Der Sisi-Schlafwagen

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Der Reisewaggon der Kaiserin Sisi

Als der Sohn der Kaiserin Sisi (Rudolf) im Jahr 1889 Selbstmord verübte, zog sich die Kaiserin in ihre Trauer zurück. Sie kleidet sich nur mehr in Schwarz und wurde rastlos, unternahm weite Seereisen, vor allem die Insel Korfu galt als ein Lieblingsziel.

Auch die neue Eisenbahn wurde von der Kaiserin viel genutzt. Das Prager Unternehmen Ringhoffer baute daher speziell für Sisi einen Waggon, mit dem sie bequemer reisen konnte. Er bestand aus einem Schlafwagen und einem Tagessalon, beide waren durch eine Falttür miteinander verbunden. Dieser Schlafwagen ist heute eines der Prunkstücke des Technischen Museums, man kann ihn von außen durch die Fenster besichtigen. Wer das echte Sisi-Gefühl erleben will, kann im Sisi-Museum in der Hofburg sogar einen Nachbau begehen.

Der in zwei Bereiche unterteilte Waggon trägt Tapeten aus dunkelolivgrünem Seidendamast, auch die andere Ausstattung, wie die Sofas, Vorhänge und Tisch- und Bettdecken sind in dieser Farbe gestaltet. Im Nebenraum findet sich ein kurzer Diwan, ein Waschtisch und eine Frisiertoilette. Im Vorraum steht ein bis zur Decke reichender Schrank, der für die Lagerung des Geschirrs und des Bettzeugs diente.

Ab 1891 wurde der Waggon im Hofzug integriert, 23 Jahre lang nutzt die Kaiserin das Fahrzeug unverändert. Auch ihre letzten Reise nach Genf, wo sie am 10.9.1898 ermordet wurde, trat sie in diesem Zug an. [1]

Quellen

  1. Wiener Geschichtsblätter, Wien Archiv, Tradition und Volksleben, Blatt W06051