Herrengasse 9

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Grund-Information
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Herrengasse 9

Aliasadressen =Herrengasse 9
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 28 | vor 1821: 37 | vor 1795: 21
Baujahr 1526
Architekt unbekannt


Das Palais Clary, ehem. NÖ Landesmuseum - Architektur und Geschichte

Bereits im Jahr 1250 stand hier das erste Gebäude von einem gewissen Seyfried von Mödling. Es war das erste Haus, das an der neuen Hochstraße (der späteren Herrengasse) erbaut wurde. Der Hof grenzte damals an den Friedhof der Minoriten, die sich schon 1224 hier angesiedelt hatten. Als das Haus 1525 abbrannte, wurde an seiner Stelle ein Palais gebaut, das mehrfach umgebaut wurde, bis es seine heutige Gestalt erhielt. Damaliger Besitzer war die reiche Bürgerfamilie Fünfkirchner.

1563 erwarb Peter von Mollard, Sproß einer reichen Bürgerfamilie, das Freihaus.[1] Der barocke Umbau erfolgte 1695, damals wird das Haus um ein Geschoss erhöht, die große Treppenanlage und eine Kapelle wurden eingebaut, der schmale Verbindungsgang wurde mit Ölmalereien ausgestattet.

1760 kaufte Graf Franz Wenzel Clary das Haus als Wintersitz für seine Familie. In deren Besitz bleibt das Palais bis 1922, und vermietete es an die Britische Botschaft, später auch an die königlich-bayrische Gesandtschaft.

1922 wurde das Palais schließlich an das Land Niederösterreich verkauft, das hier zwei Jahre später das Niederösterreichische Landesmuseum einrichtete. Mittlerweile ist dieses Museum nach St. Pölten übersiedelt.

Der Bund erwarb das Palais Mollard vom Land Niederösterreich im Jahr 1999, seit 2005 nutzt es die Nationalbibliothek für das Globen- und Esperantomuseum und ihre Musiksammlung (3. bis 5. Obergeschoss).

Spuk im Palais Clary

In diesem Haus soll es angeblich spuken. Der englische Botschafter Sir Horace Rumbold berichtete um die Jahrhundertwende, dass er in dem Haus unheimliche Gestalten gesehen hätte – das wurde von der damaligen Besitzerin, Gräfin Clary auch bestätigt: Es käme öfter vor, dass Dienstpersonal hinter den Milchglasscheiben Gestalten sähen und Stimmen hörten, die verschwänden, wenn sie die Türen öffnen.

Auch erzählte man sich, dass in einem der Zimmer ein Leibjäger (Lieblingsbediensteter, der das Gewehr seines Herren zu tragen hatte) ermordet wurde. Dieser erscheint nun regelmäßig in dem Raum, und verschwindet, wenn man ihm zu nahe kommt.[2]

Das Globen- und Esperantomuseum

Das Globenmuseum

Im Palais ist das einzige Globenmuseum der Welt untergebracht. Zu sehen sind 240 Erd- und Himmelsgloben, sogar Mond- und Marsgloben, man kann hier die Entwicklung der Kartographie verfolgen.

Das Esperantomuseum

Zusätzlich kann man das Esperantomuseum besuchen, man erfährt hier mehr über die Kunstsprache Esperanto, aber auch über 500 weitere Plansprachen, wie „Klingonisch“, die Sprache aus Star Trek.

Eintritt

Geöffnet:

  • Di - So, 10:00 - 18:00
  • Do, 10:00 - 21:00
  • Juni bis September täglich geöffnet
  • stufenlos erreichbar (Lift vorhanden)

Telefon Globenmuseum: +43 1 534 10 710
Telefon Esperantomuseum: +43 1 534 10 730



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Quellen

  1. Eugen Meßner, Die Innere Stadt Wien, S. 52
  2. Robert Bouchal, Gabriele Lukacs, Unheimliches Wien, pichler Verlag, 2010. S. 14-15