. Diesen kostbaren Becher erhielt er als Dank geschenkt, seither führte er ihn in seinem Wappen – und benannte das Haus mit einer Tafel „Zum Becher“. Angeblich hatte Graf Cobenzl in diesem Haus und im Haus 11 gewohnt.

Urkundlich nachgewiesen ist, dass das Haus Ursula, der Witwe des Bäckers Johann Adam Spiegel, gehörte, die in zweiter Ehe den Namen Becherl führte.

Aus einem Buch von 1787 ("Wiens gegenwärtiger Zustand unter Josephs Regierung") erfährt man, dass hier eine Bierschenke mit Tanzstube war.

Wohn- und Sterbehaus

Wohnhaus Hugo Wolf

1884 wohnte hier im 4. Stock Hugo Wolf, ein Komponist mit tragischer Lebensgeschichte. Im Alter von 18 Jahren zog er sich Syphilis zu, die dafür sorgte, dass er viele Jahre in der „Privatheilanstalt für Gemühtskranke auf dem Erdberge“ (1030, Leonhardgasse 3-5) und (nach einem abgebrochenen Selbstmordversuch) in der Niederösterreichischen Landesirrenanstalt (damals am Alsergrund) verbrachte und schließlich mit 43 starb. In Summe hatte Hugo Wolf in Wien 36 Wohnadressen.

Wohn- und Sterbehaus August Mantler

In dem Haus hatte auch der Historienmaler August Mantler (*26. August 1830 Wien, † 6. April 1914, ebenhier) gewohnt. Mantler war Mitgleid des Künstlerhauses.


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