Börseplatz 2

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Grund-Information
Börse Wien 02.jpg

Börseplatz 2

Aliasadressen =Börseplatz 2, =Börsegasse 11, =Schottenring 16, =Wipplingerstraße 34
Ehem. Konskriptionsnummer keine - Elendbastei
Baujahr 1874 / Wiederaufbau: 1956
Architekt Theophil Hansen, Carl Tietz, Ausfertigung: Johann Schieder / Wiederaufbau: Erich Boltenstern, Erich Schlöss


Die Börse - Architektur und Geschichte

Börse um 1910

Die an vier Seiten freistehende Börse wurde 1873-1877 von Theophil Hansen erbaut. Den Auftrag wollte ursprünglich Heinrich Ferstel haben, er war bereits als Berater der Börsekammer tätig gewesen, und hatte dadurch Erfahrung sammeln können. Als dann Hansen zum Zug kam, kam es zum Eklat. Ferstel protestierte, doch das zusammengetretene Baukomitee der Börse entschied sich für die Pläne von Hansen.

Der Bauplatz war einst Teil der Elendbastei, die erst spät (1561) fertiggestellt worden war, und dem davor liegenden Glacis.

Eröffnet wurde die Börse am 14.3.1877 durch Kaiser Franz Joseph I. Bekannt ist auch, dass der Bau des Gebäudes die, für damals unfassbare, Summe von acht Millionen Kronen verschlang.

Das Haus ist durch einen erhöhten Mittelbau mit zwei großen Säulenordnungen gekennzeichnet. Die Seitenflügel sind deutlich niedriger, die Eckrisalite erhöht. Die Fassade ist in rotem Stein gehalten, Ausnahme ist nur der hohe Mittelbau, den ein Giebel mit Reliefbildern und Figuren schmückt. Im Mittelbau war der Wertpapierbörsesaal untergebracht. Er enthielt ein Vestibül und den eigentlichen Börsesaal, der nicht nur sehr lang ist (56,5 Meter Länge, 25,5 Meter Breite) sondern auch durch 22 Meter Raumhöhe beeindruckt.

Im Untergeschoss war der Raum von dorischen Säulen umringt, im Obergeschoss mit korinthischen Säulen, beide trugen hohe Rundbögen. Die Decke war reich kassettiert und war auf die Marmorwände abgestimmt. Der plastische Schmuck wurde von Vincenz Pilz (Neptun im Triumphbogen) und Alois Düll (Zeus und Neptun) geschaffen.

Börse, Museen und Ausstellungen

Börse innen

Die Institution Börse wurde 1770 unter Maria Theresia gegründet und war zahlreiche Male übersiedelt, bis dieser Bau dafür errichtet wurde. Doch nicht nur die Börse war hier, auch ein Casino und die Handelskammer waren im ersten Stock verortet, ab 1880 gab es sogar ein Orientalisches Museum. Auch das Museum für österreichische Volkskunde siedelte bald ein (1897). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der große Saal mit Holzwänden geteilt und als Ausstellungsraum genutzt.

Zwei Zerstörungen

Am 12.3.1945 traf eine Bombe das Gebäude schwer – der gesamte Nordosttrakt wurde dabei zerstört, mit ihm die Büroräume im ersten und zweiten Stock und der Sitzungssaal im Erdgeschoss.

Am 13.4.1956 wurde die Börse abermals Opfer einer Katastrophe, diesmal wurde sie durch einen Großbrand fast ganz zerstört, der zentrale Börsensaal und der Eingangstrakt wurden dabei für immer vernichtet. Ausgelöst wurde der Brand vermutlich durch eine weggeworfene Zigarette. Pikantes Detail: in dem Haus hatte damals die APA (Austria Presse Agentur) ihren Sitz. Die "brandaktuelle" Nachricht, die an diesem Tag aus dem Gebäude kam, lautete "+++ Hilfe +++ SOS +++ Wir brennen +++".

Die Börse heute

25-Schilling-Münze

1956-1959 erneuerte man die Innenausstattung nach Plänen von Erich Boltenstern und Erich Schlöss, der Saal wurde dabei nicht mehr rekonstruiert, er ist seither ein Innenhof. Am 7.12.1959 konnte die Börse wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Bis ins Jahr 2000 war hier schließlich der Sitz der Börse, seither findet sich die Institution in der Wallnerstraße 8. Das Gebäude wurde auf eine 25-Schilling-Münze geprägt und war auch auf einer Briefmarke abgebildet (1971).



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Quellen

© Christiana Mazakarini