Kriminalfall: Hugo Schenk, der Dienstbotenmörder

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KRIMINALFALL: Hugo Schenk, der Dienstbotenmörder was ist hier zu finden
Hugo Schenk (1849-1883).jpg
Der Mädchenmörder Schenk.png
Verbrechen: Raubmord

Der Dienstbotenmörder Hugo Schenk verbreitete Panik unter Dienstmädchen


Der erste Serienmörder Wiens ist der als "Dienstbotenmörder" bekannt gewordene Hugo Schenk, noch viele Jahre lang löste er bei Köchinnen und Dienstmädchen Panik aus.

Hugo Schenk wurde am 11.2.1849 in Tschechien als Sohn eines mittleren Beamten geboren und wurde standesgemäß auf die Artillerieschule geschickt. Schon früh war er als Hochstapler unterwegs, gab sich als Graf Wilopolsky oder Graf Winipolski aus. Im Kriminalmuseum sieht man Bilder von ihm: er war ein schlanker Mann mit sanftem Gesicht und einem schwarzen Schnurrbart.

Mit 32 Jahren wurde Hugo wegen Heiratsschwindels in Stein inhaftiert und lernte dort den Dieb Karl Schlossarek kennen. Beiden schlossen sich nach der Haft zusammen, da sie sich wunderbar ergänzten. Als Dritten nahmen sie Hugos Bruder Karl dazu. Diese Bande ging nun per Zeitungsinserat auf die Suche nach weiblichen Bekannten – und wurde bald fündig: Er traf sich mit einem 34jährigen Dienstmädchen namens Josefine Timal in Begleitung seiner beiden Kumpane und gab diese als seine Diener aus. Hinter vorgehaltener Hand deutete er ihr an, er sei eigentlich Graf Winopolsky, der vom Zaren verfolgt würde,

Pepi Timal war sehr beeindruckt und nahm seinen Antrag an, den er ihr bald machte. Sie gab ihre Stelle auf und fuhr mit dem geheimnisvollen Grafen auf Hochzeitsreise nach Krakau. Am Weg dorthin hielten sie in Weißkirchen an, und schlenderten bis zu einer Schlucht, dem Gevatterloch. Während einer Rast vergewaltigte Hugo Schenk die jungfräuliche Pepi, dann tauchte Schlossarek mit einem großen Stein auf, gemeinsam fesselten und knebelten sie und nahmen ihr das Geld und das Sparbuch ab, banden ihr den Stein um den Leib und schleuderten sie ins Gevatterloch. Die einzige Verwandte von Pepi, die einen Verdacht auf Hugo hätte lenken können, war eine Tante namens Katharina Timal, einem Dienstmädchen in Budweis.

Hugo schrieb Katharina also, dass er ihre Nichte geheiratet hätte, und lud sie daher nach Pöchlarn ein, sie solle mit ihrem gesamten Hab und Gut zu ihnen übersiedeln. Am 21.6.1883 kam Katharina tatsächlich mit ihrem gesamten Hab und Gut in Wien am Bahnhof an, wo sie Hugo abholte. Am Weg in das angebliche Landgut mussten sie die Donau überqueren. Der Fährmann, der sich bereitwillig anbot, war jedoch in Wahrheit Schlossarek, der ihr sofort den Arm würgend um den Hals legte. Kathi konnte sich ihm entwinden, rasch zückte jedoch Hugo ein Schlachtermesser und schnitt ihr die Kehle durch.

Wieder nahmen sie alle Wertsachen und ein Sparbuch mit 1.200 Gulden ab und versenkten die Leiche in der Donau. Unmittelbar nach dem Mord nahm Hugo seine Geliebte Emilie Höchstmann auf eine Landpartie nach Melk.

Schon sechs Wochen nach der Tat lernte er Theresia Ketterl kennen, ebenfalls ein Dienstmädchen – sie brachte er in Lilienfeld um und warf sie in die Schlucht „Sternleiter“. Angeblich hatte er ihr an der Schlucht einen Revolver gezeigt, mit dem er mit ihr „russisches Roulette“ spielte. Als sie den Revolver sich selbst an die Schläfe hielt, brachte sie sich quasi selbst um. Hier wurde viel Schmuck und 1.400 Gulden erbeutet.

Das vierte Opfer war Rosa Ferenszi – sie überlebte zwei Monate länger, weil es Probleme bei der Behebung ihres Bargeldes gab. Am 28. Dezember war es dann soweit, sie unternahmen gemeinsam einen Ausflug nach Pressburg. Schlossarek zertrümmerte Rosa bei dem Spaziergang entlang der Donau die Schädeldecke mit einer Hacke, die Leiche wurde – wieder mit einem Stein beschwert – in die Donau geworfen. Die Beute diesmal: 800 Gulden.

Am 10.1. stand plötzlich die Polizei in Schlossareks Wohnung und verhaftete Hugo – einen Tag später auch Schlossarek selbst und Karl. Hugo und Karl Schenk wurden zum Tode durch den Strang verurteilt und am 22.4.1884 im Hof Nr. 1 des Wiener Landesgerichtes hingerichtet.[1]



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Quellen

  1. Wiener Zeitung 02.04.1997/extra Lexikon (von Beppo Beyerl) – Wiener Chriminalchronik / Wien 1993