Wipplingerstraße 29

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Grund-Information
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Wipplingerstraße 29

Aliasadressen =Wipplingerstraße 29
Ehem. Konskriptionsnummer 1581, 140
Baujahr 1875-1876
Architekt Heinrich Ferstel


Das Haus, ehemalige Polyklinik - Architektur und Geschichte

Das heutige Gebäude steht auf den Baugründen des ehemaligen kaiserlichen Zeughauses. Im Zuge der Ringstraßenerbauung wurde auch dieser Bereich neu gestaltet, der Bau erfolgte durch Ferstel.

Zweiter Weltkrieg

Am 12.3.1945 wurde das Haus von einer Bombe getroffen und dabei schwer beschädigt; Das Haus riss vom Dachfirst bis in den ersten Stock hinunter auf. Ein weiterer Treffer am 8.4.1945, diesmal von einer Granate, fügte dem Dach weitere Schäden zu.

Vorgängerhaus - Die Allgemeine Poliklinik

Bevor der Neubau errichtet wurde, befand sich in dem Haus die erste Wiener Poliklinik. Sie wurde 1872 von 12 jungen Universitätsassistenten (darunter der Vater Arthur Schnitzlers, der Laryngologe Johann Schnitzler) gegründet und die erste ihrer Art in Europa. Der erste Direktor der Poliklinik war Heinrich Auspitz, der selbst als Dermatologe arbeitete und eigentlicher Initiator des Hauses war.

Hier waren Ambulanzen untergebracht, die vor allem Mittellose versorgten, Ziel war aber auch, den Ärzten als Lehr- und Forschungsanstalt zur Verfügung zu stehen. Damit wurde eine Idee des Chirurgen Theodor Billroth umgesetzt, der nach einer Möglichkeit gesucht hatte, Ärzten eine zusätzliche, möglichst eigenverantwortliche, Fortbildungsmöglichkeit zu schaffen.

Die Ambulanz wurde ein großer Erfolg, bereits im ersten Jahr wurden 12000 Kranke kostenlos behandelt. Zu Anfang finanzierten sich die Ärzte das Haus selbst, nach vier Jahren wurden jedoch ein Verein gegründet, der die Finanzierung übernahm und dafür Spenden sammelte. Eine der besonderen Gönnerinnen war Fürstin Pauline von Metternich.

1875, als das Haus abgerissen wurde, übersiedelte die Poliklinik in die Oppolzergasse, 1880 in die Schwarzspanierstraße 5 (wo erstmals auch fünf Betten geführt wurden) und schließlich in die Mariannengasse im 9. Bezirk, wo sie bis zu ihrer Integration ins Sophienspital (1998) ihren Standort hatte. Bald wird auch der Standort Sophienspital Geschichte sein, denn dieses Krankenhaus wird in das Kaiser-Franz-Josef-Spital (10. Bezirk) intergiert werden.



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Quellen