Weihburggasse 1

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Grund-Information
Kärntner Straße 9.jpg

Kärntner Straße 9

Aliasadressen =Kärntner Straße 9, =Weihburggasse 1
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 905 | vor 1821: 961 | vor 1795: 937
Baujahr 1884
Architekt Carl Schumann


Das Haus - Architektur und Geschichte

Das Haus wurde 1884 von Carl Schumann erbaut. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden durch einen Bombentreffer, konnte aber wieder aufgebaut werden.

Vorgängerhäuser

Vorgängerhäuser

An dieser Stelle ist bereits ab 1369 eine Bebauung nachweisbar. 1627 war das Haus in Besitz des Arztes Johann Wilhelm Mannagetta.

Das Haus hatte zahlreiche Namen, wohl immer nach den Wirtshäusern, die sich darin fanden: "In der Almarein", "Zur heiligen Dreifaltigkeit", "Zur Stadt Nürnberg" (hier hatte sich die "Nürnberger-Waren-Handlung" befunden) oder auch "Zum goldenen Rauchfass".

Zur Schönen Algerierin (Algierin)

Einige Zeit lang hieß das Haus „Zur schönen Algerierin“, weil hier zwischen Oktober 1758 bis zum 1. Mai 1759 ein schönes Mädchen namens Fatime wohnte. Die junge Frau war gemeinsam mit dem algerischen Abgesandten Demetrius Marzachi und dessen Harem nach Wien gekommen. Marzachi war nach der Herstellung des Friedens im Raubstaat Algier nach Wien gekommen, um hier mit dem Kaiser ein Freundschaftsbündnis zu unterschreiben. Offensichtlich blieb Fatime nach der Abreise ihres Herren in Wien zurück, und verursachte zeitgenössischen Berichten zufolge, wenn sie aus dem Fenster sah, ein regelrechtes Verkehrschaos.[1]

Am 1. Mai musste sie daher über behördlichen Auftrag Wien verlassen. Nachher stellte sich dann heraus, dass es sich gar nicht um eine „echte“ Afrikanerin gehandelt hatte - sondern um eine abenteuerlustige Einheimische. Die Hausbezeichnung „Zur schönen Algerierin“ bestand bis 1763.

1802 wurde ein neues Haus erbaut, das durch die Franzosen 1809 in Brand gesetzt wurde. [2]



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© Christiana Mazakarini

Quellen

  1. Realis: Curiositaten und Memorabilien-Lexicon von Wien, Anton Köhler Verlag, Wien, 1846. S. 34
  2. Richard Groner: Wien wie es war, vollst. neu bearb. von Felix Czeike, Verlag Molden, Wien-München, 1965, 6. Auflage, S. 15