Bauernmarkt

Aus City ABC

(Weitergeleitet von Hühnergässel (ehem., 1.))

Bauernmarkt

Bauernmarkt

Bezirk
1., Innere Stadt
Benennung
1862 (Erstnennung 1440)
Benannt nach
Markt der Bauern
Länge in Metern
335,76 [1]
Gehzeit in Minuten
4,05
Vorherige Bezeichnungen
Hühnerlucke, Hühnergässel, Hühnerbühel, Unter den Taschnern, Alter Bauernmarkt, Münzerstraße


Namensgebung und Geschichte

Georg Emanuel Opitz: Am Bauernmarkt (um 1825/30), Aquarell und Feder, 36,8 x 26,2 cm, Wien Museum Inv. Nr. 37.097 (Bürgersfrauen, ein Grätzer Dienstmädchen, ein Koch mit seinem Küchenjungen, ungarische Landleute)

Der Bauernmarkt, erstmals 1440 urkundlich erwähnt aber erst 1862 amtlich registriert, war der Markt auf dem Bauern ihre Geschäfte tätigten und sich selbst mit Produkten für das ganze Jahr eindeckten. Es wurde vor allem mit Milch, Käse, Schmalz, Kraut und Trauben gehandelt. Bis ins 18. Jahrhundert war hier der Gemüse- und Obstmarkt, aufgrund der Nähe zum Hühnermarkt (in der Brandstätte) wurde die Gegend „Hühnerlucke“ genannt, auch die Namen „Hühnergässel“ und „Hühnerbühel“ finden sich in den alten Urkunden.

Teile der Gasse hießen auch „Unter den Taschnern“ und „Alter Bauernmarkt“. Zwischen Freisingergasse und Landskrongasse galt auch kurz der Name Münzerstraße, weil hier das Münzer-Gewerbe ausgeübt wurde.

Ursprünglich war der Bauernmarkt der Verkehrsweg, der Sankt Peter mit dem hohen Markt verband. Erst mit dem Bau des Ankerhauses 1913 wurde der Bauernmarkt Richtung Norden bis zum Fleischmarkt (über den Hohen Markt hinaus) verlängert. Nahezu alle Häuser im unteren Bereich des Bauernmarkts sind von Anton Hein, einem neobarockem Architekten, erbaut. (Häuser 19, 20, 21, 22, 24)

Interessant ist der Bauernmarkt auch zum Shoppen, hier befinden sich zahlreiche Boutiquen und Geschäfte mit Luxusartikel aus dem Modebereich (Philipp Plein, Firis, Bocca Lupo oder Musette).

Ausgrabungen

Ausgrabungscode Zeitliche Einordnung Beschreibung der Fundstücke
190505 römisch Im Jahr 1905 wurden beim Wasserleitungsbau zwei Bruchsteinmauern und der Abschnitt einer römischen Straße, bestehend aus 20 cm festgestampftem Lehm und Kies, freigelegt.

Die Häuser der Straße

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
U1, U3 Stephansplatz (Fußweg über Graben bzw. Petersplatz zur Freisingergasse); U1, U4 Schwedenplatz (über Rotenturmstraße und Hoher Markt zum nördlichen Abschnitt). Straßenbahnlinien 1 und 2 am Schwedenplatz bzw. Schottenring; keine ÖV-Linien direkt im Bauernmarkt, der Straßenzug ist reine Einbahn- und Fußgängerachse.
Besichtigungstipps
Spaziergang vom Petersplatz (Ecke Freisingergasse) bis zum Fleischmarkt mit Blick auf die unterschiedlichen Gassenabschnitte und Baustile; Oppenheimersches Haus (Bauernmarkt 1) am Übergang zum Petersplatz, Zacherlhaus an der Brandstätte mit Seitenfront zum Bauernmarkt sowie der Ankerhof mit Ankeruhr am Hoher Markt. Gut kombinierbar mit einem Rundgang durch Hoher Markt, Wildpretmarkt und Kramergasse.
Bauernmarkt – Überblick
Benennung
seit dem 16. Jahrhundert als Bauernmarkt belegt; Name geht auf den pawr(n)markt zurück, auf dem Bäuerinnen und Bauern aus dem Umland Milch, Käse, Schmalz, Kraut, Trauben u. a. direkt verkauften. Ältere Teilnamen waren u. a. Münzerstraße, Hühnergasse und Taschnergässel.
Anlage
historisch gewachsener Straßenzug aus mehreren ehemaligen Einzelgassen; heute Verbindung von der Freisingergasse beim Petersplatz über Brandstätte, Landskrongasse und Hoher Markt bis zum Fleischmarkt. Die heutige Länge und Führung bestehen seit der Verlängerung im Zuge des Ankerhof-Baus (1913).
Lage/Charakter
rund 350 Meter lange Einbahn-Gasse ohne öffentliche Verkehrsmittel; kleinteiliger Altstadtquerschnitt vom kirchennahen Petersviertel bis zum Markt- und Geschäftsraum Hoher Markt/Fleischmarkt. Heterogene Randbebauung von barocken Bürgerhäusern bis zu Jugendstil- und Nachkriegsbauten; im Erdgeschoß dicht mit Geschäften, Lokalen und Dienstleistern besetzt.
Prägende Bauten
Oppenheimersches Haus (Bauernmarkt 1) mit barockem Hof und Bezug zur Geschichte Samuel Oppenheimers; historistische Bank- und Geschäftsbauten um 1880 im südlichen Abschnitt; Zacherlhaus als prominenter Jugendstilbau an der Brandstätte; neoklassizistischer Ankerhof mit Ankeruhr am Hoher Markt; späthistoristische Eckbauten zum Fischhof und Fleischmarkt.
Kultur
ehemals wichtiger Direktverkaufsplatz der Bauern für Lebensmittel, später Wohn-, Geschäfts- und Lokaladresse zwischen Peterskirche und Hohem Markt; heute beliebtes Altstadt-Grätzl mit Gastronomie, Boutiquen und touristischen Hotspots (Ankeruhr, Grillparzer-Geburtsort im weiteren Umfeld).
Aktuell diskutiert
Verkehrsberuhigung und Möblierung im Bereich Hoher Markt/Fleischmarkt, Erhalt der heterogenen, aber weitgehend denkmalgeschützten Bausubstanz sowie die Balance zwischen touristischer Nutzung, Gastronomie und alltäglicher Nahversorgung.


Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at